Kimberly Brubaker Bradley: Gras unter meinen Füßen

Lesepunkte: 5 Punkte
AutorIn: Kimberly Brubaker Bradley
Titel: Gras unter meinen Füßen
Verlag: dtv ISBN: 978-3-423-62823-5
Seiten: 336 Preis: 11€
Altersempfehlung: ab 11 Jahren

Rezensiert von: Selma Melis Tekin, 10. Klasse [Alexander-von-Humboldt-Schule, betreut von Anke Paul]

 

Die Handlung des Buchs „Gras unter meinen Füßen – Das Jahr, als ich leben lernte“ von Kimberly Brubaker Bradley spielt im Jahr 1939 in England. Die neunjährige Ada hat ihr ganzes Leben in einer winzigen Londoner Wohnung verbracht. Von ihrer Mutter, die sie misshandelte und ihr einredete, sie sei geistig behindert und wertlos, wurde sie dort eingesperrt. Als die Evakuierung der Kinder aus der Stadt beginnt, weil die deutschen Bombenangriffe drohen, sieht Ada ihre Chance. Sie flieht mit ihrem kleinen Bruder Jamie aus der Wohnung und wird gemeinsam mit ihm aufs Land gebracht. Dort landet sie bei Susan Smith, einer Frau, die die Kinder nur widerwillig aufnimmt. Susan ist verschlossen, traurig und eigentlich gar nicht bereit für zwei fremde Kinder. Doch Ada, die noch nie draußen war, noch nie Gras unter ihren Füßen gespürt hat, beginnt zum ersten Mal in ihrem Leben zu vertrauen und zu lernen, was es heißt, geliebt zu werden.

Die Protagonistin

Ada ist wütend, verletzt, misstrauisch und gleichzeitig so mutig und klug, dass man sie ab der ersten Seite ins Herz schließt. Ihr Klumpfuß, den ihre Mutter als Beweis für ihre angebliche Behinderung nutzt, wird zum Symbol für alles, was man überwinden kann, wenn man endlich jemanden hat, der an einen glaubt.

Das Thema

Der Zweite Weltkrieg ist die Kulisse, aber nie das eigentliche Thema. Es geht um

Trauma, Heilung, Familie und darum, was es bedeutet, zum ersten Mal sicher zu sein.

Meine Kritik

Meine einzigen Kritikpunkte wären zum einen der, dass das Buch zwar für Leserinnen und Leser ab 11 Jahren gedacht ist, dafür aber ziemlich hart beginnt, zum Beispiel mit unschönen Themen wie Adas Misshandlung. Gerade sensiblere Jugendliche bräuchten da etwas mehr Begleitung. Außerdem ist zu bemängeln, dass der deutsche Titel „Gras unter meinen Füßen“ zwar schön und poetisch ist, aber der englische Originaltitel „The war that saved my life“ viel besser den Kern der Geschichte trifft.

Mein Fazit

„Gras unter meinen Füßen“ ist ein einfühlsames Meisterwerk, das einen völlig in den Bann zieht. Es steckt voller Wut und Trauer und enthält dennoch so viel Hoffnung und Wärme, dass einem am Ende die Tränen kommen und man trotzdem irgendwie lächelt. Ich finde, es ist zu Recht für den deutschen Jugendliteraturpreis 2025 nominiert worden.

Daher gebe ich dem Buch 5 von 5 LESEPUNKTE.

Empfohlene Zitierweise

Rezension von: Selma Melis Tekin: Kimberly Brubaker Bradley "Gras unter meinen Füßen". In Lesepunkte 2026, https://www.lesepunkte.de/rezensionen/kimberly-brubaker-bradley-gras-unter-meinen-fuessen/
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