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Gudrun Pausewang: Ich war dabei. Geschichten gegen das Vergessen, Düsseldorf: Sauerländer Verlag 2004 (2. Auflage), 148 Seiten, ISBN 978-3-7941-8022-6, EUR 12,90.
gelesen von Janine Kramer, 10. Klasse
Emil-von-Behring-Gymnasium, Spardorf
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In dem Buch „Ich war dabei. Geschichten gegen das Vergessen“ erzählt und schildert die Kinder- und Jugendbuchautorin und Zeitzeugin Gudrun Pausewang 20 verschiedene kurze Geschichten und Beobachtungen, die sich in der NS-Zeit abspielen. Sie erlebte sie entweder selbst [„...ich war gerade siebzehn Jahr alt, als die Nazizeit endete. Ich habe sie – wenn auch als Teenager – sehr schwach und bewusst miterlebt“] oder kennt sie aus Berichten und Erzählungen von Augenzeugen (siehe Titel „Ich war dabei“). Die Geschichten sind sehr persönlich, traurig und doch auch spannend. Sie bringen den Leser zum Nachdenken und Mitfühlen und erzeugen bei ihm Hass auf und Entsetzen über die Nationalsozialisten.
Die Geschichten spielen teilweise direkt in der NS-Zeit, jedoch auch in der Gegenwart, in der meist die Großeltern in die Vergangenheit zurückblicken und ihren Enkeln oder Kindern ihre eigene persönliche Geschichte aus der Kindheit erzählen. So ist es besonders auffällig, dass fast in jeder Geschichte ein Kind beziehungsweise ein Jugendlicher die Hauptrolle spielt, was das Buch zu einem Jugendbuch macht. Sei es die Geschichte eines Jungen, der auf Grund einer Fußverletzung durch einen Lehmstampfer nicht mehr von der Wehrmacht eingezogen werden kann. Der Unfall war eine List seines Großvaters, der verhindern wollte, dass sein Enkel an die Front muss und so dessen Leben rettet. Oder die Geschichte der „Puppe Luise“, die die Kindheit und die Freundschaft einer Jüdin mit einer „Arierin“ prägt und die der „Arierin“ im Alter die einzige Erinnerung an die Jüdin ist und Hoffnung auf ihr Überleben.
Jede Geschichte verbirgt etwas Neues, Einzigartiges und doch steckt in jeder der selbe Schmerz und das selbe Grauen vor den Verbrechen der NS-Zeit. Diese Bilder des Schreckens sollen in den Köpfen der Menschen haften bleiben, sodass sie nie vergessen werden – wie auch der Titel des Buches „Geschichten gegen das Vergessen“ schon aussagt – damit sich eine solche Zeit auf keinen Fall wiederholt.
Das Buch ist meiner Meinung nach sehr empfehlenswert, da die Autorin es geschafft hat, geschichtliche Daten und geschichtliches Wissen in ein Geschichtenbuch einzubringen und nicht in Form eines Sachbuches oder gar Geschichtslexikons zu verarbeiten. Dies wird vor allem die jungen Leser ansprechen, da sie auf diese Weise nicht unzählige Jahreszahlen oder Statistiken vermittelt bekommen, sondern aus den Geschichten die Grauen und Schrecken der Nazi-Zeit erfassen und sich so einen Eindruck von dieser furchtbaren Vergangenheit verschaffen können. Ebenso erleichtern die Kürze und die Prägnanz und die einfache Sprache der Geschichten das Lesen und erhöhen somit die Verständlichkeit und wecken Leseeifer. Ich selbst hatte sehr viel Spaß beim Lesen, trotz des speziellen Themas.
Ungeachtet des Informationsfaktors des Buches sollte ein gewisses Vorwissen über die Nazi-Zeit und ihre Verbrechen beim Leser vorhanden sein, weil sonst einige Zusammenhänge unklar sind. Daher empfehle ich persönlich das Buch erst für Leser ab 14 Jahren, weil das notwendige Vorwissen ungefähr dem Geschichtsstoff in dieser Jahrgangsstufe entspricht.
(Betreut von Emil Wanek)
Empfohlene Zitierweise
Gudrun Pausewang: Ich war dabei. Geschichten gegen das Vergessen, Düsseldorf: Sauerländer Verlag 2004 (2. Auflage), 148 Seiten, ISBN 978-3-7941-8022-6, EUR 12,90, gelesen von Janine Kramer. lesepunkte 2 (2007), Nr. 6, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/5624/
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Erstellt: 13.12.2007
Zuletzt geändert: 13.12.2007




