Romane

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Waltraud Lewin: Die letzte Rose des Sommers. Napoleon und Josephine - eine historische Liebe, 320 Seiten, Bindlach: Loewe Verlag 2005, ISBN: 3-7855-5580-6, EUR 12,90.

gelesen von Teresa Nebauer, 9. Klasse
Gymnasium Landau a. d. Isar

 


Der Roman beginnt mit der ersten Begegnung des damals armen korsischen Generals Napoleon Bonaparte und der verschwenderisch lebenden kreolischen Witwe Joséphine de Beauharnais in Paris, die zunächst aus der Sicht von Joséphines Tochter geschildert wird.

Die Autorin beschreibt zwar ausreichend und gut verständlich das politische Wirken Napoleons bis zu seinem Tod, im Vordergrund steht jedoch sein privates Zusammenleben mit Joséphine. Dies entwickelte sich von einer Zweckehe zu einer wahren, jedoch tragisch endenden Liebe. Das Buch schildert vor allem Joséphines Gefühle gegenüber Napoleon. Sie hatte ihn zunächst aus Berechnung geheiratet und betrog ihn über Jahre hinweg mit einem Hauptmann. Als Napoleon davon erfuhr und kurz davor war, seine über alles geliebte Ehefrau, die ihn so verletzt hatte, zu verstoßen, brachte dies den Wendepunkt in der Beziehung der beiden. Joséphine hielt von nun an privat und auch politisch zu ihrem Mann. 

Auch wird deutlich, dass Napoleon ein sehr emotionaler Mensch war und er sich in seiner Politik von privaten Ereignissen beeinflussen ließ. Ausführlich werden die Höhepunkte im Leben der beiden behandelt. Napoleon wurde durch seine anhaltenden militärischen Erfolge, wie zum Beispiel die Befreiung Italiens von den Österreichern, in der Öffentlichkeit bekannt. Durch seine genialen Kriegstaktiken und geschickten Manipulationen gelang es ihm, nach und nach die Regierung (Direktorium) zu entmachten und sich an die Spitze des Staates zu stellen. Er war nun erster Konsul, wollte jedoch den Kaisertitel erlangen, um eine Dynastie zu gründen und sein politisches Erbe zu sichern. 1804 krönte er, im Einverständnis mit dem Papst, sich selbst und Joséphine in Notre Dame zu Kaiser und Kaiserin. Als jedoch sicher war, dass Joséphine keine weiteren Kinder bekommen könnte, war der Kaisertitel auch der Grund dafür, dass er seinen Ratgebern nachgab und in eine Scheidung mit Joséphine einwilligte und schließlich die Tochter des österreichischen Kaisers heiratete. Sein Sohn aus dieser Ehe wurde aber später nicht als Thronfolger anerkannt. Die letzen Kapitel dieses Buchs zeigen, dass Napoleon auch nach der Scheidung sein inniges Verhältnis zu Joséphine nicht aufgab. 

Die im Erzählstil gehaltene Hauptgeschichte wird öfter durch kurze sachliche Informationen über geschichtliche Hintergründe unterbrochen, die aber trotz des kompakten Inhalts sehr gut nachvollziehbar sind. 

Die in Kapitel unterteilte Erzählung endet mit dem Tod und der Beisetzung Joséphines. Es folgt jedoch ein kurzer Epilog, der dem Leser die letzten Stationen in Napoleons Leben von seiner Flucht von der Insel Elba bis zur Schlacht bei Waterloo schildert. Der Epilog endet mit Napoleons Tod im Exil auf St. Helena. 

Mir gefällt das Buch sehr gut, weil ich dadurch die Zusammenhänge und vor allem die Übergänge zwischen den einzelnen Ereignissen viel besser begriffen habe. Ich kann es jedem weiterempfehlen, den nicht nur die Kriege und Bestialitäten, sondern auch die oft privaten Hintergründe für politische Entschlüsse und das Leben in dieser Zeit interessieren. Der Roman ist sprachlich sehr gut verständlich, auch die geschichtlichen Erklärungen, da nicht zu viele Fremdwörter verwendet werden. Die Autorin schafft es sogar, dem Leser den Alltag des Kaiserpaares „schmackhaft“ zu machen, indem selbst dieser spannend und geheimnisvoll gehalten wird. Von den wichtigen Intrigen innerhalb der Verwandtschaft Bonapartes und den politischen Machenschaften des berüchtigten Polizeichefs Fouchés, dem sowohl Napoleon, als auch Joséphine vertrauten, ganz zu schweigen. 

Ansprechend fand ich außerdem die Ausstattung des Buches. Auf der letzen Seite beispielsweise finden sich eine Zeittafel, in der die wichtigsten Ereignisse mit den zugehörigen Jahreszahlen zusammengefasst werden, sowie ein Personenregister, das zu jeder Person die wichtigsten Informationen hinzufügt. 

Nicht so gut finde ich die häufige Einbringung der eigenen Meinung durch die Autorin, da der Leser vielleicht anders denkt und somit von der Kritik oder Sympathiebekundung der Autorin zu sehr beeinflusst wird. Außerdem ist das Buch für weibliche Jugendliche deutlich besser geeignet als für männliche, da sehr oft Kleidung, Schmuck, Zimmereinrichtung oder ähnliches beschrieben wird, was die meisten Jungen zwischen 13 und 19 Jahren vermutlich nicht so sehr interessiert. In meinen Augen ist dieser Roman sehr gut geeignet auf spannende und unterhaltsame Art und Weise Informationen über Napoleon und seine Zeit zu erhalten. 

(Betreut von Thomas Eben) 

Empfohlene Zitierweise

Waltraud Lewin: Die letzte Rose des Sommers. Napoleon und Josephine - eine historische Liebe, Bindlach: Loewe Verlag 2005, gelesen von Teresa Nebauer. Probeausgabe (2006), Nr. 0, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/3578/

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Erstellt: 03.05.2006

Zuletzt geändert: 03.05.2006