Chidolue

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Dagmar Chidolue: Flugzeiten, Frankfurt am Main: Fischer Schatzinsel 2007, 256 Seiten, ISBN 978-3-596-85235-2, EUR 12,90. 

 

gelesen von Katharina Kusch, 9. Klasse
Marienschule Krefeld

 

lesepunkte: ●●●○○

 


Der Roman handelt vom Leben des Jungen Bruno Schildt, der in ärmlichen Verhältnissen aufwächst. Bruno, meistens Bonna genannt, ist der älteste Sohn der Familie und hat noch fünf Geschwister: Herta, Frieda, Günter, Helmut und Anni. Er hilft seinem herzkranken Vater bei dessen Arbeit in einer Molkerei. Der Roman schildert die Problematik einer sozial schwachen deutschen Familie bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges.

Bonna muss arbeiten und seiner Familie finanziell helfen, weil sein Vater nur einen geringen Verdienst hat. So bleibt Bonna nur ein Taschengeld von 50 Pfennig, obwohl er eigentlich 5 Mark in seiner Ausbildung als Schlosser erhält. Es macht Bonna durchaus glücklich seiner Mutter so zu helfen, doch seine wahre Leidenschaft ist das Fliegen. Diese Möglichkeit, endlich frei wie ein Vogel zu sein, bekommt der durch den Fliegerverein der Hitlerjugend. Zuerst muss er jedoch seinen Vater überzeugen, dass er dort eintreten darf, da dieser sich seit Jahren gegen die Politik der Nationalsozialisten einsetzt. 

Durch sein Engagement und seine guten Leistungen schafft es Bonna, zum „Scharführer“ befördert zu werden. Von da an steht für ihn fest, dass er das Fliegen zu seinem Beruf  machen wird. Als ein guter Freund von ihm, Willy Bukowski, bei der Luftwaffe als Pilot genommen wird, versucht auch Bonna sein Glück. Nach der erfolgreichen A- und B- Fliegerscheinprüfung wird er jedoch nach zahlreichen weiteren Prüfungen nicht als Pilot genommen. Nachdem sein Vater an einer Herzerkrankung stirbt, muss sich Bonna alleine um seine Familie kümmern. Allerdings bricht nun der 2. Weltkrieg aus und Bonna wird als Soldat eingezogen. Aus diesem Grund muss sein jüngerer Bruder Günter die Arbeit des Vaters übernehmen, damit sie in der kostenlosen Wohnung über der Molkerei wohnen bleiben können. Nach einiger Zeit geht jedoch auch Günter zur Wehrmacht und der jüngere Bruder Helmut übernimmt die Arbeit auf dem Hof.

Als auch Helmut gegen Kriegsende eingezogen wird, bleiben die Frauen der Familie allein zu Hause. Die älteste Schwester heiratet daraufhin ihren Freund Fritz, der aber im selben Jahr im Krieg umkommt. Daraufhin flieht sie mit ihren beiden Söhnen, ihrer Mutter und ihrer kleinen Schwester Anni nach Cuxhaven, wo sie auch auf ihren Bruder Günter stoßen.  

Dagmar Chidolue erzählt in ihrem Roman die wahre Geschichte ihres eigenen Vaters. Sie hat das ganze Geschehen sehr lebhaft und real nacherzählt. Dadurch, dass es eine wahre Geschichte ist, wurde das Buch noch ein bisschen spannender. Von allen Geschwistern lebte Bonna (gestorben Ende 2005 im Alter von 86 Jahren) am längsten. Er wollte seine Tochter eigentlich Jutta nennen, was aber nicht ging, da er als „jüdischer“ Name galt.  

Das Buch hat eine klare Struktur, welche jedes einzelne Jahr von 1932 bis zum Jahre 1940 genau und verständlich beschreibt. Dieser Aufbau gefiel mir sehr gut. Vor allem hat mir sehr gut gefallen, dass in einer Art Anhang unter dem Titel „Wie es weiterging“ der weitere Lebensverlauf der Geschwister und der Mutter geschildert wird. Diese leicht zu verstehende Struktur des Buches ist eine klare Stärke des Buches. 

Insgesamt war das Buch sehr fesselnd und man konnte es sehr gut und schnell lesen. Das einzige, was mir nicht ganz so gut gefallen hat, ist, dass das Leben der Geschwister am Ende nur noch kurz zusammengefasst wurde und nicht detaillierter beschrieben wurde. Es wurde sozusagen an der spannendsten Stelle aufgehört.  

Trotzdem hat mir das Buch sehr gut gefallen, vor allem für ein Buch, dass das Leben im 2. Weltkrieg schildert. Ich gebe dem Buch drei Punkte, denn es ist ein gutes Buch und durchaus empfehlenswert.  

(Betreut von Susanne Spiekermann) 

 

 

Empfohlene Zitierweise

Dagmar Chidolue: Flugzeiten, Frankfurt am Main: Fischer Schatzinsel 2007, 256 Seiten, ISBN 978-3-596-85235-2, EUR 12,90, gelesen von Katharina Kusch. lesepunkte 2 (2007), Nr. 6, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/5610/

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Erstellt: 13.12.2007

Zuletzt geändert: 13.12.2007