Shelby Mahurin: Game of Gold

Lesepunkte: 5 Punkte
AutorIn: Shelby Mahurin
Titel: Game of Gold
Verlag: Dragonfly ISBN: 978-3-7488-0020-0
Seiten: 448 Preis: 18,00€
Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Rezensiert von: Hanna Metzger, 10. Klasse [Max-Planck Gymnasium Lahr, betreut von: Aïsha Hellberg]

„Eine Hexe und ein Hexenjäger verbunden im heiligen Sakrament der Ehe. So eine Geschichte konnte nur auf eine Art enden – mit dem Scheiterhaufen“.

 

In dem Fantasy-Roman „Game of Gold“ von Shelby Mahurin, wird der/die Leser*in mitgenommen auf eine Reise vom Hass zur Liebe.

Ein Buch voller Humor, Magie, Liebe und Freundschaft.

 

Wir befinden uns in einer mittelalterlichen, französischen Welt mit Magie und Hexen. Doch die Hexen werden gejagt und verbrannt. Den Bürger*innen wird klar gemacht, dass alle Hexen böse und gefährlich sind. Deshalb müssen die Hexen ihre wahre Identität verstecken, um nicht zu sterben. Es gibt nur weibliche Hexen und ganz verschiedene Arten von Hexen und Magie.

Frauen sind in dieser Gesellschaft nicht wirklich angesehen. Sie gelten als Besitz und als weniger wertvoll als Männer. Zudem hat die Kirche sehr große Macht. Generell hat der Glaube sowohl an Gott als auch an Himmel und Hölle eine Rolle.

 

Die Protagonist*innen sind Lou und Reid. Lou ist eine Diebin und eine Hexe, doch als sie versucht, einen für sie wichtigen Ring zu stehlen, wird sie von Hexenjägern, den sogenannten Chasseuren, gefasst. Anstatt verbrannt oder in den Kerker geworfen zu werden, muss sie Reid, den Hauptmann der Chasseure, heiraten. Umgeben von ihren größten Feinden, versucht sie zu überleben.

 

Lou ist gerissen, unverschämt und macht, was sie will. Schon ab der ersten Seite, hat mir ihr Charakter sehr gefallen. Sie schreckt vor nichts zurück und liebt es, andere vor den Kopf zu stoßen und zu provozieren. Sie kümmert sich nicht darum, ob ihre Aussagen anstößig oder nicht angemessen sind.

Doch ihre Wortwahl und provokativen Meinungen bringen sie auch oft in Gefahr und sie macht sich dadurch Feinde. Außerdem liebt sie es, Regeln zu brechen.

 

Reid ist ganz anders. Er legt sehr viel Wert auf Ordnung, Disziplin und Benehmen. Sein Weltbild gründet sich auf Gott, den Erzbischof und die Hexenjagd. Eine Frau zu heiraten, die genau das Gegenteil von ihm ist, findet er überhaupt nicht gut. Trotzdem fühlt er sich verpflichtet, sowohl gegenüber Lou als auch als Chasseur, da er einen Eid geleistet hat, den er nie vor hat zu brechen.

 

Der Erzbischof, ein Geistlicher, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Hexen zu verbrennen, macht oft frauenfeindliche Bemerkungen, die als Leserin unangenehm auffallen.  Aber genau das macht seinen Charakter aus und lässt das Ganze authentisch wirken.

 

Der Roman besteht aus drei Teilen, in denen die Handlung jeweils eine andere Richtung einschlägt. Oft wird man als Leser*in im Dunkeln gelassen und manchmal kann man nur erahnen, wie das Ganze zusammenhängt. Erst im dritten Teil wird der Schleier des Geheimnisses gelüftet.

 

Mich hat der Roman von der ersten Seite an gefesselt. Shelby Mahurin hat die Magie nochmal ganz neu interpretiert, was ich sehr interessant und spannend fand. Hier ist die Magie wie ein Netz aus goldenen Schnüren, wozu auch der Titel sehr gut passt. Auch hat Magie einen Geruch. Das fand ich eine sehr coole und für mich neue Eigenschaft von Magie.

Auch die Beziehung zwischen Lou und Reid fand ich sehr schön zu lesen. Gerade die Entwicklung der Beziehung war nicht plötzlich, sondern sehr nachvollziehbar.

Ein weiteres sehr schönes Extra war der französische Touch. Ob es französische Namen, Sprich- oder Schimpfwörter waren, es hat dem gesamten Buch eine ganz besondere Atmosphäre verliehen. Auch der Schreibstil von Shelby Mahurin hat mir sehr gut gefallen. Er war leicht zu lesen und sehr ansprechend.

Zudem fehlte es nicht an Humor. An vielen Stellen musste ich lachen und grinsen. Das hat die Lektüre aufgelockert und erleichtert, gerade weil es sehr oft eine bedrückende Stimmung hatte.

Der Autorin gelingt es, den Spannungsbogen durch alle drei Teile aufrechtzuerhalten und man möchte immer mehr über die Magie und die ausgedachte Welt erfahren.

Deshalb fehlte es dem Roman nie an Spannung, auch wenn im Mittelteil die Spannung ein klein wenig nachlässt, da in diesen Momenten die Beziehung und Entwicklung von Reid und Lou im Vordergrund steht und man es einfach genießen kann.

 

Deshalb gebe ich dem Buch 5 von 5 Lesepunkten, da alles authentisch war und es dem Buch an nichts gefehlt hat.

Empfohlene Zitierweise

Hanna Metzger, Rezension von: Shelby Mahurin: Game of Gold. In: LESEPUNKTE 2020, https://www.lesepunkte.de/rezensionen/shelby-mahurin-game-of-gold
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