Lia Henze und das ‘Chaos mit den Crazy Cats’

Lia Henze und das ‘Chaos mit den Crazy Cats’

Lia Henze ist elf Jahre alt und Schülerin des Apostelgymnasiums in Köln. Im Juni 2023 ist ihr Roman „Chaos mit den Crazy Cats“ erschienen.

LESEPUNKTE: Lia, wie kommt es, dass du schon mit elf Jahren Autorin bist?

Lia: Ich habe schon ziemlich früh angefangen, kleinere Texte zu schreiben. Mit 7 habe ich dann mein erstes Buch veröffentlicht und hatte jetzt einfach Lust, ein zweites Buch zu schreiben.

LESEPUNKTE: Und worum geht es in der Geschichte?

Lia: Es geht um drei Banden auf Klassenfahrt. Und die wollen sich die ganze Zeit eigentlich nur Streiche spielen. Aber dann wird einem Mädchen plötzlich ihr Geld gestohlen und die Banden versuchen herauszufinden, wer es gestohlen hat. Und ab da wird es schon fast zu einer Detektivgeschichte.

LESEPUNKTE: Haben die Schüler gleich zu Beginn eine Vermutung, wer es war?

Lia: Ja. Aber vor allem die Lehrer*innen gehen ganz schnell davon aus, zu wissen, wer es war und verdächtigen einen Falschen. Und dabei übersehen sie die Hinweise, dass er es vielleicht gar nicht war.

LESEPUNKTE: Schaffen die Schüler*innen es denn am Ende, den Fall aufzulösen?

Lia: Ja. Die Clique der Crazy Cats findet – mithilfe einer anderen Bande – heraus, wer wirklich das Geld gestohlen hat. Wer es war, verrate ich jetzt aber nicht! 😉

LESEPUNKTE: Wie bist du auf die Idee gekommen, von einer Klassenfahrt zu erzählen?

Lia: Ich war in der Zeit ziemlich viel auf Chor- und Klassenfahrten. Und das habe ich in die Geschichte einfließen lassen.

LESEPUNKTE: Musstet ihr da auch einen Diebstahl auflösen?

Lia: Nein, zum Glück nicht! Die Geschichte ist fast komplett ausgedacht. Die Lehrer in der Geschichte sind zum Beispiel ganz anders als meine Klassenlehrer. Meine Lehrer*innen sind nett und freundlich und viel cooler. Und Frau Stern und Herr Wichtig im Buch sind eher streng. Frau Stern säuselt ganz viel und Herr Wichtig tut auf total wichtig.

LESEPUNKTE: Wie lange hast du denn gebraucht, um dir die Geschichte mit all diesen Figuren auszudenken und aufzuschreiben?

Lia: So neun bis zehn Monate.

LESEPUNKTE: Das ist ja eine ganz schön lange Zeit, um an einer Geschichte zu arbeiten. Hast du dich nach der Schule und nach den Hausaufgaben dann nochmal an den Schreibtisch gesetzt und an deinem Roman geschrieben?

Lia: Ich habe vor allem an den Wochenenden viel geschrieben. Unter der Woche habe ich immer nur ein bisschen weitergeschrieben.

LESEPUNKTE: Wenn du so gerne schreibst, ist Deutsch doch bestimmt auch dein Lieblingsfach in der Schule, oder?

Lia: Ich mag Deutsch sehr gerne. Wir haben schon richtig viele coole Themen durchgenommen wie z.B. Gedichte analysieren und Herr der Diebe. Aber ich mag auch andere Fächer. Musik zum Beispiel. Oder Geschichte, da haben wir uns mit dem Mittelalter beschäftigt. Und in Informatik durften wir was zu KI und Scratch ausprobieren, das hat auch Spaß gemacht. Ein richtiges Lieblingsfach habe ich eigentlich gar nicht.

LESEPUNKTE: Es gibt ja Kinder und Jugendliche, die Deutsch nicht so gerne mögen und die schreiben oder lesen ziemlich schwierig finden. Hast du einen Tipp?

Lia: Ich habe angefangen, Bücher wie Gregs Tagebuch zu lesen, die ganz viele Zeichnungen haben und dadurch leichter zu verstehen sind. Dann habe ich mich mehr zu dickeren Büchern vorgearbeitet. So wie Undercover Robot. Ich finde Bücher, die einen wirklich mitreißen, besonders gut. Zum Beispiel Calypsos Irrfahrt, das ist richtig spannend.

LESEPUNKTE: In Calypsos Irrfahrt geht es um eine Familie, die als Touristen auf dem Mittelmeer unterwegs sind und zwei Kinder aus dem Wasser retten. Das ist ja ein Thema, das leider auch in echt passiert. Beschäftigt dich das?

Lia: Ja. Bei meinem ersten Buch habe ich das Geld, das ich bekommen habe, an „Sea-Watch 4“ gespendet. Die retten Menschen im Mittelmeer. Den Ertrag von Crazy Cats möchte ich an „Ärzte ohne Grenzen“ spenden. Ich finde es beeindruckend, wie die Menschen immer und immer wieder in den Krisengebieten helfen. Bei meiner Buchpräsentation habe ich auch eine Apothekerin von „Ärzte ohne Grenzen“ interviewen dürfen, die schon in Ländern wie Irak, Kongo und Süd-Sudan im  Einsatz war.

LESEPUNKTE: Was möchtest du denn später mal machen?

Lia: Ärztin werden, Kinderärztin. Und vielleicht arbeite ich dann auch in anderen Ländern.

LESEPUNKTE: Aber wirst du auch noch mehr Bücher schreiben?

Lia: Das kann ich noch nicht versprechen. Aber an einem zweiten Band der Crazy Cats schreibe ich gerade. Darin geht es dann nicht mehr um eine Klassenfahrt, sondern um einen neuen Mitschüler, der in die Klasse kommt und etwas, das dann passiert, was so schlimm ist, dass die Banden vergessen, sich gegenseitig Streiche zu spielen.

LESEPUNKTE: Wir sind gespannt und freuen uns, von dir zu lesen. Danke für das Interview, Lia!

Empfohlene Zitierweise

Interview mit Lia Henze (Gina Kistenich, Maike Vieth). In: LESEPUNKTE 2023, URL: https://www.lesepunkte.de/interview/lia-henze-und-das-chaos-mit-den-crazy-cats
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