Pietri_Geheimnis

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Annie Pietri: Das Geheimnis des Barons de Grenois, Berlin: Bloomsbury 2006, 224 Seiten, ISBN 978-3-827-05176-9, EUR 14,90. 

 

 

gelesen von Lydia Steffens, 10. Klasse
Martin-von-Cochem-Gymnasium, Cochem

 

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Das Buch „Das Geheimnis des Barons de Grenois“ wurde von der französischen Autorin Annie Pietri geschrieben. Es handelt von dem jungen Mädchen Alix de Maison-Dieu, die mit ihren 15 Jahren schon eine große Verantwortung tragen muss: Als Spionin des Sonnenkönigs soll sie um 1678 im Hexermilieu forschen um herauszufinden, wer die Favoritin unter den Frauen des Königs vergiftet hat. Außerdem versucht sie die Intrigen ihres Onkels, des Barons Henri-Jules de Grenois aufzudecken, während sie ebenfalls hofft, dadurch die Unschuld ihres Bruders Louis-Étienne beweisen zu können, der in der Bastille gefangen gehalten wird. Auch daran trägt der Baron die Schuld.

Dieses Buch ist der zweite Band einer historischen Romanreihe, der im Jahr 2002 in Frankreich im Original unter dem Namen „L’Espionne du Roi-Soleil“ veröffentlicht wurde. Das Buch ist der Altersempfehlung nach für Kinder ab 12 Jahren geschrieben. 

Dieser französische Roman hat einen gut verständlichen Schreibstil, allerdings wechselt die Autorin von einer der modernen Sprache angepassten Schreibweise in eine manchmal recht gequält wirkende zeitgenössische. Darüber hinaus, besonders im Hinblick auf die Altersempfehlung, lassen sich weitere Kritikpunkte hinzufügen. Zum einen sind die für  deutschsprachige Leser unüblichen Namen nicht leicht zu behalten. Zum anderen ist die große Anzahl an Personen und deren unterschiedliche Standesbezeichnung äußerst verwirrend. Daher erhält man erst gegen Ende des Buches einen Überblick über die Figuren.

Oft ist der Zusammenhang zwischen den einzelnen Kapiteln wegen der ständigen Schauplatzwechsel zunächst nicht erkennbar. Die recht kurzen Kapitel mit drei bis acht Seiten Länge unterstützen diesen Effekt zusätzlich. 

Da im Text eine Reihe von französischen Wörtern nicht ins Deutsche übersetzt wurden, wäre ein Fremdwörterverzeichnis für nicht französischsprachige Leser von Vorteil. Hinzu kommt, dass Begriffe auftauchen, wie etwa „Hände der Gehenkten“, die vermutlich im ersten Band erklärt wurden, jetzt aber für weiteren Erklärungsbedarf sorgen. Selbst am Ende dieses zweiten Bandes ist man mehr auf die eigene Vorstellungskraft angewiesen. 

Die Autorin will ihren jungen Lesern auch die französische Geschichte des 17. Jahrhunderts näher bringen, was ihr jedoch nur ansatzweise gelingt. Im Vordergrund steht zu sehr die Familientragödie, die ohne wesentliche Veränderungen auch in einer anderen Zeit hätte stattfinden können. 

Obwohl der Text sich gut lesen lässt, fand ich das Buch zunächst langweilig, verwirrend und wenig fesselnd. Daher hatte ich kaum Lust, weiter zu lesen. Ungefähr in der Mitte des Buches  hat sich das Blatt dann doch ein bisschen gewendet und es entwickelte sich ein geschlosseneres Bild von den dargestellten Personen. Von diesem Zeitpunkt an war es mir möglich, die Handlung um die Hauptperson mit wenigstens angedeuteter Spannung zu verfolgen.

Ich habe das Buch auch meinem zwölfjährigen Bruder zu lesen gegeben, der sich für Geschichte interessiert und außerdem gerne spannende Bücher liest. „Das Geheimnis des Barons de Grenois“ kam bei ihm aber nicht gut an. Er war nicht zu überreden, das Buch zu Ende zu lesen, weil er Verständnisschwierigkeiten hatte und ihm die Spannung fehlte. Insgesamt würde ich das Buch nicht empfehlen. Man muss es nicht gelesen haben, deshalb vergebe ich einen Punkt. 

(Betreut von Oliver Simon) 

 

 

Empfohlene Zitierweise

Annie Pietri: Das Geheimnis des Barons de Grenois, Berlin: Bloomsbury 2006, 224 Seiten, ISBN 978-3-827-05176-9, EUR 14,90, gelesen von Lydia Steffens. lesepunkte 3 (2008), Nr. 4, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/6040/

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Erstellt: 13.08.2008

Zuletzt geändert: 13.08.2008