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Mary Hoffman: Die Farben des Teufels, München: cbt 2009, 352 Seiten, ISBN 978-3-570-30516-4, EUR 7,95.
gelesen von Helena Betz, 8. Klasse
Liebfrauenschule Köln
lesepunkte: ●●●●○

Umbrien, 1316: Fälschlich des Mordes am Ehemann seiner heimlichen Angebeteten beschuldigt, flieht der junge Adlige Silvano da Montacuto in ein Kloster der Franziskanermönche in Giardinetto. Bis der wahre Mörder gefasst ist, soll er, als Novize der Franziskaner getarnt, die Herstellung von Farben lernen, auf die das Kloster spezialisiert ist. Doch bald geschehen weitere Verbrechen in seiner Zuflucht, das Kloster wird zum Schauplatz einer Serie grausamer Morde.
Zuerst stirbt ein reicher Wollhändler namens Ser Umbaldo durch seinen eigenen Dolch. Es gibt niemanden, der beweisen kann, dass Silvano nicht der Mörder ist, denn zum Zeitpunkt des Mordes war er nicht im Dormitorium bei den anderen Novizen, wie es angeordnet war, noch dazu wurde auch der Mann, an dessen Mord er zuerst beschuldigt wurde, mit einem Dolch erstochen, und Silvano fällt abermals in Ungnade bei seinen Mitbrüdern. Doch als zwei weitere Männer getötet werden, beide Mönche, beide auf verschiedene Weise, sind sich der Ordensgeneral und der Oberer einig, dass der Teufel von einem der Brüder Besitz ergriffen haben muss.
Zusammen mit Chiara, der jungen Novizin wider Willen, aus dem nahen Kloster der Armen Klarissen, deren Familie nicht die Mittel hatte, ihr eine Mitgift zur Ehe zu finanzieren, versucht Silvano, die Morde aufzudecken. Sie lüften düstere Geheimnisse um die Mönche und um die Farben, die des Teufels Werk sein müssen.
Im hinteren Teil des Buches finden sich zur Übersicht eine Landkarte von Italien mit der Region Umbrien, in der die handelnden Personen leben, ein ausführliches Personenverzeichnis und geschichtliche Anmerkungen der Autorin.
In ihrem Roman erzählt Mary Hoffman die Geschichte einer haarsträubenden Verfolgungsjagd im Italien des Mittelalters auf sehr spannende Weise. Sie nimmt die Perspektive des Beobachters ein, jedoch erfährt man von der Handlung nur soviel, wie die Ermittler und ihre Freunde erfahren. Dadurch wird ein Großteil der immer gegenwärtigen Spannung erzeugt, denn man erlebt die Morde zusammen mit den Helden des Romans und kommt gemeinsam mit ihnen dem Mörder auf die Spur. Man fühlt also die jeweilige Situation mit Silvano und seinen Freunden mit; Mary Hoffman schafft es, dass der Leser sich so fühlt, als wäre er selbst in der Geschichte „live“ dabei.
Der Bezug des Titels, „Die Farben des Teufels“ zur Romanhandlung war mir selbst dann nicht klar, als ich das Buch zu Ende gelesen hatte, doch mir gefiel es, dass es eine Geschichte zum Thema hat, die es Wert ist, darüber zu diskutieren.
Zum Schluss möchte ich als Kritikpunkt bemerken, dass leider der Einfluss des Glaubens der Menschen an den Teufel im Mittelalter sowie der Aberglaube, der in dieser Epoche weit verbreitet war, nicht gut herausgearbeitet wurden.
Außerdem ist mir ein weiterer Recherchefehler aufgefallen: Im Buch ist stets die Rede von einem „Abt der Franziskanermöche“, richtig müsste es bei den Franziskanern jedoch „Oberer“ heißen.
Ich gebe dem Buch vier von fünf möglichen Punkten.
(Betreut von Karin Kasprowicz)
Empfohlene Zitierweise
Mary Hoffman: Die Farben des Teufels, München: cbt 2009, 352 Seiten, ISBN 978-3-570-30516-4, EUR 7,95, gelesen von Helena Betz. lesepunkte 5 (2010), Nr. 1, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/7469/
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Erstellt: 24.02.2010
Zuletzt geändert: 24.02.2010



