Rogasky

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Barbara Rogasky: Der Holocaust. Ein Buch für junge Leser, Reinbek: Rowohlt Verlag 2002, 288 Seiten, ISBN 978-3-499-21205-5, EUR 8,90. 

 

gelesen von Stefanie Breining, 10. Klasse
Werner-Jaeger-Gymnasium, Nettetal

 


Das Sachbuch “Der Holocaust. Ein Buch für junge Leser“ wurde geschrieben von Barbara Rogasky, die eine persönlich Leidtragende ist. 50 Angehörige ihrer Familie wurden während der Jahre des Nationalsozialismus ermordet. Das Buch hat die Beschreibung der systematischen Ausrottung der europäischen Juden zum Inhalt – den sogenannten „Holocaust“. Das Buch beginnt mit der Machtübernahme Hitlers im Jahre 1933 und endet mit den (zu rar ausgefallenen) Prozessen gegen die Verbrecher dieser Zeit, den sogenannten „Nürnberger Prozessen“.

Inhaltlich sind wichtige Punkte der Thematik beschrieben. Sowohl der Plan zur Ausrottung und die Vorgehensweise, als auch die Darstellung der für die Ausführung Verantwortlichen und Schuldigen dieser „Ideologie“. Auch Zusatzinformationen, über welche sonst nur selten ein Wort verloren wird, wie z.B. der zivile und bewaffnete jüdische Widerstand, der selbst auch unter solchen Bedingungen existierte, sind enthalten. 

Durch den einfach gehaltenen Schreibstil sind die Texte gut verständlich und leicht lesbar gestaltet, was jedoch die Thematik nicht weniger grausam wirken lässt. Mit Hilfe von interessanten und erstaunlichen Zusatzaspekten (Fotos, Aussagen von Zeitzeugen) hat die Autorin mich überzeugt, obwohl sie die Quellen ihres Wissens nicht immer zitiert. 

Auffallend ist aber die oft einseitige Konzentrierung der Quellen, die vom Auschwitzer Konzentrationslager und dem Warschauer Ghetto berichten. Dies ist zwar durchaus nachvollziehbar wegen des hohen Bekanntheitsgrades, aber die anderen Einrichtungen, welche lediglich genannt werden, könnten ruhig ein wenig mehr Aufmerksamkeit bekommen. 

Ein weiterer Kritikpunkt bildet die Vernarrtheit in das Nennen von Zahlen. Selbstverständlich sind Zahlen und Fakten in einem Sachbuch erforderlich und von immenser Wichtigkeit, aber dies doch nur bis zu einem gewissen Punkt. Zwischendurch wurde mir sogar der Eindruck vermittelt, es ginge nur um Zahlen und nicht um Menschen. 

Ansonsten ist dieses Buch, meiner Meinung nach, auf jeden Fall empfehlenswert für historisch Interessierte, die sich mit dieser grausamen Zeitspanne der Geschichte beschäftigen wollen.  Es ist selbstverständlich als Bettlektüre ungeeignet, da sonst unruhige Nächte bevorstehen, denn es handelt nun mal von einem der furchtbarsten Kapitel der Menschheit. Aber durch die meist einfühlsame Art und das Erkennenlassen der eigenen Gefühle der Autorin, ist das Buch ein sehr gutes Sachbuch.

Allen, die ein Interesse für diese Zeitspanne empfinden, sich jedoch nicht ausschließlich mit Hilfe von Büchern mit dieser Thematik auseinandersetzen wollen, empfehle ich zusätzlich den Film “Schindlers Liste“ von Steven Spielberg. Denn Oskar Schindler wird auch u.a. in dem Kapitel “Helfer und Retter“ des Buchs von Barbara Rogasky erwähnt. Das lässt das Anschauen dieses Filmes nach dem Lesen zu einer guten Vertiefung eines Einzelschicksals des Buches werden. 

Ein weiteres Pro-Argument zum Ansehen des Filmes ist meiner Meinung nach, dass man diesem Mann (sowie allen die damals den Mut hatten, Hilfe zu leisten) die Ehre erweisen sollte, wenigstens einen Anflug von Wissen über ihre großartigen Taten zu erlangen. 

(Betreut von Thorsten Maaßen) 

 

 

Empfohlene Zitierweise

Barbara Rogasky: Der Holocaust. Ein Buch für junge Leser, Reinbek: Rowohlt Verlag 2002, 288 Seiten, ISBN 978-3-499-21205-5, EUR 8,90, gelesen von Stefanie Breining. lesepunkte 3 (2008), Nr. 1, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/5675/

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Erstellt: 05.02.2008

Zuletzt geändert: 05.02.2008