Katja Brandis: Die Jaguargöttin

Lesepunkte: 5 Punkte
AutorIn: Katja Brandis
Titel: Die Jaguargöttin
Verlag: Arena ISBN: 978-3-401-60585-2
Seiten: 480 Preis: 18,00€
Altersempfehlung: ab 12 Jahren

Rezensiert von: Emilian Himmelsbach, 10. Klasse [Max-Planck-Gymnasium Lahr, betreut von: Aïsha Hellberg]

In diesem Roman geht es wie in den Wood- und Seewalker-Reihen, die Katja Brandis geschrieben hat, ebenfalls um Gestaltenwandler. Sie haben jeweils eine menschliche und eine tierische Gestalt und können zwischen ihnen wechseln. Der Unterschied zwischen diesen Romanreihen ist, dass „Die Jaguargöttin“ in der Vergangenheit spielt, zur Zeit der Inkas in Südamerika. Hier werden die Gestaltenwandler als Inkarnationen von Gottheiten verehrt. Sie haben eigene Tempel und Priester und geben Audienzen. Diese Gestaltwandler haben bestimmte Fähigkeiten, wie andere heilen, Einsicht geben oder friedlich stimmen. Es gibt aber auch Gestaltwandler, die es bevorzugen, im Dschungel zu leben, diese haben keine Fähigkeiten.

Der Hauptcharakter ist hier Kitana, eine Jaguargöttin im Alter von 17 Jahren. Die Geschichte spielt im Reich Elámon, im Stadtstaat Yucatán. Hier leben auch andere Gottheiten, Karali Mo, zu der Menschen für Gesundheit beten; Sisilu Chaak, die Göttin für Tag, Regen und Ernte und Jun Chunwen, Gott der Weisheit und Schreiber.

Der Roman beginnt damit, dass Kitana eine Audienz geben muss. Man lernt hier erstmal ihren Alltag, Familie und die Stadt an sich kennen. Sie findet auch heraus, dass ihr Kindheitsfreund Axar von seiner Reise als Priester zurück ist. Als sie nach einem Treffen mit ihm zurückkommt, wird ihr berichtet, dass ihr Vater nach einem Gespräch mit dem König Yucal II. wütend in den Dschungel ging und von einem herabfallenden Ast erschlagen wurde. Für sie stellt sich schnell heraus, dass es Mord war, der Echsenwandler Yaddi erzählt ihr, dass der König und Xanu (der Oberpriester) nachdem ihr Vater ging darüber sprachen, dass er nie zurückkommen würde. Männer des Königs sägten den Ast an.

Durch den Verlust ihres Vaters verlieren die Jaguargötter immer mehr an Macht. Dies wollen der König und Xanu ausnutzen, so will der König Kitana zur Frau nehmen, der Wald um die Stadt soll gerodet werden und die Jaguargötter sollen ersetzt werden. Um dem entgegenzuwirken, will Kitana um Unterstützung von den wildlebenden Panther-Wandlern bitten, obwohl diese generell die „Götter“ ablehnen und die Stadt verabscheuen. So macht sie sich auf und trifft den Panther-Wandler Ecco. Wird sie gegen die Intrigen des Königs und Xanu ankommen?

An dem Roman hat mir vor allem gefallen, dass es unvorhersehbar ist. Häufig ging ich davon aus, dass die Geschichte in die eine Richtung weitergeht, dann ändert sie aber schlagartig die Richtung. Es gibt viele Plot-Twists. Zu dieser Spannung trägt bei, dass sich immer wieder die Person, aus deren Perspektive man die Geschehnisse sieht, ändert. Es werden auch keine Charaktere vergessen, selbst Nebencharaktere, die nur kurz verwendet wurden, werden wieder gezeigt. Der Geschichtsverlauf wirkt nicht gezwungen und wirkt daher sehr natürlich und logisch. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen, es bleiben keine (mir bekannten) Fragen offen.

Mir hat der Roman besonders gut gefallen, da ich schon ein Fan von der Woodwalker-Reihe war. Der Roman hat viele Aspekte daraus aufgegriffen und meiner Meinung nach verbessert. In den Woodwalker-Büchern wurde z.B. erwähnt, dass Mensch-Tier-Gottheiten von Urvölkern Gestaltenwandler waren. Genau dieser Aspekt ist der Kern von „Die Jaguargöttin“. Zudem ist es viel erwachsener, so wird stärker auf Themen wie Liebe oder Umwelt eingegangen.

Dementsprechend kann ich das Buch jedem empfehlen, der schon ein Fan der Woodwalker-Reihe ist und mehr davon will, aber auch anderen Fantasy-Liebhabern.

Empfohlene Zitierweise

Emilian Himmelsbach, Rezension von: Katja Brandis: Die Jaguargöttin. In: LESEPUNKTE 2022, https://www.lesepunkte.de/rezensionen/katja-brandis-die-jaguargoettin
Bitte setzt hinter die URL-Angabe in runden Klammern das Datum Eures letzten Besuchs dieser Online-Adresse.

Noch keine Kommentare bis jetzt

Einen Kommentar schreiben