Linda Rottler: Die Stadt der gläsernen Träume

Lesepunkte: 5 Punkte
AutorIn: Linda Rottler
Titel: Die Stadt der gläsernen Träume
Verlag: dtv ISBN: 978-3-423-71868-4
Seiten: 352 Preis: 10,95€
Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Rezensiert von: Lenja Schröter [Wilhelm-Raabe-Schule Hannover, betreut von: Heiko Eichenberg]

In dem Buch geht es um die 18- jährige Nevya.

Für sie sind ihre Träume so real wie das echte Leben, teilweise sogar so real, dass sie sich darin verliert. Nevya hat in ihrem Traumland Freunde, sie ist beliebt und sehr oft glücklich; glücklicher, als im echten Leben.

 

Nevya ist „die Königin der Traumbilder“: Sie kontrolliert alles, was in ihrem Traum geschieht, sie entscheidet, wann sie aufwacht; sie ist unverwundbar. Sie lebt eigentlich nur noch in ihrer Traumwelt; ihr echtes Leben, ihre Eltern und auch ihre wenigen Freunde hat sie aus den Augen verloren. Bis ihre Träume auf mysteriöse Weise verschwinden. Sie kontrolliert in ihrer Traumwelt keine einzige Sache mehr.

Nachdem ihr auch die Ärzte im Schlaf-Medizinischen Zentrum versichern, dass sie nicht wissen, wieso Nevya nicht mehr träumt, muss sie sich ihrem echten Leben stellen und findet schnell heraus, dass dies nicht so einfach ist, wie sie anfangs dachte. In die Schule zu gehen, kann sich Nevya jetzt noch weniger vorstellen, als sonst. Sie fehlt dort fast jeden Tag, da sie so an ihrer Traumwelt festhält.

Nach einem weiteren Tag, an dem Nevya nicht in der Schule war, klingelt ihr Klassenkamerad Ryan bei ihr und bringt ihr die Hausaufgaben vorbei. Sie merkt: Ryan ist anders. Er hat etwas an sich, das sie unglaublich interessant findet. Ihrer Beziehung kann Nevya aber keinen Namen geben, es fällt ihr nämlich unheimlich schwer, diesen realen Menschen mit unkontrollierbaren Gefühlen zu vertrauen. Ist sie mit Ryan befreundet? (Oder sind sie doch mehr?) Oder... Oder ist er einfach nur ein unscheinbarer Klassenkamerad für sie? Auf jeden Fall verliert sie sich des Öfteren in seinen algengrünen Augen...

 

Zu Beginn des Buches begibt sich Nevya in das „Spectrum“, eine Bar in dem Stadtteil Brigestia der Stadt Great Shell. Dort lernt sie die zwielichtigen Gestalten Zed, Cee und Declan kennen. Während Zed und Cee eher abweisend wirken, nimmt Declan sie freundlich in den Traumhandel auf: Nevya soll zusammen mit den Dreien Sphären (gefüllt mit Traumnebel, der einst Menschen mit Träumen aus dem Kopf gesogen wurde, ohne, dass sie es merkten) verkaufen - an Leute, die ebenso traumlos sind wie Nevya selbst. In der Hoffnung, ihre eigenen Träume zurück zu erlangen, willigt sie ein. Sie hat jedoch ein leicht mulmiges Gefühl dabei.

 

Ich finde das Buch sehr gelungen und spannend. In den Anfang wird man sozusagen etwas unwissend hineingezogen, man versteht erst gar nicht, was passiert. Nach den ersten Seiten war ich aber von der Geschichte begeistert und hatte den Drang, weiterzulesen. Das Buch ist sehr einfach geschrieben, es ist also verständlich für jeden. Es wird als Er-/Sie-Erzähler erzählt; das Erzählverhalten ist auktorial.

Das Cover ist schön gestaltet: man sieht eine Frau auf einer Sphäre über einer Reihe von Hochhäusern und um die Frau herum ist Traumnebel. Auf der Innenseite des Buches findet man auch eine Karte von „Great Shell“, der Stadt, in der sich alles abspielt.

Das Buch hat mich so gefesselt und an manchen Stellen auch emotional berührt und aufgebracht, dass ich mich riesig über eine Fortsetzung freuen würde!

Diese ist aber vorerst eher unwahrscheinlich, da das Buch erst im Herbst 2020 erschienen ist.

 

Ich gebe dem Buch von Linda Rottler 5/5 Sternen und würde es auf jeden Fall weiterempfehlen!

Empfohlene Zitierweise

Lenja Schröter, Rezension von: Linda Rottler: Die Stadt der gläsernen Träume. In: LESEPUNKTE 2020, https://www.lesepunkte.de/rezensionen/linda-rottler-die-stadt-der-glaesernen-traeume
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