M. D. Headly: Magonia

Lesepunkte: 3 Punkte
AutorIn: Maria D. Headly
Titel: Magonia
Verlag: Harper Collins US ISBN: 978-0-06-232053-7
Seiten: 336 Preis: 19,99€
Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Rezensiert von: Emma Schütte, 9. Klasse [Schiller-Gymnasium Hameln, betreut von: Jenifer Pachel]

Seit sie denken kann, leidet die 15-jährige Aza Ray an einer unheilbaren Lungenkrankheit, welche ihr schwer zu schaffen macht. Ein normales Leben ist unmöglich und mit dem Tod musste sie sich schon früh auseinandersetzen. Eines Tages, als Aza im Unterricht sitzt, entdeckt sie ein Schiff in den Wolken. Zuerst schiebt sie es auf eine ihrer Halluzinationen, doch als das Schiff ihren Namen ruft, ist Aza sich sicher – es muss mehr dahinterstecken. Der Einzige, der ihr glaubt, ist ihr bester Freund Jason. Mit ihm verbringt sie jede Sekunde außerhalb der Krankenhäuser und vielleicht ist sie sogar ein bisschen in ihn verknallt. Doch gerade, als Aza sich über ihre Gefühle für Jason klar wird, ereignet sich etwas Sonderbares. In einer Nacht erleidet sie einen schweren Anfall und stirbt. Doch Aza wacht auf, nicht auf der Erde bei ihrer Familie, sondern auf dem geheimnisvollen Schiff mitten im Himmel. Sehr lebendig und in ein zweites Leben gedrängt, hat sie nun vieles zu verarbeiten. Sie kann atmen, ist magisch begabt und scheint im Kampf zwischen ihrer neuen Welt Magonia und der Erde die einzige Hoffnung zu sein.

Im ersten Viertel des Buches steht Azas Krankheit noch sehr im Vordergrund. Erst war ich ein bisschen skeptisch, weil ich Bücher über schwere Krankheiten nicht gerne lese, aber Aza lockert mit ihrem Humor und ihrer Leichtigkeit die Stimmung immer wieder auf.

So gut wie es eben geht, kommt Aza mit ihrer Krankheit klar, sie ist anders und das macht sie sehr sympathisch. Auch Jason ist nicht wie jeder andere Junge, er liebt Mythen, die Zahl Pi und das Internet. Seine und Azas Perspektive wechseln sich zwischen den Kapiteln ab, was auch einen genaueren Einblick in seine Gefühlslage ermöglicht.

Besonders gefällt mir, dass sowohl Aza, als auch Jason sich von der schweren Krankheit nicht den Spaß verderben lassen. Azas Persönlichkeit kreist nicht um die Krankheit und genau das macht diese Geschichte so lebendig.

Obwohl Aza es sich nicht anmerken lässt, wie die Krankheit sie belastet, wird der Wandel ihres Charakters deutlich, als sie nach Magonia kommt. Es ist interessant mit anzusehen, dass sie nun ihre wahre Gestalt angenommen hat und sich dennoch so hilflos wie ein Neugeborenes aufführt.

Neben Azas Gefühlen wird man als Leser*in komplett überwältigt von Magonia.

Ich liebe das Konzept der Welt über den Wolken, mit Gewitterhaien, Herzensvögeln und ganzen Städten am Himmel.

Diese neue Welt hat mich nahezu erschlagen und ich hätte mir an vielen Stellen eine nähere Beschreibung der geheimnisvollen Magie gewünscht. Auch die Personen auf dem Schiff und ihre Beziehungen untereinander sind mir nicht ganz klar geworden. Es wäre auf jeden Fall interessant gewesen, mehr über die Gesellschaft Magonias zu erfahren.

Außer der an manchen Stellen nur wagen Beschreibung, hat mich Magonia wirklich fasziniert. Die Autorin hat eine unglaubliche Welt aus dem Nichts erschaffen und gleichzeitig Azas inneren Konflikt toll dargestellt.

Im letzten Teil des Buches wird genau dieser Konflikt etwas entwirrt und Aza stellt sich der Aufgabe, die laut den Himmelsbewohner*innen für sie bestimmt war. Das Ende hätte ich so nicht voraussehen können, denn immer wieder passieren Dinge, die man sich nur erträumen könnte.

Mein Fazit ist also, dass Magonia ein zauberhaftes Buch mit einem wirklich originellen Weltenaufbau ist. Manchmal hatte ich jedoch Probleme der Handlung zu folgen und mir gewisse Dinge vorzustellen. Und dennoch, die Unvorhersehbarkeit, die Magie und der Wechsel zwischen zwei Welten, machen das Buch zu einer spannenden Reise an der Seite von Jason und Aza.

Ich gebe Magonia 3 von 5 Lesepunkten.

Empfohlene Zitierweise

Emma Schütte, Rezension von: Maria D. Headly: Magonia. In: LESEPUNKTE 2021, https://www.lesepunkte.de/rezensionen/m-d-headly-magonia
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