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Andreas Gursky - Retrospektive
Haus der Kunst, München, 17. Februar bis 13. Mai 2007
gesehen von Timo Baier, 11. Klasse
Wittelsbacher Gymnasium München
Die Ausstellung, die vom 17. Februar bis zum 13. Mai diesen Jahres im Haus der Kunst zu sehen ist, wird auch "Werkschau" genannt und ist die erste Präsentation der Werke des Düsseldorfer Becher-Schülers in Deutschland seit neun Jahren. Sie umfasst über fünfzig Werke, darunter frühere, wie "Paris, Montparnasse", sowie jene, die nach der bedeutenden Ausstellung im MoMA in New York 2001 entstanden sind.
Die insgesamt recht unterschiedlichen, jedoch stets themenorientierten Motive - verschiedene Aufnahmen derselben Situation, beispielsweise die Serie über den Ferrarirennstall - haben alle zwei Gemeinsamkeiten: Zum einen das große Format, zum anderen die Rolle, die die Distanz des Betrachters zum Bild spielt. Bewegt man sich in normalem Abstand zum Bild durch den Ausstellungsraum, so wirkt das Motiv oft abstrakt in seiner Farbigkeit und Form, doch trotzdem real. Bei näherer Betrachtung hingegen fällt der eigentlich nicht einnehmbare Standpunkt des Fotografen auf; es fehlt in gewisser Weise die Perspektive. Auch ist kein direkter Blickwinkel auf die fotografierten Objekte feststellbar. Genau durch dieses Phänomen scheint es dem Betrachter möglich, den Blickwinkel auf das abgebildete Objekt selbst zu wählen, indem er das Foto in einem anderen Blickwinkel betrachtet. Es fehlt die räumliche Distanz zwischen dem Objekt und der fotografierenden Kamera.Andreas Gursky selbst kommentiert seine Werke folgendermaßen: "Wirklichkeit ist überhaupt nur darzustellen, indem man sie konstruiert." Und in der Tat wirken seine Werke zwar real, aber dennoch irgendwie fremd und irritierend, eben konstruiert. Auf diese Weise geht von den Werken eine unbeschreibliche Faszination aus: Die Motive scheinen vertraut, beinahe alltäglich, und sind doch "Fiktionen auf der Grundlage von Fakten, Konstruktionen von Authentizität im Gewand des Dokuments." (www.hausderkunst.de)
Insgesamt ist die Ausstellung also nicht nur für Freunde der Fotografie ein Muss, sondern für jeden absolut sehenswert, allein schon auf Grund von Gurskys brillanter Technik. Die allgemeine Begeisterung zeigt sich auch deutlich in den Besucherzahlen: Die Masse drängt sich nicht nur auf seinen Bildern, sondern auch davor.
(Betreut von Christoph Hessel)
Empfohlene Zitierweise
Andreas Gursky - Retrospektive. Ausstellungsbesprechung, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/5003/
Bitte setzen Sie beim Zitieren dieses Beitrags hinter der URL-Angabe in runden Klammern das Datum Ihres letzten Besuchs dieser Online-Adresse.
Erstellt: 18.04.2007
Zuletzt geändert: 18.04.2007
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