Haentjes

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Dorothee Haentjes: Göttin gesucht!, München: dtv junior 2007, 176 Seiten, ISBN 978-3-423-71220-0, EUR 7,00. 

 

gelesen von Viktoria Siebert, 10. Klasse
Integrierte Gesamtschule Paffrath (Bergisch Gladbach)

 


Dorothee Haentjes schreibt in ihrem Buch „Göttin gesucht!“, über Niklas (Nick) Gabler, der das große und alte Leid der Liebe erfahren soll. Dabei erklärt er dem Leser die Welt aus seiner Sicht. Dazu zieht er immer häufiger Parallelen zur Odyssee von Homer.

Nick findet sich nach den Sommerferien im Tumult seiner Klasse wieder. In den Ferien hat er sich von seiner Freundin Sabrina getrennt und fühlt sich nun frei, um neue Erfahrungen zu sammeln. Sein bester Freund Harry steht ihm dabei zur Seite. Kurz nach Unterrichtsbeginn trifft die neue Schülerin Penelope (Penny) Wagner ein. Nick und Harry verschlägt es die Sprache bei ihrem Anblick. Nick nennt sie sogar „Göttin“. Doch als die beiden sie nach dem Unterricht ansprechen, lässt sie sie eiskalt abblitzen und gilt fürderhin als arrogant und zickig. Ein paar Tage später fällt Nick Lea auf. Während eines Schwimmbadbesuches küsst er sie, was der Anfang ihrer Beziehung ist. Die Beziehung hält aber nicht lange. 

Nun verbringt Nick wieder mehr Zeit mit Harry. Oft sind sie in einem Jugendtreff. Eines Morgens kommt Harry mit Drogen in die Schule. Nick trifft sich am Nachmittag zwar mit Harry, raucht aber nicht mit. So muss Harry sein "Abenteuer in einer anderen Welt" alleine durchstehen und bleibt vorerst zu Hause. Er kommt nach ein paar Tagen wieder in die Schule und Rieke, eine Klassenkameradin von Nick und Harry, lädt zu ihrer Party ein. Auf der Party gehen die Jungen gemeinsam in die Sauna. Die Situation eskaliert: Aus dem Abkühlen im Garten wird eine Schlammschlacht. Dieses Verhalten trifft auf Unverständnis und Ekel bei den Mädchen, nur Rieke bleibt bei den Jungen und gesteht schließlich Nick ihre Liebe. Aber auch die Beziehung zu Rieke hält nicht lange.  

Nick verspürt nun doch den Wunsch nach einer festen Beziehung. Als nächstes steht aber die Projektwoche an. Nick geht in die "Schulband-AG" und aus dem bisher unmusikalischen Schüler wird ein begabter Trommler. Entgegen seinem Wunsch nach einer festen Beziehung entpuppt er sich als Frauenheld, was vor allem seitens des Gitarristen auf Kritik stößt, da "so etwas" nur die Bandgemeinschaft zerstört. 

Während des letzten Liedes beim Schulfest, steht die Sängerin nicht mehr neben, sondern vor Nick und küsst den nun etwas verwirrten Nick, der daraufhin aus der Band fliegt. In seinem letzten Abendteuer widmet er sich zwei Mädchen aus der elften Klasse, die eher als unnahbar gelten. Nachdem er sie zum Eis eingeladen und ins Kino ausgeführt hat, entdeckt er am nächsten Schultag beschimpfende Slogans über sich in der Schule. Am Ende passiert etwas, womit er nie gerechnet hätte: Penelope lädt ihn zu sich nach Hause ein. 

Die Autorin wollte mit dieser Geschichte die Odyssee für Jugendliche anschaulicher machen. Im Anhang werden auf vier Seiten Figuren aus der griechischen Mythologie beschrieben. Aber ist ihr das gelungen? Ich finde, dass sie das nicht geschafft hat. Sie zieht immer wieder Parallelen zur Originalgeschichte und macht Bilder aus ihrem Buch mit Geschehnissen aus der Odyssee verständlich oder vergleicht sie. Dadurch wird der Leser in eine bestimmte Richtung gedrängt und sieht die Parallelen zur Odyssee zwangsweise, doch haben die Geschehnisse, bei denen auf die Odyssee verwiesen wird, wenig mit der Originalgeschichte zu tun. Die Übertragung von der einen auf die andere Geschichte wirkt also eher abstrakt und verfremdet.

Ebenso bleibt die Autorin stark an der Oberfläche ihres Themas: Das Buch heißt „Göttin gesucht!“. Spricht man von einer Göttin, würde ich eher große Gefühle und Leidenschaft erwarten als ein paar Küsse und Umarmungen. Die Erwartungen an das Thema Liebe werden hier in keiner Weise erfüllt. Was in diesem Buch erzählt wird, ist eher der Alltag irgendeines Jungen als eine Liebesgeschichte. Nick sucht nach einer Göttin, findet sie aber nicht. Er findet normale Mädchen. In der zehnten Klasse himmelt man eben normale Mädchen an, auch hier ist es auch noch keine Göttin, die gefunden wird. Die ersten paar Kapitel machen Hoffnungen auf ein Buch, das einen in die leidenschaftliche und sehnsuchtsvolle Welt eines Jungen entführt. 

Doch werden diese Hoffnungen schnell wieder zunichte gemacht und das Buch wird zu einem dieser typischen Bücher, die man in der Schule liest und durch die man sich am Ende nur noch durchquält. Wenn ich ein Buch kaufe, soll es mich bestenfalls in seine Welt entführen, Wünsche in mir auslösen oder zumindest gut zu lesen sein. Dieses Buch aber erfüllt diese Kriterien kaum. Mit einfachen Sätzen und Nähe zur Alltagssprache wird zwar ein Alltag beschrieben. Das Buch entführt aber nicht im geringsten in eine Welt, in der ich gerne sein würde. Mein Fazit: Man muss dieses Buch nicht gelesen haben: 1 Punkt. 

(Betreut von Kurt Naulin) 

 

 

Empfohlene Zitierweise

Dorothee Haentjes: Göttin gesucht!, München: dtv junior 2007, 176 Seiten, ISBN 978-3-423-71220-0, EUR 7,00, gelesen von Viktoria Siebert. lesepunkte 4 (2009), Nr. 1, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/6813/

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Erstellt: 16.02.2009

Zuletzt geändert: 16.02.2009