Stratton

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Allan Stratton: Chandas Krieg, München: dtv pocket 2007, 336 Seiten, ISBN 978-3-423-78218-0, EUR 7,95. 

 

gelesen von Isabel Weigl, 9. Klasse
Gymnasium bei St. Anna, Augsburg

 

lesepunkte: ●●●○○

 


Seit Chandas Mutter an Aids gestorben ist, muss diese allein für ihre jüngeren Geschwister Soly und Iris sorgen. Geholfen wird ihr dabei nur von ihrer Nachbarin Mrs. Tafa und ihrer Freundin Esther. Diese wohnt bei ihr mit ihren Geschwistern, seit sie vergewaltigt und ihr das Gesicht zerschnitten wurde.

Mit ihrer Familie, die weiter entfernt in Tiro wohnt, hat Chanda sich zerstritten, seit diese ihre Mutter kurz vor deren schmerzhaftem Tod einfach verstoßen hat. Doch Chandas Großmutter will sich nun wieder mit ihr vertragen und sowohl ihr als auch Soly und Iris ihren Segen geben. Nach längerem Zögern nimmt Chanda die Einladung an und reist mit Iris und Soly zu den Verwandten. Nach einigen wenigen Tage in Tiro erfährt Chanda von Esther mittels des von Mrs. Tafa geschenkten Handys von einem Nachbarn, der in einem National Park nahe der Grenze arbeitet. Er sei einen Tag zuvor blutüberströmt nach Hause gebracht worden. Es herrscht das Gerücht, dass ihm die Zunge herausgeschnitten wurde. 

Chandas hat das Gefühl, dass der brutale Rebell Mandiki aus dem Nachbarland die Grenze überschritten hat. Doch weder ihre Familie noch die Soldaten in Tiro glauben ihr. Eines Abends verlangt Chandas Familie von ihr, dass sie den Nachbarsjungen Nelson heiratet, da die Familie dadurch zu ein wenig Geld kommen könnte. Doch wie schon ihre Mutter vor ihr weigert Chanda sich und wiederum entbrennt ein Streit. Chanda möchte nun sofort zurück nach Hause, doch der Bus, der jeden Tag vom National Park zu ihrem Dorf fährt, ist plötzlich verschollen. 

Chanda nimmt einen Aushilfsjob im Krankenhaus von Tiro an und besucht einige Tage später den alten Viehweideplatz, auf dem ihre Mutter gestorben ist. Da taucht Nelson auf und zieht Chanda in das tiefe Gras am Rande des Platzes. Er erzählt ihr, dass seine Brüder auf dem Weideplatz seiner Familie von Kindersoldaten erschossen wurden. Diese führte Mandiki an. Kurz danach tauchen diese Soldaten auf dem Viehweideplatz auf, um dort zu rasten. Ohne etwas tun zu können, müssen Chanda und Nelson beobachten, wie die Soldaten Tiro überfallen und alle Menschen wegführen. Die Erwachsenen, die nicht getötet werden, werden wieder freigelassen. Die Kinder aber werden gezwungen, Mandiki als Kindersoldaten zu dienen. 

Chanda und Nelson machen sich nun auf, sie zu verfolgen, um Iris, Soly und Nelsons Bruder Pako aus Mandikis Hand zu befreien... 

„Chandas Krieg“ ist der Folgeband zu Allan Strattons Buch „Worüber keiner spricht“, das man aber zum Verständnis der Handlung nicht gelesen haben muss. Die Sprache, mit der Stratton Chandas Geschichte erzählt, ist sehr einfach und dadurch sehr leicht zu lesen. Anfangs ist die Handlung des Buchs etwas schleppend, aber sobald die Kinder entführt werden, wird sie sehr spannend. Der Autor beschreibt die Missstände in Afrika sehr gut, auch wenn Chanda wohl nicht zu den ärmsten Menschen dort zählt. Auch die Gewissensbisse der Kinder beschreibt er sehr gut und erschütternd. Die unverhohlene Brutalität Mandikis wühlt den Leser auf. Für das lesenswerte und interessante Buch vergebe ich drei von fünf Punkten. 

(Betreut von Dr. Claudia Weiser) 

 

 

Empfohlene Zitierweise

Allan Stratton: Chandas Krieg, München: dtv pocket 2007, 336 Seiten, ISBN 978-3-423-78218-0, EUR 7,95, gelesen von Isabel Weigl. lesepunkte 3 (2008), Nr. 4, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/6050/

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Erstellt: 13.08.2008

Zuletzt geändert: 13.08.2008