Sivers

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Bowering Sivers, Die kleinen Diebe tauchen ab, Reinbek: Rowohlt Verlag 2006, 288 Seiten, ISBN 978-3-499-21357-1, EUR 12,90. 

 

gelesen von Simon Dittrich, 7. Klasse
Integrierte Gesamtschule Paffrath, Bergisch Gladbach

 

lesepunkte: ●●●●●

 


Das Buch „Die kleinen Diebe tauchen ab“ spielt im 19. Jahrhundert in London. Es geht um die Familie Perkinski, die sich durch ein hartes Leben kämpft. Die Familie besteht aus Ma und Pa, der dreizehnjährigen Tochter Kate, Jem, 11, Ned, 10, und Billy, 6, die sich zusammen einen kleinen Wohnwagen in Devil´s Acre teilen. Gran Perkinski, das älteste Familienmitglied, hat einen eigenen Wohnwagen, glaubt an Gespenster, braut den ganzen Tag Zaubertränke und besitzt eine Kristallkugel, mit der man erfahren kann, wo sich gerade eine bestimmte Person befindet.

Während Pa sein Geld auf dem Markt verdient, ist Ma zu Hause, kocht für die Familie und sorgt für ihre Tiere. Jem, Ned und Billy sind den ganzen Tag auf der Straße und verdienen Geld, indem sie alte Stiefel und andere Sachen verkaufen, die die Leute in den Müll werfen. Kate arbeitet in einem großen Restaurant als Kellnerin und verdient das meiste Geld für die Familie. Dies ist der Alltag der Familie, bis Jem, Ned und Billy auf die „Vereinigung der Wegfreikehrer“ stoßen und ihr beitreten. 

Eines Tages geschieht es, dass Jem, Ned und Billy nicht nach Hause zurückkehren, weil es schon zu dunkel geworden ist. An diesem Tag hat sich Pa, der auch ein Preisboxer ist, mit Killer Kelly geschlagen und gewonnen. Darüber ist Killer Kelly so wütend, dass er Pa bis an sein Lebensende verfolgen will, um ihn mit seinen Kumpels fertig zu machen. So muss Pa sich verstecken. Er geht mit Kate, Gran und Ma fort und sie bauen sich eine kleine Unterkunft hinter einem alten Lebensmittelmarkt. Sie denken noch an Jem, Ned und Billy, die sie zurückgelassen haben, weil die Jungs nicht aufgetaucht sind.  

Am nächsten Morgen werden Jem, Ned und Billy von einem Polizisten geweckt und mitgenommen. Er will sie wegen Vagabundierens in ein Arbeitshaus verweisen. Die drei protestieren und nehmen ihn mit nach Devil`s Acre, um ihm ihr Zuhause zu zeigen. Dort finden sie nur den leeren Wohnwagen. 

So werden sie in das Arbeitshaus „Strand“ verwiesen, wo man schlecht behandelt wird und vor allem viel zu wenig Essen bekommt. Ihnen werden die Haare fast ganz abrasiert und sie tragen langweilige Klamotten und Schuhe, die mindestens doppelt so schwer sind wie normale Wanderstiefel. Jem und Ned kommen in den Jungentrakt, wo sie mit mindestens dreißig Kindern in einem leeren Raum sitzen. Sie können nichts tun, weil es nichts zum Spielen gibt. Einige Jungs schauen regungslos ins Leere. Billy kommt in den Babytrakt. Die anderen Babys sitzen die ganze Zeit draußen im Kies bis Billy anfängt, sie mit Steinchen zu bewerfen. Es entwickelt sich eine Steinschlacht der nun lachenden Kinder bis Mr. Blood, der Leiter des Arbeitshauses, herauskommt. Da in dem Haus weder gelacht noch gesprochen werden darf, wirft Mr. Blood Billy ins Totenhaus, wo nur ein paar Särge liegen. Und Kinder, die dort reinkommen, kommen manchmal nicht lebend wieder raus. 

