Gregor

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Manfred Gregor: Die Brücke, München: cbt 2007, 224 Seiten, ISBN 978-3-570-30361-0, EUR 6,95. 

 

gelesen von Florian Wezel, 8. Klasse
Siebold-Gymnasium Würzburg

 

lesepunkte: ●●●

 


Das Buch handelt von sieben Jugendlichen, die alle um die 16 Jahre alt sind und in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges als letztes Aufgebot einer kleinen Stadt zum Kriegsdienst eingezogen werden. Nach einer kurzen Grundausbildung erhalten die Jungen den Befehl, eine strategisch wenig wichtige Brücke gegen den Angriff der Amerikaner zu halten. Die von der Hitlerjugend geprägten Jungs folgen dem Befehl anfangs sehr motiviert, bemerken aber bald, wie sinnlos und aussichtslos ihr Vorhaben ist. Vor allem, als immer mehr von ihnen ums Leben kommen, denken sie darüber nach, einfach zu flüchten. Sie können sich aber nicht wirklich dazu entschließen.

Einen ersten Ansturm der Amerikaner können sie abwehren. Als schließlich der Befehl eingeht, die Brücke zu sprengen, lassen die zwei letzten Überlebenden dies nicht zu, da ihre Bemühungen, die Brücke zu halten und der Tod ihrer Kameraden dadurch völlig umsonst gewesen wären. Sie halten also die deutschen Soldaten auf, wobei ein weiterer der beiden Jungen ums Leben kommt. Das Buch endet damit, dass der einzige Überlebende zehn Jahre nach Kriegsende wieder auf derselben Brücke steht und über den Sinn des Geschehenen nachdenkt. 

Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit, aber es ist eine spannende Erzählung mit wenig historischen Erklärungen. Das Buch ist so aufgebaut, dass in die Erzählung über das Geschehen auf der Brücke Einschübe gemacht sind, die das Leben der einzelnen Personen näher beschreiben. Man kann dadurch gut die Charaktere, die Handlungsweisen und das Verhalten der beschriebenen Personen nachvollziehen. Das Buch ist relativ leicht zu lesen, die Sprache ist gut verständlich und dem Inhalt kann man leicht folgen. Die Erzählung über das Geschehen auf der Brücke beschränkt sich auf wenige Stunden, man liest fast wie in Echtzeit. 

Es war das erste Buch dieser Art, das ich gelesen habe. Es hat mich zum Nachdenken angeregt, da die Jugendlichen, von denen das Buch handelt, nicht so viel älter waren als ich es jetzt bin. Die Hauptaussage des Buches ist für mich die Entwicklung der Jugendlichen: Von der Kriegsbegeisterung, zu der sie verführt wurden, über beginnende Zweifel bis zu der Erkenntnis der Sinnlosigkeit ihres Tuns und des ganzen Krieges. 

Im Großen und Ganzen hat mir das Buch sehr gut gefallen, besonders die fesselnde Erzählweise. Allerdings bremsen die zahlreichen biographischen Einschübe die Spannung, was mich beim Lesen etwas gestört hat. Das Buch konzentriert sich nur auf die Erlebnisse der Jugendlichen, ohne weitere kriegsgeschichtliche Informationen zu geben. Das fand ich positiv, da ich ja auch kein Sachbuch, sondern einen Roman lesen wollte. Allerdings, für Leser, die an mehr geschichtlichen Details interessiert sind, ist dies vielleicht nicht das richtige Buch. Übrigens wurde über den Roman auch im Jahr 1959 ein Spielfilm gedreht, der ebenso erfolgreich war. Ich gebe dem Roman vier Punkte. 

(Betreut von Rainer Maas) 

 

 

Empfohlene Zitierweise

Manfred Gregor: Die Brücke, München: cbt 2007, 224 Seiten, ISBN 978-3-570-30361-0, EUR 6,95, gelesen von Florian Wezel. lesepunkte 3 (2008), Nr. 6, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/6663/

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Erstellt: 15.12.2008

Zuletzt geändert: 15.12.2008