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Brillantfeuerwerk 

Haus der Kunst, München, 10. September 2008 bis 11. Januar 2009 

gesehen von Philipp Graf, 13. Klasse 

Wittelsbacher-Gymnasium München 

 

In der Ausstellung "Brillantfeuerwerk" im Haus der Kunst findet man einen Querschnitt durch die Kunstgeschichte mit Schwerpunkt auf neuzeitlicher Kunst. Alle Arbeiten stammen aus Sammlungen von Münchner Firmen, die ihre Werke zum 850-jährigen Jubiläum der Stadt zur Verfügung gestellt haben. Unter den Firmen finden sich die Münchner Rück, die Allianz oder BMW. Viele große Namen also, was auch für die der Künstler gilt. Von Baselitz bis zu Gerhard Richter, aber auch bekannte Namen aus der Grafik und Plastik sind vertreten. BMW stellte sogar einen Rennwagen zur Verfügung, der von einer Künstlerin gestaltet wurde. Das klingt jetzt besser, als es wirklich ist. Es ist nämlich eher das feste Design des Wagens als die Schrift und Lackierung des Autos, die von Jenny Holzer gestaltet wurden, das überzeugt. 


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Auch die großformatigen Drucke von Warhol gefallen uns nicht. Sie wirken zu sehr abgegriffen und zu wenig originell. Als Münchner könnte man sich aber geschmeichelt fühlen, wenn man sich zwischen Frauenkirche und Bierkrug in den typischen bunten Warhol-Farben wiederfindet. Ansonsten ist die Ausstellung fast durchgehend empfehlenswert, was nicht zuletzt ein paar unbekannten Künstlern zu verdanken ist.

Ganz im Trend findet man viel Fotografie, wie beispielsweise eine Fotografie aus Afghanistan eines MAGNUM-Fotografen. In gewohnter Qualität verbindet er Bildaufbau, Farbmanagement und eine kritische Sicht auf den Krieg im Mittleren Osten. Eine gute Ergänzung, die im Gegensatz zu den anderen gezeigten Fotografien steht, die jede für sich interessant sind. 

Auch ganz im Trend liegt Anselm Kiefer, der erst in den letzten Tagen den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels bekommen hat. Ein großformatiges Bild, das in letzter Zeit oft kritisiert wurde, ist hier zu sehen: Ein Selbstporträt von Kiefer, den Hitlergruss ausführend. Er entlarvt es als Geste eines Mannes, der so gar nicht in das Bild eines Nationalsozialisten passen will. Eine genauere Reflexion ist nicht möglich; zu viel kann man reininterpretieren, was ja auch sehr gerne gemacht wird, und wir nehmen uns hier nicht aus! Technisch gesehen ist das Bild auf jeden Fall sehenswert. 

Leider im Gegensatz zu Richters Landschaftsbild. Es zeigt deutliche kleine Risse. Es stammt aus der Sammlung der Hypovereinsbank und war schon letztes Jahr in deren Hauptsitz in München ausgestellt. Das schmälert aber, Gott sei es gedankt, kaum die Bildwirkung. In gewohnter Charakteristik sehen wir das unscharfe Bild einer Landschaft, das bei genauerer Betrachtung genau ausgewählt wurde. Sehr gefällig zwar, vielleicht sogar etwas seicht, aber auf jeden Fall interessanter als die alten Barockschinken, die in diesem Zusammenhang nicht interessieren können und etwas deplatziert wirken. 

Sehr sehenswert ist dagegen die kleine Grafikausstellung. Sie umfasst 10 Blätter aus einem Werkzyklus von Max Klinger. Technisch gekonnt, zeigt er Szenen, die zwar nur knapp am Kitsch vorbeikommen, aber für mich doch zu dem Besten gehören, was in der Sammlung zu sehen ist.

Nebenbei finden sich auch noch Vertreter aus der Video- und Audiokunst. Auch unter "Nebenbei" läuft ein Bilderzyklus, auf dem nur Feuerlöscher abgebildet sind. Wie viele genau, kann ich gar nicht sagen, denn sie sind zu unscheinbar und genau an die Stellen gehängt, wo auch sonst Feuerlöscher hängen: In den unscheinbarsten Ecken. Und dort wären echte Feuerlöscher sogar noch ansehnlicher gewesen. 

Das Bild von Baselitz dagegen hat einen besseren Platz erwischt, was ihm zweifelsohne zusteht. Das Bild eines Buchenwaldes, wie immer, auf dem Kopf gemalt (was nicht unumstritten ist innerhalb des Kurses!), überzeugt allein schon durch das technische Können. 

Sehr gelungen ist die Ergänzung der Ausstellung durch Texte von Karl Valentin. Auch wenn der Zusammenhang nicht immer ersichtlich ist. Als Münchner muss man es mögen! Alles in allem, eine sehr sehenswerte Ausstellung, die allerdings auch einiges Schlechte beinhaltet. Dass Professor Förg diese Ausstellung samt Kurator "ärgerlich" findet (in Monopol 12/08), kann eigentlich nur daran liegen, dass er selbst nicht darin vertreten ist. 

(Betreut von Christoph Hessel) 

 

 

Empfohlene Zitierweise

„Brillantfeuerwerk“, Haus der Kunst, München, 10. September 2008 bis 11. Januar 2009, gesehen von Philipp Graf. lesepunkte 3 (2008), Nr. 6, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/6700/

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Erstellt: 17.12.2008

Zuletzt geändert: 17.12.2008

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