Fritsche_Leonardo

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Olaf Fritsche: Leonardo auf der Flucht (Der geheime Tunnel, Bd. 1), Reinbek: Rowohlt Verlag 2007, 192 Seiten, ISBN 978-3-499-21383-0, EUR 6,90. 

 

gelesen von Franziska Bleß, 7. Klasse
Siebold-Gymnasium Würzburg

 

lesepunkte: ●●●●●

 


In dem Buch „Leonardo auf der Flucht“ von Olaf Fritsche, das in der Buchreihe „Der geheime Tunnel“ als erster Band erschienen ist, spielen drei Freunde die Hauptrolle: Lillith, die Lilly genannt wird und die mutigste der drei ist; Magnus, der der ängstlichste ist, und Albert, das Genie der drei, der nach einem Unfall an den Rollstuhl gefesselt ist. Eine wichtige Aufgabe hat auch Alberts zahme Dohle Merlin.

Zuerst führt der Verfasser in die Vorgeschichte ein. Alberts Vater, ein Erfinder, hat eine alte Villa gekauft. Im Keller finden die drei Kinder einen Tunnel, der in die Vergangenheit führt. Lilly und Albert wollen ihn gleich ausprobieren. Doch Albert kann nicht mitkommen, da der Tunnel für seinen Rollstuhl zu schmal ist. So machen sich Lilly und Magnus alleine auf den Weg durch den Tunnel. 

Als sie in eine Höhle kommen, finden sie dort einen blauen Kristall und eine Weltkarte. Sobald der blaue Kristall die Karte berührt, bewegt sich das eine Ende des Tunnels in die Vergangenheit, wobei es immer ein Jahr pro Sekunde zurücklegt. Die erste Reise wollen Lilly und Magnus zu den Cowboys im Wilden Westen unternehmen. Darum reisen sie ins Jahr 1840. 

Am Tunnelausgang entdecken sie, dass sie wirklich in der Vergangenheit angekommen sind: trostlose Steppe ohne Straßen, keine Stromleitungen und nirgendwo Fahrzeuge oder Flugzeuge. Außerdem erkennen sie am Horizont nur ein paar Bretterbuden, eine Westernstadt. Dort werden sie vom Sheriff ins Gefängnis gesperrt, weil er sie für Viehdiebe hält. Alle Ausbruchsversuche misslingen. Aber da kommt ihnen ihr Freund Albert, dem die Warterei zu lange wird, zu Hilfe. Seine zahme Dohle war im Zeittunnel den Kindern hinterher geflogen und hatte ihn über ihre missliche Lage alarmiert. Er schickt ihnen zur Lösung ihres Problems eine Erfindung seines Vaters. Mit Unterstützung eines Jungen und mit Hilfe der Erfindung von Alberts Vater schaffen es die zwei Kinder, aus dem Gefängnis zu entkommen und gelangen wieder in die Gegenwart. 

Magnus ist sich sicher, dass er nie mehr eine Zeitreise machen wird. Doch dann kommt alles ganz anders. Magnus bekommt zum Geburtstag ein Flugzeugmodell von Albert geschenkt, das der Nachbau eines Fliegers ist, den Leonardo da Vinci erfunden hat. Dadurch angeregt, reisen sie schließlich ins Jahr 1499, um herauszufinden, ob Leonardo da Vinci seine Flugmaschinen nicht nur gezeichnet, sondern auch gebaut und getestet hat. 

Ausgestattet mit der entsprechenden historischen Kleidung und mit einem von Alberts Vater erfundenen Übersetzungs-Apparat machen sich Lilly und Magnus auf die Reise durch den Zeittunnel und landen schließlich in Italien. Die beiden finden Leonardo auf einem Markt in Mailand und dürfen bei ihm wohnen. Bald fangen sie auch an, bei ihm zu arbeiten. Doch dann muss Leonardo mit seinen Gehilfen vor französischen Soldaten fliehen. Die zwei Freunde kommen mit. Sie schaffen es, die Verfolger abzuhängen. Sie geraten dabei aber auf einen Berg, der auf der einen Seite einen Steilhang hat und so zum Abstieg ungeeignet ist. Die Soldaten greifen wieder an. Die Freunde wissen keinen Ausweg mehr.

Zum Glück funktioniert der Nachrichtenaustausch durch den Zeittunnel mit ihrem Freund Albert. Dieser versorgt sie mit Hilfe von Merlin mit Informationen, hat eine Idee und kann ihnen helfen. Er schickt ihnen Baupläne von Leonardos Flugmodellen. Sie bauen ein Flugmodell nach, das Leonardo gezeichnet hat, und können so vor den französischen Soldaten fliehen. 

Ich finde das Buch sehr gut, weil man auf spannende und unterhaltsame Weise viel über die Vergangenheit erfährt, zum Beispiel über Leonardo und sein Leben. Die Text ist anschaulich und lebendig geschrieben. Durch viele Dialoge wird die Handlung aufgelockert und leicht lesbar. Mehrere Schwarz-Weiß-Zeichnungen veranschaulichen die Ereignisse genauer und lockern die Seiten auf. Dadurch macht es noch mehr Spaß, das Buch zu lesen. Ich bin schon gespannt auf weitere Reisen durch die Vergangenheit. Allerdings ist die Geschichte meiner Meinung nach vor allem für Kinder der 4. bis 6. Jahrgangsstufe geeignet. Insgesamt bekommt das Buch von mir dennoch 5 Punkte. 

(Betreut von Rainer Maas) 

 

 

Empfohlene Zitierweise

Olaf Fritsche: Leonardo auf der Flucht (Der geheime Tunnel, Bd. 1), Reinbek: Rowohlt Verlag 2007, 192 Seiten, ISBN 978-3-499-21383-0, EUR 6,90, gelesen von Franziska Bleß. lesepunkte 3 (2008), Nr. 5, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/6126/

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Erstellt: 27.10.2008

Zuletzt geändert: 27.10.2008