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Hartmut Leppin / Mirko Rathke (Illustr.): Die erste Demokratie. Athen im 5. Jahrhundert v.Chr., Hildesheim: Gerstenberg Verlag 2004, 48 Seiten, ISBN 3-8067-4866-7, EUR 12,90.
gelesen von: Patrick Fuhrmann, 10. Klasse
Gymnasium St. Wolfhelm, Schwalmtal-Waldniel

„In unserer Zeit ist es selbstverständlich, dass das Volk herrschen soll und dass moderne Staaten eine Demokratie brauchen. Den meisten Menschen der Antike dagegen kam dieser Gedanke unsinnig vor, denn das gewöhnliche Volk galt als dumm. Die Athener jedoch wagten es im 5. Jahrhundert v.Chr., eine Demokratie einzurichten, und sie hatten damit Erfolg.“ Dies sind die einleitenden Worte des Buches „Die erste Demokratie. Athen im 5. Jahrhundert v.Chr.“ Und es sind auch die Worte, die das Buch am besten wiedergeben – denn die Einführung der Demokratie, einer Herrschaft des Volkes, war ein großes und schwieriges Experiment.
Das Buch berichtet in 3 Kapiteln mit insgesamt achtzehn Unterkapiteln über das Entstehen der ersten Demokratie, die Kriegsführung und das Alltagsleben der Athener.
Im Unterkapitel „Ein Tyrann beherrscht Athen“ wird besonders anschaulich berichtet, wie Peisistratos mit Hilfe einer Täuschung die Alleinherrschaft in Athen übernahm, indem er ein besonders schönes und großes Mädchen namens Phye so einkleidete, dass sie aussah, als wäre sie die Göttin Athene. Mit diesem Mädchen fuhr Peisistratos auf einem Streitwagen in Athen ein. Die Athener glaubten, dass das Mädchen wirklich Athene war, beteten sie an und ließen Peisistratos in Athen die Macht übernehmen.
Ebenso spannend weiß der Autor über Themen wie die Akropolis und die Handwerkerausbildung in Athen zu berichten. Darüber hinaus kann man auch viel über die Kriegsführung Athens erfahren, was mich besonders interessiert hat. Nehmen wir zum Beispiel das Unterkapitel „Die Perser kommen!“. Darin wird schon an einem reich detaillierten Bild veranschaulicht, wie die Athener die Perser in der Schlacht bei Marathon besiegten, indem sie nämlich einfach ihre Krieger schwer panzerten und dadurch stärker gegen die persischen Bogenschützen machten, die im Nahkampf keine Chance hatten.
Natürlich wird in diesem Kapitel auch über den legendären Lauf eines Kriegers von Marathon nach Athen berichtet, von dem der heutige Marathon herrührt. Es ist dort auch eine Faktenbox zu sehen, wie sie überall im Buch anzutreffen ist. Diese sogenannten Faktenboxen enthalten die wichtigsten Fakten über das Thema des Unterkapitels.
Aber natürlich geht es nicht nur um die Männer in Athen, auch für die Welt der Frauen gibt es ein eigenes Kapitel. Darin wird anschaulich gezeigt, wie es damals den Frauen erging und wie der Alltag von z.B. einer niederen Sklavin ablief, die auf den Feldern der freien Bürger arbeiten musste, oder der Frau eines reichen Kaufmannes, die den ganzen Tag damit verbrachte, sich selbst zu verschönern und zu pflegen. Es wird auch gezeigt, dass die Frauen damals nicht wirklich oder gar nicht in die Demokratie einbezogen wurden, was sich ja heute zum Guten geändert hat.
Ich denke, dass das Buch das Thema gut getroffen, zur Genüge behandelt und erklärt hat, auch wenn der Autor manchmal ein wenig davon abgewichen ist. Insgesamt hat der Autor ein Buch geschrieben, das nicht nur lehrreich und interessant ist, sondern auch für den Unterricht sehr nützlich sein kann.
(Betreut von Karoline Zielosko)
Empfohlene Zitierweise
Hartmut Leppin / Mirko Rathke (Illustr.): Die erste Demokratie. Athen im 5. Jahrhundert v.Chr., Hildesheim: Gerstenberg Verlag 2004, 48 Seiten, ISBN 3-8067-4866-7, EUR 12,90, gelesen von Patrick Fuhrmann. lesepunkte 1 (2006), Nr. 1, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/4302/
Bitte setzen Sie beim Zitieren dieses Beitrags hinter der URL-Angabe in runden Klammern das Datum Ihres letzten Besuchs dieser Online-Adresse.
Erstellt: 09.10.2006
Zuletzt geändert: 11.10.2006




