Sachbücher

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Dieter Vieweger: Das Geheimnis des Tells. Eine archäologische Reise in den Orient, Mainz: Verlag Philipp von Zabern 2005, 88 Seiten, ISBN: 3-8053-3519-9, EUR 19,90.

gelesen von Katrin Jeschonnek
Lise-Meitner-Gymnasium Unterhaching

 


Schon auf den ersten Blick macht das Kinderbuch „Das Geheimnis des Tells“ aus dem Philipp von Zabern Verlag einen schönen, kinderfreundlichen Eindruck. Beim Durchblättern fallen dem Leser die großen, gezeichneten Bilder auf und wecken das Interesse. Das Cover ist mit einem großen Bild einer archäologischen Ausgrabung versehen und lädt zum Lesen und mehr Erfahren ein.

Erzählt wird die Geschichte der beiden Kölner Geschwister Katia und Aaron, die nach Palästina reisen. Sie begegnen dort sowohl den gegenwärtigen politischen Problemen als auch der großen Vergangenheit des Nahen Ostens. Ihr Großvater – ein pensionierter Archäologe – führt sie auf einen Tell. Das ist ein Siedlungshügel, bei dem viele Schichten aus verschiedenen Siedlungen und Städten übereinander liegen, die früher gebaut worden waren. Katja und Aaron helfen bei den Ausgrabungen und machen aufregende Entdeckungen, wie zum Beispiel alte Tonscherben. Sie dringen mit Hilfe Linas, einer jungen Archäologin, in die Geheimnisse der Welt vor drei Jahrtausenden ein und erfahren, wie die Menschen dort gelebt haben. Eine ganze Stadt breitet sich vor ihnen aus, mit Werkstätten, Schule, Tempel und vielem mehr. Allerdings kommt am Ende der Rest der Geschichte etwas zu kurz. Trotzdem sind viele Details, die vor allem Kinder interessieren, recht gut dargestellt, wie zum Beispiel das Internet oder das Fliegen mit dem Flugzeug. 

Auf der Innenseite des Umschlags ist eine spärlich beschriftete Landkarte zu sehen, damit man einen Eindruck davon bekommt, wo die Geschichte spielt. Die recht großformatigen Seiten sind mit vielen Illustrationen bedruckt, die in einem recht eigentümlichen Stil gemalt sind, aber das Geschehen gut darstellen. Die Aufmachung ist schön gestaltet, so dass das Buch auch von Schülern mit wenig Leseerfahrung einfach zu lesen ist. 

Im hinteren Teil des Buches ist ein Spielplan zum Raustrennen abgedruckt sowie Spielkarten, eine Anleitung und Spielchips für ein Archäologiespiel. Davor befindet sich eine Art kurzes Lexikon, in dem schwierigere Wörter aus der Geschichte erklärt werden, die der Leser beim Lesen vielleicht nicht verstanden hat. Hinter dem Spiel befindet sich auch noch eine Seite für Notizen, Fotos von Ausstellungen oder Adressen von Museen und Internetseiten. 

Was mir an diesem Buch nicht so sehr gefällt, ist das Spiel im hinteren Bereich des Buches, weil der Leser des Buches so dazu verleitet wird, ein Buch zu zerschneiden. Das finde ich nicht sonderlich empfehlenswert, da Kinder zu einem wünschenswerten Umgang mit Büchern erzogen werden sollten. Außerdem hat die Geschichte zwar einen schönen Anfang, allerdings kommt das Geschehen außerhalb der Ausgrabungen zu kurz. 

An dem Buch gefällt mir an sich die Idee sehr gut, da ich auch selber nicht wusste was ein „Tell“ ist. Nebenbei gefällt mir, dass die Verfasser des Buches sich dem Leser vorstellen und kurz das Lexikon erklären. Die Aufmachung des Buches ist für Kinder sehr ansprechend und auch die Sprache ist einem jüngeren Alter angepasst. 

Ich kann das Buch Kindern empfehlen, mit der Ausnahme, dass das Spiel ein bisschen der angenehmen Aufmachung schadet. Abgesehen davon, ist „Das Geheimnis des Tells“ ein schönes (Vorlese-)Buch. 

(Betreut von Walter Etschmann) 

Empfohlene Zitierweise

Dieter Vieweger: Das Geheimnis des Tells. Eine archäologische Reise in den Orient, Mainz: Verlag Philipp von Zabern 2005, gelesen von Katrin Jeschonnek. Probeausgabe (2006), Nr. 0, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/3570/

Bitte setzen Sie beim Zitieren dieses Beitrags hinter der URL-Angabe in runden Klammern das Datum Ihres letzten Besuchs dieser Online-Adresse.



Erstellt: 03.05.2006

Zuletzt geändert: 03.05.2006