Caplan

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Gerald Caplan: Verschwörung gegen Afrika, Hildesheim: Gerstenberg Verlag 2008, 160 Seiten, ISBN 978-3-8369-2586-0, EUR 9,90. 

 

gelesen von Jennifer Matheis, 9. Klasse
St. Bonaventura-Gymnasium, Dillingen an der Donau

 

lesepunkte: ●●●○○

 


Inhaltlich befasst sich dieses Buch hauptsächlich mit Politik und Geschichte der 40 Länder südlich der Sahara. Das Hauptaugenmerk legt Caplan auf den Kolonialismus und dessen Auswirkungen auf Afrika, aber auch auf Themen wie zum Beispiel die medizinische Versorgung oder die dortigen Arbeitsverhältnisse. An manchen Stellen bin ich der Meinung, dass der Autor das Thema zu sehr ausweitet und sich in der Aussage der Sätze wiederholt. Das wiederum kostet den Leser sehr viel Zeit. Ich denke, dadurch könnte es auch schneller vorkommen, dass man die Lust am Lesen verliert, wenn mehrere aufeinanderfolgende Zeilen dasselbe aussagen. Trotzdem kann man nützliche Informationen bekommen, die einem beim Schreiben von Referaten oder auch bei persönlichen Fragen weiterhelfen können.

Das Buch ist in sieben Kapitel unterteilt und ist meiner Meinung nach geeignet für eine Altersgruppe ab ungefähr dreizehn Jahren. An den Rändern mancher Seiten ist das Kernthema fett gedruckt und umrahmt noch einmal genannt; das gibt dem Leser die Chance schneller zu sehen, ob die Seite für das Gesuchte relevant ist. Kommt auf einer Seite ein wichtiges Fremdwort vor, wird es in einem grau unterlegten Kasten erklärt, der unabhängig von anderen Teilen des Kapitels ist. Leider sind manche solcher Wörter erst erklärt, wenn sie schon ein paar Mal verwendet worden sind. Auch gibt es nicht immer Verweise mit Seitenangaben auf die jeweiligen Kästchen, so dass man manchmal nicht sofort die Erklärung finden kann. Das Buch sollte man nicht als einziges Nachschlagewerk benutzen, weil es insgesamt zu sehr auf die Schuld der europäischen Kolonialmächte an der Lage Afrikas fixiert ist. Caplan betrachtet diese Kolonialvergangenheit als den größten ’Störfaktor’, der Afrika daran gehindert habe, sich zu entwickeln, was ja schon der provokative Titel ’Verschwörung gegen Afrika’ zur Sprache bringen will. Allerdings macht Caplan durch Tabellen, die auf sehr neuen Quellen beruhen, den Zustand des Kontinents sehr anschaulich. 

Im Anhang gibt es zur schnelleren Suche auch noch eine Zeitleiste mit wichtigen Daten, Quellenangaben, Zusatzinformationen und ein Register mit Schlagwörtern und Seitenangaben dazu. 

Ich gebe dem Buch drei von fünf Lesepunkten, denn für jemanden, der sich schnell über Afrika informieren will, ist es gut geschrieben. Ich empfehle dieses Buch aber hauptsächlich politisch interessierten Leuten, denn wen das Thema nicht interessiert, der wird bald aufgeben das Buch zu lesen, da es ihm zu trocken ist. Ebenso empfiehlt es sich, wenn man nach bestimmten Themen sucht, dies über die Stichwörter im Anhang zu tun. Denn beim einfachen Durchblättern kann man nur anhand der Tabellen leicht erkennen, worum es gerade geht, ohne mehr von der Seite zu lesen. Sie sind deshalb meiner Meinung nach der wichtigste Teil des ganzen Buches, da sie kurz wiedergeben, was im fortlaufenden Text steht; wer allerdings mehr als nur Fakten braucht, sollte die Kapitel lesen, da sie noch zusätzliche Informationen bieten. Im Allgemeinen ist das Buch gut geschrieben, und wenn man sich eingelesen hat, ist es auch gut zu verstehen.

(Betreut von M. Theresia Wittemann, OSF.) 

 

 

Empfohlene Zitierweise

Caplan Gerald Verschwörung gegen Afrika, in: historicum.net, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/8306/

Bitte setzen Sie beim Zitieren dieses Beitrags hinter der URL-Angabe in runden Klammern das Datum Ihres letzten Besuchs dieser Online-Adresse.



Erstellt: 14.04.2009

Zuletzt geändert: 14.04.2009