Novelli

  / lesepunkte.de / Ausgabe

Luca Novelli: Darwin und die wahre Geschichte der Dinosaurier (Arena Bibliothek des Wissens), Würzburg: Arena-Verlag 2005, 112 Seiten, ISBN 978-3-401-05742-2, EUR 7,95. 

 

gelesen von Deborah Delesen und Theresa Heks,10. Klasse
Werner-Jaeger-Gymnasium, Nettetal

 

lesepunkte: ●●●●●

 


In dem Buch „Darwin und die wahre Geschichte der Dinosaurier“ geht es nicht nur um die Evolutionstheorie, die Charles Robert Darwin in den 1830er Jahren entwickelte. Das gesamte Leben des Charles Darwin wird in diesem von Luca Novelli (aus dem Italienischen übersetzt von Anne Braun) geschriebenen Buch dargestellt. Das Buch hat insgesamt 18 Kapitel über verschiedene Lebensabschnitte, angefangen mit dem noch jungen Darwin.

„Darwin und die wahre Geschichte der Dinosaurier“ ist stellenweise so geschrieben, als hätte es der längst verstorbene Charles Darwin selber geschrieben. So eine Art des Schreibens nennt man Ich-Erzählung. Der Ich-Erzähler Charles Darwin beginnt anfangs mit einer Beschreibung seiner eigenen Person und der einiger Verwandten, die sein Leben prägten. Dazu gehörten natürlich sein Vater Robert Warring Darwin, welcher zu dieser Zeit ein angesehener Arzt war, und sein Großvater Erasmus Darwin, den Charles Darwin leider nie persönlich kennen lernen konnte, da er sieben Jahre vor Charles' Geburt starb. Doch wie konnte der schon vor seiner Geburt verstorbene Großvater Charles' Leben prägen? Ganz einfach: In dem Haus, in dem Charles, sein Vater Robert und seine Geschwister wohnten, gab es noch viele verschiedene Bücher und Gegenstände von Erasmus. Erasmus Darwin war ein genialer Erfinder seiner Zeit und befasste sich auch mit der Naturwissenschaft. Und er war es auch, der eines der ersten Bücher über die Evolution, d.h. die Entwicklung des Lebens, geschrieben hat. Und genau dieses Thema wurde später in Charles Darwins' Leben zum Dreh- und Angelpunkt seiner Arbeit. 

Charles Darwins frühe Jahre verlaufen folgendermaßen: Charles ist nicht sehr interessiert an der Schule. Er ist ein naturliebender Mensch und verbringt so viel Zeit wie möglich in der freien Natur. Doch dies findet sein Vater Robert nicht angemessen. Er will, dass sein Sohn später auch ein berühmter Arzt oder wenigstens ein Geistlicher wird. An der Universität in Cambridge wird Charles' Leidenschaft für die Natur zum ersten Mal gewürdigt. Der Professor John Stevens Henslow ist begeistert von dem jungen Forscher, und er ist es auch, der Charles Darwin das Konservieren von Pflanzen und Insekten beibringt, sowie das Ausstopfen von Tieren. Im Jahr 1831 macht Henslow Darwin, welcher gerade seine Abschlussprüfung bestanden hat, ein nicht abzuschlagendes Angebot: Er bietet ihm an, eine fünfjährige Reise mit ihm und ausgewählten Expeditionsbeteiligten anzutreten. Dieses seriöse Angebot erfreut Charles zutiefst und er tritt die Forschungsreise als Vertreter der Universität Cambridge an. 

Am 27. Dezember 1831 beginnt die Reise mit der Beagle in fremde Länder für Charles Darwin  (Die Beagle ist das Schiff, mit dem Charles Darwin und die Crew in See stachen). Das erste Ziel der Truppe ist St. Jago, eine Stadt auf den Kapverden vor der afrikanischen Westküste. Nach zweimonatiger Überfahrt befinden sie sich dann am 28. Februar 1832 auf dem amerikanischen Kontinent. Am 5. Juli geht es weiter in den Süden nach Rio De La Plata bis hinunter nach Buenos Aires. Nach anstrengenden Fahrten kommen sie langsam in die Nähe der Antarktis, machen aber halt in Feuerland. In all diesen Ländern und Städten macht Darwin unglaubliche Entdeckungen und Erfahrungen, die er in Tagebüchern festhält.

Doch damit ist die lange Expedition noch nicht zu Ende. Auf der Fahrt durch den Pazifik besichtigt er Peru und Chile. Am 15. September 1835 gelangt er zu den Galapagos-Inseln und entdeckt die Vielfalt der Pflanzen und der Tiere. Nach einem kurzen Aufenthalt auf Tahiti geht es weiter nach Neuseeland. Nach Australien segeln sie schließlich am 12. Januar 1836. Dort verbleiben sie aber auch nicht lange, denn dann geht es weiter durch den Indischen Ozean vorbei an Mauritius und Madagaskar. Sie umsegeln das Kap der guten Hoffnung und damit die Südspitze Afrikas, die Insel Sankt Helena und, nach einem weiteren Kurzaufenthalt auf Bahia, nehmen sie wieder Kurs auf England. 

