Duechting

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Hajo Düchting: Wie erkenne ich? Die Kunst des Bauhaus, Stuttgart: Belser Verlag 2009 (2. überarb. Auflage), 128 Seiten, ISBN: 978-3-7630-2545-9, EUR 12,95. 

 

gelesen von Eva Beuter, 11. Klasse
Ohm-Gymnasium, Erlangen

 

lesepunkte: ●●●○○ 

 


Vor über 90 Jahren (1919) wurde in Weimar das Bauhaus gegründet, die bedeutendste Kunstschule des 20. Jahrhunderts. Noch heute sieht man bekannte Design-Klassiker, wie die Wagenfeld-Leuchte oder den Barcelona-Sessel von Mies van der Rohe. Auch der Gründer, der Architekt Walter Gropius, ist nicht nur vielen Kunstinteressierten bekannt. Er prägte das Bauhaus mit der „Freiheit der Individualität“ und modernen Ideen. Am 20. Juli 1933 wurde aufgrund der Behinderungen durch die Gestapo beschlossen, das Bauhaus aufzulösen. Gerade dies führte dazu, dass die Ideale des Bauhauses in der ganzen Welt verbreitet wurden.

Das Buch ist insgesamt sehr gut aufgebaut. Schon der Lese-Leitfaden am Anfang bietet einen guten Überblick über die Kapitel und die Besonderheiten. Es gibt fünf Kapitel. Sie werden mit einem kurzen Text und einem Bild als Leseanreiz eingeleitet. Außer der Einführung und dem Anhang findet man Kapitel über Malerei, Skulptur und angewandte Kunst und Architektur. Die „Info“-Kästchen und die Kästchen „Wie erkenne Ich?“, „Auf einen Blick“ und die „Zeittafeln“ tragen zu einer guten Veranschaulichung bei, genauso wie die vielen farbigen Bilder. 

Jedoch können auch diese Besonderheiten nicht immer helfen den Inhalt des Buches zu verstehen. Der Autor verwendet viele künstlerische Fachbegriffe, die für „Anfänger“ schwer zu verstehen sind und teilweise gewisse Vorkenntnisse erfordern. Es fällt dem Leser schwer den Text zu verstehen, wenn von „Expressionismus“ erzählt wird, man aber nicht sicher weiß, was dies bedeutet. Die „Wie erkenne ich?“-Kästchen sind interessant, jedoch manchmal auch nicht ganz verständlich erklärt. Wenn zum Beispiel von Kuben die Rede ist, aber nicht genau gezeigt wird, wo sie sich befinden.  

Das Buch bietet nicht immer Spannung und Unterhaltung. Man kann das aber nicht von einem Sachbuch erwarten. Außerdem werden viele Fakten vielleicht zu detailreich dargestellt. Für Leser, die schon einmal etwas vom Bauhaus gehört haben, mag dies gut sein, jedoch ist es für „Bauhaus-Neulinge“ schwer, gleich eine solche Fülle an Fakten aufzunehmen. 

Gut gefallen haben mir der Aufbau des Buches und die vielen Bilder. Die „Auf einen Blick“-Kästchen fassen Wichtiges gut zusammen und lassen einen wieder in das Thema hineinfinden. Als sehr schöne Besonderheit empfinde ich die Reisetipps am Ende zu den wichtigsten Bauhausgebäuden in Deutschland. Nachdem man dieses Buch gelesen hat, bekommt man Lust darauf, sich eines dieser berühmten Häuser in der Realität anzuschauen. Hajo Düchting hat es geschafft, seinen Lesern die Kunst des Bauhauses näherzubringen und im Ganzen auch zu verstehen. 

Gewünscht hätte ich mir mehr Meinungen von Zeitzeugen über das Bauhaus. Erlebnisberichte hätten die Geschichte des Bauhauses noch besser verständlich und vielleicht sogar spannender gemacht. Die Informationen über die Bauhauslehrer sind hierfür schon ein guter Anfang.

Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass dieses Buch recht interessant ist. Für Schüler ist es jedoch stellenweise schwer zu verstehen und anstrengend zu lesen. Doch ich denke, für jeden Kunstinteressierten, der ein gewisses Grundwissen mitbringt, bietet es eine ergiebige Informationsquelle. Möchte man nur einen groben Überblick über das Bauhaus bekommen, sollte man sich jedoch anderweitig informieren, z.B. durch das Internet. In Anbetracht der Vorteile und Nachteile vergebe ich 3 von 5 Lesepunkten. 

(Betreut von Franz-Josef Üffing) 

 

 

Empfohlene Zitierweise

Hajo Düchting: Wie erkenne ich? Die Kunst des Bauhaus, Stuttgart: Belser Verlag 2009 (2. überarb. Auflage), 128 Seiten, ISBN: 978-3-7630-2545-9, EUR 12,95, gelesen von Eva Beuter. lesepunkte 5 (2010), Nr. 2, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/7661/

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Erstellt: 19.05.2010

Zuletzt geändert: 19.05.2010