Seidel

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Max Seidel: Der Isenheimer Altar von Mathis Grünewald, Stuttgart: Belser Verlag 2008 (2. unveränd. Auflage), 124 Seiten, ISBN 978-3-7630-2515-2, EUR 14,95.

 

gelesen von Ottonie von Schweinitz, 12. Klasse
Wilhelmsgymnasium, München

 

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Das von Max Seidel herausgegebene Buch „Der Isenheimer Altar von Mathis Grünewald“ ist eine Abhandlung über den Altar des Antoniterklosters in Isenheim, der heute im Musée d’Unterlinden in Colmar steht. Dieser Altar ist ein sogenannter Wandelaltar, der drei Schauseiten hat, die nach Ablauf des Kirchenjahres auf- und zugeklappt werden.

Die ersten drei Kapitel des Buches, welche von Heinrich Geissler verfasst wurden, thematisieren die Entstehungsgeschichte des Isenheimer Altars, die von Grünewald gemalten Altarflügel und die vom Bildhauer Niclas Hagenauer geschnitzte Zierarchitektur des Altarschreins. Von dem Altarschrein ist nur noch eine Rekonstruktion vorhanden, da er in der französischen Revolution zerstört wurde. Die Kapitel beschäftigen sich auch mit dem Leben und dem Umfeld der beiden Künstler Mathis Grünewald und Niclas Hagenauer. Das vierte Kapitel, welches von Bernhard Saran geschrieben wurde, beinhaltet sehr ausführliche Informationen über die Konstruktion des Isenheimer Altars und die Altarmotive. Außerdem vergleicht er Grünewalds Altarmalerei mit dem Stil anderer Künstler seiner Zeit, wie Raffael und Dürer. Die Aussagen werden hierbei durch Umzeichnungen der Gemälde verdeutlicht. Das fünfte Kapitel von Joseph Harnest beschäftigt sich mit der perspektivischen Malerei Grünewalds im Altargemälde. Im sechsten Kapitel von Adalbert Mischlewski wird der Antoniterorden thematisiert, für dessen Abteikirche der Isenheimer Altar geschaffen wurde. 

Das Buch enthält vom Herausgeber lebendig fotografierte Abbildungen aller Altargemälde. Zum einen ist das Altargemälde im geschlossenen, im halb aufgeklappten und im ganz aufgeklappten Zustand gezeigt. Zum anderen befinden sich im Buch immer wieder Abbildungen von Bildausschnitten des Altargemäldes. Neben diesen Bildausschnitten befindet sich immer ein kurzer Informationstext, der die wichtigsten Informationen zu dem abgebildeten Motiv enthält. Die Bildausschnitte helfen dem Leser, Kleinigkeiten im Bild zu erkennen. Zusätzlich findet man Rekonstruktionszeichnungen des Altars von Joseph Harnest, die sehr hilfreich sind, da man den Altar im Ganzen sieht und nur so den Text verstehen kann.  

Schade ist, dass sich die Abbildungen aller Altarflügel und die Rekonstruktionszeichnungen nicht am Anfang oder am Ende des Buchs gesammelt befinden, sondern dass sie unübersichtlich im Buch zerstreut sind. Der Leser wird überfordert, da sich die Bildausschnitte mit den dazugehörenden Informationstexten mitten in den Kapiteln befinden, sodass der Leser zwischen dem Kapiteltext und dem Informationstext hin und her springen muss. 

Die Kapitel sind inhaltlich interessant geschrieben, nur wiederholen sich manche Aspekte in späteren Kapiteln anderer Autoren. Es gibt kein Inhaltsverzeichnis, der Leser kann sich also nicht orientieren, da sich auch nicht immer aus den Kapitelüberschriften eindeutig erschließen lässt, was dort behandelt wird. Ich kann dieses Buch Leuten empfehlen, die sich in ihrer Freizeit mit dem Isenheimer Altar oder kirchlicher Malerei im Allgemeinen beschäftigen und denen es Freude bereitet, sich mit einem Künstler wie Mathis Grünewald auseinanderzusetzen.

(Betreut von Beate Pohlus) 

 

 

Empfohlene Zitierweise

Max Seidel: Der Isenheimer Altar von Mathis Grünewald, Stuttgart: Belser Verlag 2008 (2. unveränd. Auflage), 124 Seiten, ISBN 978-3-7630-2515-2, EUR 14,95, gelesen von Ottonie von Schweinitz. lesepunkte 4 (2009), Nr. 2, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/6933/

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Erstellt: 14.04.2009

Zuletzt geändert: 14.04.2009