Diese Reise war ein sehr wichtiges und prägendes Erlebnis für Darwin. In England erwarteten ihn nun schon etliche Fossilien und ausgestopfte Tierarten, die er in den vergangenen fünf Jahren während seiner Aufenthalte in den verschiedensten Ländern nach England versendet hatte. In den darauffolgenden Jahren wurde Darwin ein berühmter und verehrter Mann. Nach der Hochzeit mit seiner Kusine Emma Wedgwood am 29. Januar 1839 bekamen sie wenige Monate darauf ihr erstes Kind. Woraufhin noch 9 weitere Kinder in den späteren Jahren folgten. In demselben Jahr erschien sein erstes Buch, welches die Reise auf der Beagle beschrieb und die Dinge, die er in dieser Zeit in den Ländern und Meeren der Erde erleben konnte. 

Von seiner Evolutionstheorie war er nun felsenfest überzeugt und trat damit nun auch an die Öffentlichkeit. Seine Theorie wurde nicht überall gut geheißen. Er bekam gute Freunde, aber auch gefährliche Feinde. 1871 veröffentlichte er sein nächstes Buch „Die Abstammung des Menschen“. Daraufhin folgten lächerliche und Darwins Ansehen in den Schmutz ziehende Artikel und Karikaturen über ihn in den Zeitungen. 

In der späteren Zeit fand Darwin immer mehr Anhänger, die derselben Meinung und Ansicht waren wie er. Doch Charles Darwin wusste, dass er nicht mehr lange auf dieser Welt weilen würde, denn er litt immer häufiger an Fieberanfällen, die auf seiner Reise mit der Beagle erstmals aufgetreten waren. Aber er war nicht bestürzt darüber. Nein, denn er wusste, was er in seinem Leben erreicht hatte, und er wusste ebenso, dass er die Menschheit damit einen großen Schritt in der Wissenschaft weitergebracht hatte. 

Charles Robert Darwin starb am 19. April 1882 in seinem Landhaus in Down nach mehreren Monaten, in denen er mit seiner schweren Krankheit gekämpft hatte. Sein Leichnam wurde in der Westminster Abbey in London beigesetzt, wo schon viele große und noble Persönlichkeiten der Geschichte ruhten. 

Wir halten dieses Buch für ein gelungenes Werk, da es sich bemüht, die wahre Geschichte zu zeigen, und alle wichtigen Themen und wissenschaftlichen Ansichten angemessen beschreibt. Das Beste an diesem Buch ist jedoch die Art, wie es geschrieben wurde. Man könnte denken, dass das Thema „Evolutionstheorie“ nichts für Kinder oder Jugendliche ist, doch wer sich näher mit dem Buch „Darwin und die wahre Geschichte der Dinosaurier“ beschäftigt, merkt, dass gerade dieses Buch genau für Kinder und Jugendliche geschaffen ist. Die Ausdrucksweise ist nicht zu schwer und trotzdem markant. Und auch die vielen verschiedenen Bilder in diesem Buch machen das Ganze noch schmackhafter für jüngere Leser. Doch das soll nicht heißen, dass dieses Buch nur für die jüngere Generation gemacht ist, dieses Buch ist einladend für alle Generationen: Ob jung, ob alt, dieses Buch ist für jedermann. Es ist einfach zu verstehen und auch leicht zu lesen. Wir meinen, es ist ein Buch für die ganze Familie. Zwischen den einzelnen Kapiteln gibt es jeweils immer eine Seite mit Erklärungen zu historischen Begriffen und Einzelheiten über die verschiedensten Arten der Dinosaurier, da das Buch ja auch „Die wahre Geschichte der Dinosaurier“ erzählen will. 

Was uns noch sehr angesprochen hat bei diesem Buch, ist die Tatsache, dass man hinten auf den letzten Seiten Erklärungen zu den naturwissenschaftlichen, historischen und auch zeitgenössischen Wörtern finden kann, welche in diesem Buch benutzt werden. Zu diesem Buch können wir einfach nur sagen, dass es ein angemessenes Resultat einer genialen Idee ist: raffiniert, durchdacht, verspielt, historisch und trotzdem einfach und verständlich dargestellt. Wir empfehlen dieses Buch natürlich weiter, da man so sein Allgemeinwissen stark erweitern kann und auch die wahren Hintergründe der Evolutionstheorie kennen lernt.

(Betreut von Thorsten Maaßen) 

 

 

Empfohlene Zitierweise

Luca Novelli: Darwin und die wahre Geschichte der Dinosaurier (Arena Bibliothek des Wissens), Würzburg: Arena-Verlag 2005, 112 Seiten, ISBN 978-3-401-05742-2, EUR 7,95, gelesen von Deborah Delesen und Theresa Heks. lesepunkte 5 (2010), Nr. 1, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/7471/

Bitte setzen Sie beim Zitieren dieses Beitrags hinter der URL-Angabe in runden Klammern das Datum Ihres letzten Besuchs dieser Online-Adresse.



Erstellt: 24.02.2010

Zuletzt geändert: 24.02.2010


Bookmark and Share