Im Jungentrakt gibt es Essen, das Gerüchten nach aus Mäuse- und Katzenkacke gemacht wird. Jem lästert über das Essen, was Blood mit seinen guten Ohren hört. Daraufhin bekommt Jem zwanzig Schläge mit dem Stock auf den Hintern. Jem lässt sich trotzdem nicht unterkriegen. Er hat bei jeder Sache etwas zu meckern, was berechtigt ist, denn es gibt nichts Gutes in diesem Arbeitshaus. So wird auch Jem mit einem Tritt ins Totenhaus befördert. Als Ned seinen Bruder verteidigen will, fliegt er direkt hinterher. So findet sich die halbe Familie Perkinski im Totenhaus wieder. Jem schmiedet gerade Fluchtpläne, als Clara, ein siebenjähriges Mädchen, das zu den „Wegfreikehrern“ gehört, ins Totenhaus geschubst wird. 

Pa und Ma Perkinski versuchen unterdessen ihre Söhne zu finden und auch der Käpt’n der „Wegfreikehrer“ versucht durch die Kanalisation ins Arbeitshaus zu kommen, weil er schon weiß, wo Jem, Ned, Billy und Clara sind. Bald fällt Jem ein Fluchtplan ein und dank seiner Idee entkommen sie auf das Dach des Arbeitshauses. In diesem Moment erreicht auch der Käpt’n sie durch den aufgeschobenen Gullydeckel im Hof des Arbeitshauses.  

Während die Kinder ausgebrochen sind, hat sich Mr. Blood einen deftigen Schmaus mit seiner Frau geleistet und torkelt nun betrunken durch das Gebäude, als er plötzlich durch ein offenes Tor einen Schatten auf dem Hof vorbeihuschen sieht. Er steigt den Kindern durch den Gullydeckel hinterher. Der Käpt’n stiefelt mit Clara an der Hand und Billy auf den Schultern durch das knöcheltiefe Wasser, als Ned und Jem hinter sich das Fluchen von Blood hören. Da fasst Jem einen mutigen Entschluss. Der Käpt’n geht daraufhin durch einen anderen Tunnel, der ins Freie führt, während Jem und Ned im Haupttunnel stehen bleiben und auf Blood warten. Bald beginnt es zu regnen und die Kanalisation füllt sich schnell mit Wasser. 

Als ihnen das Wasser bis zu den Schultern steht, hat Blood sie erreicht und will sie erschlagen. In diesem Moment kommt eine riesige Flutwelle aus einem anderen Tunnel und reißt Blood mit sich. Kurz darauf sinkt das Wasser wieder und sie hören Stimmen vom anderen Ende des Tunnels. Die Personen kommen näher und Jem und Ned erkennen ihren Vater, der sie wieder mit nach Hause nimmt. Sie bekommen noch ein Paket mit Essen von der Behörde, die überprüft hat, wie es den Kindern ging, während Jem, Ned und Billy im Arbeitshaus waren. 

Vor Killer Kelly brauchen sie sich auch nicht mehr zu fürchten, denn er ist wegen Randalierens verhaftet worden. So ist fast alles wieder wie früher und die Familie ist wieder vollständig. 

Am Ende des Buchs gibt es noch Anmerkungen der Autorin über Menschen, die wirklich zu dieser Zeit gelebt haben und die Vorbilder für manche Figuren waren, sowie über Orte, die es im heutigen London noch gibt, die aber anders heißen. 

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil es sehr spannend ist und man sich immer fragt, was im nächsten Kapitel passieren wird. Man erfährt auch etwas über das harte Leben damals. Ich vergebe für dieses Buch fünf Lesepunkte. 

(Betreut von Kurt Naulin) 

 

 

Empfohlene Zitierweise

Bowering Sivers, Die kleinen Diebe tauchen ab, Reinbek: Rowohlt Verlag 2006, 288 Seiten, ISBN 978-3-499-21357-1, EUR 12,90, gelesen von Simon Dittrich. lesepunkte 3 (2008), Nr. 1, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/5671/

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Erstellt: 05.02.2008

Zuletzt geändert: 05.02.2008