Melissa Bashardoust: Die Gefangene von Golvahar

Lesepunkte: 4 Punkte
AutorIn: Melissa Bashardoust
Titel: Die Gefangene von Golvahar
Verlag: Thienemann Esslinger ISBN: 978-3-522-20273-2
Seiten: 448 Preis: 19,00€
Altersempfehlung: ab 13 Jahren

Rezensiert von: Marah Nüsser, Q1 [Erzbischöfliche Ursulinenschule, betreut von: Christine Mertes]

Der Roman von Melissa Bashardoust handelt von der tödlichen Prinzessin Soraya, welche versucht, sich selbst zu finden. Sie wühlt die Vergangenheit wieder auf, um den wahren Grund ihres Fluches herauszufinden. Auf der Suche nach der Erklärung und der Lösung ihrer Probleme dringt sie in gefährliche Welten ein, wendet sich gegen ihre Familie und macht Bekanntschaft mit Fabelwesen, die ihr nicht immer gut gesonnen sind.

Zunächst thematisiert der Roman nicht nur eine märchenhafte Liebe, wie man es dem Klappentext entnehmen könnte. Denn in der Geschichte treffen typische Märchen auf orientalische Mythen und Sagen. Dies gibt dem Roman ein neuartiges Flair, sodass er sich von den üblichen Fantasy-Romanen unterscheidet, aber genau deswegen dazugehört.

Der Roman sticht durch die vielfältigen und überzeugenden Charaktere hervor. Man kann sich in die starke Hauptfigur Soraya gut einfühlen, da sie Makel besitzt, und nicht so vollkommen wie die üblichen Prinzessinnen ist. Dadurch wirkt sie menschlich und greifbar. Genau diese „Nicht-Perfektion“ macht sie so anziehend und spannend. Des Weiteren durchläuft sie eine riesige Entwicklung der Selbstfindung von schüchtern zu selbstbewusst und überbringt damit die Nachricht, dass jeder seinen Platz in der Welt hat. Weitere Charaktere wie die dämonischen Diws, das Fabelwesen Simorgh und die feenartigen Frauen „Pariks“ verleihen der Geschichte Dynamik. Leider wurde interessanten Charakteren wie Sorayas Mutter zu wenig Spielraum und Bühne gegeben, wodurch manche Hintergrundfragen der*s Leser*in offenbleiben.

Der Roman greift viele verschiedene sowie aktuelle Themen auf. Zu der Selbstfindung kommen noch gleichgeschlechtliche Liebe und Diversität dazu. Auch Emotionen und Verhalten werden thematisiert. So spielen Vertrauen, Verrat, Rachsucht und Liebe eine große Rolle, welche auch untereinander Zwiespalt auslösen.

Insgesamt werden viele orientalische Begriffe verwendet, sodass man zunächst durcheinanderkommen kann. Dafür helfen die Anmerkungen hinten im Buch, welche die Hintergründe erklären. Es wird aus Sorayas Sicht geschrieben und der Lesefluss wurde allgemein aufrechterhalten. Die Geschichte ist fesselnd und spannend geschrieben. Auch die überraschenden Wendepunkte tragen kräftig dazu bei. Jedoch werden manche Stellen, zu ausführlich ohne Handlung beschrieben, sodass die Geschichte vor sich hinplätschert. Diese gewinnt aber durch verschiedene Spannungen wieder an Fahrt.

Meiner Meinung nach ist dieser Roman empfehlenswert für alle Fantasyliebhaber*innen ab 12 Jahren. Auch sollte man sich nicht von dem kindgerechten Einband beeinflussen lassen. Bei mir hat die Geschichte einen bleibenden Eindruck hinterlassen, da ich mich gut in die Hauptfigur einfühlen konnte und mich teilweise in ihr wiedererkannt habe. Besonders der Bezug zum Orient macht den Roman für mich interessant. Ich halte den Roman positiv in Erinnerung, kann mich aber nach einiger Zeit nur grob an die Handlung erinnern, da sie doch sehr komplex ist. Zusammenfassend ist die Geschichte spannend, aufgrund von wenigen Leerphasen kann ich aber keine volle Punktzahl geben. Daher gebe ich vier Lesepunkte. Ich würde es bevorzugt im Alter von 12-16 lesen.

Empfohlene Zitierweise

Marah Nüsser, Rezension von: Melissa Barhadoust: Die Gefangene von Golvahar. In: LESEPUNKTE 2021, https://www.lesepunkte.de/rezensionen/melissa-bashardoust-die-gefangene-von-golvahar
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