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Matthias Matussek: Wir Deutschen. Warum uns die anderen gern haben können, Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag 2007, 352 Seiten, ISBN 978-3-596-17151-4, EUR 9,95.
gelesen von Letitia Kernschmidt, 11.Klasse,
Karlsgymnasium, München
lesepunkte: ●●●●○

Matthias Matussek schildert in seinem Buch in 23 Kapiteln auf fast schon rührende Art und Weise, wieso man Deutschland an sich gern haben kann und wie er selbst die Liebe zu seinem Vaterland entdeckte. Er beginnt also mit einer „Einführung darüber, warum wir Deutschen prima sind und besonders die Briten uns gern haben können“ und endet mit dem „Kulturkampf in Neukölln, (der) Aussöhnung mit England und warum meine Frau auch im neuen Palasthotel Recht hat“.
Er reist dafür quer durch Deutschland, unterhält sich mit wichtigen deutschen Persönlichkeiten von Harald Schmidt über Klaus von Dohnanyi, Sarah Kuttner und anderen wichtigen Personen bis hin zu Heidi Klum und stellt ihnen dabei Fragen und Aufforderungen wie „Welche Stadt außerhalb Deutschlands würde Deutschland gut tun?“, „Sprechen Sie nun die letzten Worte, die Sie je über Adolf Hitler sprechen werden!“ oder „Sagen Sie jetzt einen unverkrampften Satz über Deutschland!“ und erhält dabei so manch interessante Antwort.
Er erzählt von seinen eigenen Erlebnissen, teilweise zusammen mit seiner Familie (Frau und Sohn), teilweise von seinen Erlebnissen alleine. Dabei spricht er aus, dass Deutschland mehr zu bieten hat als den dunklen Schatten der NS-Zeit und erklärt, warum man sich ganz und gar nicht dafür schämen muss, ein/e Deutsche/r zu sein, und wieso die Vaterlandsliebe nirgendwo mehr aufflammt als im Ausland.
Er zeigt auf teilweise witzige, teilweise ernste Art und Weise, dass manch anderes Volk (z.B. die Engländer) uns erst recht gern haben können und dass wir Deutschen selbst dabei sind zu lernen, unser Vaterland zu lieben und es gegen Beleidigungen von außen zu verteidigen.
Er geht auf die Wiedervereinigung dabei genauso ein wie auf die Probleme deutscher Kleinanleger beim großen Börsencrash. Er schreibt anschaulich, locker und witzig und es macht Spaß das Buch zu lesen.
Denn gerade zur heutigen Zeit, in der Deutschland während der Fußball-WM gezeigt hat, welche Euphorie die Deutschen für ihr Land aufbringen können und dass das, im Gegensatz zu manch kritischer Aussage, nicht im Geringsten etwas mit Nationalsozialismus und fanatischem Patriotismus zu tun hat, sondern dass es einem Land ganz gut tut einen gewissen Stolz auf das eigene Vaterland zu haben, ist ein solches Buch der richtige Ansatz um weiter zu machen und sich nicht dafür zu schämen deutsch zu sein.
Das Buch hat einen hohen patriotischen Anspruch in humorvoller Lesart, ist aufschlussreich, informativ und kurzweilig und meiner Meinung nach auf jeden Fall empfehlenswert, wenn man selbst persönlich die Meinung vertritt, dass ein gesunder Patriotismus absolut nichts mit Nationalsozialismus oder „rechter“ Einstellung zu tun hat, sondern ganz im Gegenteil dem eigenen Land gut tut. Besonders gefallen hat mir, dass das Buch mit dem Absatz „Viel später bat ich sie, jetzt einen unverkrampften Satz über Deutschland zu sagen. Aber sie war schon eingeschlafen. Sie sah sehr schön aus. Sie war der Satz.“ endet, da es mich persönlich sehr gerührt hat, wie er über seine Frau schreibt und dass er auch sie als einen schönen Teil von Deutschland darstellt.
(Betreut von Dr. Ulla Stelzel)
Empfohlene Zitierweise
Matthias Matussek: Wir Deutschen. Warum uns die anderen gern haben können, Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag 2007, 352 Seiten, ISBN 978-3-596-17151-4, EUR 9,95, gelesen von Letitia Kernschmidt. lesepunkte 2 (2007), Nr. 6, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/5616/
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Erstellt: 13.12.2007
Zuletzt geändert: 13.12.2007




