Peer Martin: Was kann einer schon tun?

Lesepunkte: 5 Punkte
AutorIn: Peer Martin
Titel: Was kann einer schon tun?
Verlag: Oetinger ISBN: 978-3-7891-0867-9
Seiten: 112 Preis: 8,99 Euro
Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Rezensiert von: Nazli Altuntas, 10. Klasse [Kopernikus-Gymnasium Niederkassel; Betreut von Verena Thiesen]

In dem Buch „Was Kann Einer Schon Tun?“ von Peer Martin werden kontroverse Fragen, wie z.B. „Kann man Menschen zwingen, sich zu integrieren?“ unter Einbezug unterschiedlicher Gesichtspunkte, sprich Politik, Ökologie und Gesellschaft thematisiert. Das Buch hat keine klassische Gliederungsstruktur, stattdessen wird es in vier fiktive Gespräche eingeteilt, in denen Peer Martin mit seinem Hund Lola, einer deutschen Jugendlichen, einem jungen somalischen Flüchtling und mit seinem zehnjährigen Sohn, spricht. Er beweist, dass jeder etwas tun kann und findet wichtige Denkanstöße.

Das Cover erweckt sofort Interesse, da ganz viele individuelle Menschen abgebildet sind, die aber alle eine Einheit bilden und trotz der unterschiedlichen Erscheinungsbilder harmonieren. Auch die Gespräche sind sehr interessant und originell, da der Autor nicht um den heißen Brei redet, sondern die Probleme immer auf den Punkt bringt. Außerdem finde ich es erwähnenswert, dass der Autor in der Lage ist, etwas ältere Themen aus einer ganz neuen Perspektive zu beleuchten. Aufgrund dessen bekommt er die Aufmerksamkeit der Leserinnen sowie Leser und regt diese gleichzeitig zum Nachdenken an.

Die Gesprächsanfänge sind leicht zu verstehen und fangen immer mit derselben Fragestellung an „Gibt es einen Weg, all das zu retten?“. Wohingegen die Meinungen, die sich im Laufe der jeweiligen Gespräche ergeben, voneinander unterscheiden, was dem Leser auch zeigt, dass es nicht schlimm ist, eine andere Meinung zu besitzen und dass man sich nicht scheuen sollte, diese zu Wort zu bringen.

Im Allgemeinen hat der Autor einen eher schlichten und an manchen Stellen umgangssprachlichen Schreibstil, was aber die Gespräche authentischer und alltagsüblicher wirken lässt. Zudem baut er zeitweise witzige Sätze ein, was das Lesen angenehmer gestaltet. Das wird außerdem durch lustige und vereinzelt überspitzte Kommentare an den Seitenrändern verstärkt.

Ich habe kaum negative Punkte zu nennen- außer, dass ich persönlich, das letzte Gespräch „Jakob und die Rettung der Welt durch Kartoffeln“ für etwas „kindisch“ und weniger informativ halte, da er an mehreren Stellen von seiner eigentlichen Fragestellung abschweift und sich anderen Sachen widmet.

Im Großen und Ganzen würde ich das Buch jedem, der sich für die oben aufgezählten Themenbereiche Politik, Ökologie und Gesellschaft interessiert und auf Spannung verzichten kann, ans Herz legen.

Empfohlene Zitierweise

Nazli Altuntas, Rezension von: Peer Martin: Was kann einer schon tun?, In: LESEPUNKTE 2017, URL: https://www.lesepunkte.de/rezensionen/peer-martin-was-kann-einer-schon-tun/
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