„Allow a Sunflower to Bloom" von Mara Schnellbach erzählt die Geschichte von Emmee, die in einer liebevollen Pflegefamilie aufwächst und ihre leiblichen Eltern sucht.
Eigentlich will sie in Frankreich Kunst studieren, doch dieser Plan scheitert. Stattdessen zieht sie mit ihrer Pflegeschwester Madita in eine WG nach Wien. Dort lernt sie neue Menschen kennen, unter anderem Casimir, zu dem sie schnell eine besondere Verbindung aufbaut. Zwischen ihnen entstehen Gefühle, aber ihre Situation wird kompliziert, als Emmee plötzlich anonyme Nachrichten bekommt und ihr leiblicher Vater Kontakt zu ihr aufnimmt. Außerdem soll sie für Casimir vor seinen Eltern seine Freundin spielen.
Den Schreibstil fand ich sehr besonders. Er ist oft poetisch und gefühlvoll, manchmal hatte ich zwar etwas Schwierigkeiten, alles zu verstehen, aber genau das macht die Geschichte tiefgründig. Die Handlung wirkt sehr emotional und authentisch. Man merkt, dass die Figuren und ihre Probleme realistisch dargestellt werden.
Die Figuren erscheinen sehr echt und differenziert. Man kann ihre Entscheidungen gut nachvollziehen und sie handeln sehr menschlich. Auch die Themen wie Pflegefamilien, Identität und psychische Belastungen sind sehr realistisch dargestellt. Ich kann mir die Geschichte genauso im echten Leben vorstellen. Besonders gut gefällt mir das Setting in Wien, weil es sehr lebendig beschrieben ist und man sich die Orte gut vorstellen kann. Das Cover weckt zunächst eher den Eindruck einer lockeren Sommergeschichte, deshalb hatte ich am Anfang etwas anderes erwartet. Die Geschichte ist aber deutlich ruhiger und teilweise auch trauriger erzählt, als man es vorher vermutet.
Ein kleiner Kritikpunkt ist, dass der Handlungsstrang rund um Emmees Suche nach ihrer Herkunft im Laufe der Geschichte etwas in den Hintergrund rückt. Vieles passiert eher zufällig als aktiv durch sie selbst. Außerdem haben mich die vielen Geheimnisse manchmal eher genervt als neugierig gemacht.
Trotzdem hat mir das Buch insgesamt sehr gut gefallen. Es ist emotional, besonders geschrieben und behandelt wichtige Themen. Deshalb würde ich es mit 4 von 5 LESEPUNKTEN bewerten.
