Mary E. Pearson: Der Kuss der Lüge

Lesepunkte: 4 Punkte
AutorIn: Mary E. Pearson
Titel: Der Kuss der Lüge
Verlag: One-Verlag ISBN: 978-3-8466-0092-4
Seiten: 559 Preis: 12,90€
Altersempfehlung: ab 13 Jahren

Rezensiert von: Hanna Metzger, 9. Klasse [Max-Planck-Gymnasium Lahr, betreut von: Aïsha Hellberg]

In dem Roman „Der Kuss der Lüge“ von Mary E. Pearson, aus der Reihe „Die Chroniken der Verbliebenen“, geht es um den Mut, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, auch wenn man dafür alles aufgeben muss.

 

Mary E. Pearson gelingt ein spannender Fantasyroman über Liebe, Freundschaft und Verluste. Man taucht ein in eine ganz neue Welt mit verschiedenen Königreichen, Sagen und Traditionen.

 

Lia, Königstochter von Morrighan, sollte eigentlich heiraten. Doch anstatt die arrangierte Ehe mit einem unbekannten Prinzen aus einem anderen Königreich einzugehen, flieht sie.

Mit ihrer Zofe und Freundin Pauline nimmt sie eine große Reise auf sich, um als normales Mädchen neu anzufangen. In einem kleinen Städtchen heuert sie in einer Taverne an – ihr Einstieg in ein neues Leben. Als zwei Männer die Taverne betreten, fühlt sich Lia direkt zu beiden hingezogen. Aber was sie nicht weiß, einer von ihnen ist ein Attentäter, der sie töten soll. Der andere ist genau der Prinz, mit dem sie eigentlich verheiratet wäre. Ohne es zu wissen, begibt sie sich in große Gefahr. Doch zählt Liebe mehr als die Freiheit? Was hat es auf sich mit der „Gabe“? Existiert sie in Lia? Und wem kann Lia vertrauen?

 

Obwohl Lia eine Prinzessin ist, legt sie keinen Wert auf Höflichkeit, ist frech und macht was sie will. Niemand hat sie unter Kontrolle und genau das macht ihren starken Charakter aus. Ihr Wunsch ist es selbst über ihr Leben bestimmen zu können. Ihre Gefühle werden sehr gut dargestellt und man fühlt mit ihr.

 

Ohne richtige Einleitung wird man direkt in die Handlung hineingeworfen. Am Anfang ist es schwer, in die Handlung einzutauchen, was sich aber schnell legt. Die meiste Zeit erzählt Lia in Ich-Form, ein 17-jähriges Mädchen, das die Traditionen verabscheut und einen starken Willen hat. Doch auch Passagen von den beiden jungen Männern sind miteingebaut. Dabei legt Mary E. Pearson Wert darauf, nicht zu verraten, welcher der beiden der Attentäter und welcher der Prinz ist. Somit bleibt auch der/die Leser*in im Ungewissen und kann miträtseln. Die Identifikation zu Lia wird dadurch gestärkt und man kann eine Bindung zu ihr aufbauen.

Die Sprache ist sehr einfach, aber dennoch sehr detailliert und tiefgründig. Somit lässt sich das Buch einfach und schnell lesen. Der Wechsel der Sichtweise ermöglicht, Eigenschaften und Charakterzüge der einzelnen Charaktere zu entdecken. Durch die detaillierte Beschreibung kann man sich die Welt, in der Lia lebt, richtig gut vorstellen. Außerdem ist eine Landkarte in das Buch integriert, was die Orientierung erleichtert. Denn oft ist die Rede von Orten und so kann man sich alles noch viel besser vorstellen.

Mary E. Pearson hat außerdem alte Sagen, Geschichten und Gedichte mit eingebaut. Hierbei geht es nicht nur um Ausschmückung der Geschichte. Denn diese Ausschnitte sind eng verstrickt mit der Geschichte von Lia. Zuerst scheinen sie unwichtig, aber bald wird klar, dass sie von großer Bedeutung sind.

Das Buch ist sehr spannend, auch wenn die Spannung an manchen Stellen etwas nachlässt. Es wird jedoch nie langweilig, da das Rätsel wer wer ist, erst im letzten Teil aufgelöst wird. Außerdem gibt es im letzten Drittel des Buches einen Wendepunkt, der die Spannung noch erhöht.

 

„Der Kuss der Lüge“ ist ein lesenswerter, spannender und empfehlenswerter Roman für alle Fantasy-Liebhaber mit einer starken, weiblichen Protagonistin.

Ich kann das Buch für jeden empfehlen, der eine Mischung aus Liebe und Fantasy mag.

Ich gebe dem Buch 4 von 5 Punkten, da eine ganz neue glaubwürdige Welt erschaffen wurde. Jedoch lässt die Spannung ab und zu nach und der Einstieg ist nicht leicht.

Empfohlene Zitierweise

Hanna Metzger, Rezension von: Mary E. Pearson: Der Kuss der Lüge. In: LESEPUNKTE 2020, https://www.lesepunkte.de/rezensionen/mary-e-pearson-der-kuss-der-luege
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