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Uri Orlev: Lauf, Junge, lauf, Weinheim: Beltz & Gelberg (Gulliver Taschenbücher) 2008 (4. Auflage), 232 Seiten, ISBN 978-3-407-78969-3, EUR 7,50.
gelesen von Emanuel Obermeier, 7. Klasse
Oskar-von-Miller-Gymnasium, München
lesepunkte: ●●●●●

Das Buch erzählt die wahre Geschichte des neunjährigen jüdischen Jungens Srulik, der im Warschauer Getto lebt. Nach dem Verlust seiner Familie gelingt es ihm, in einer Müllkutsche zu fliehen. Schon hier hilft ihm ein freundlicher Bauer, der ihm einige jüdische Buben zeigt, die gemeinsam im Wald leben.
Die Gruppe schläft im Wald und überlebt durch Diebstähle. Doch schon am dritten Tag ertönen Schüsse und die Gruppe verliert sich bei der Flucht. Nun lebt Srulik allein im Wald und schläft auf Bäumen. Eines Tages folgt er heimlich einem Förster und klopft an die Türe eines Bauernhofes an, um dort eventuell eine Arbeit zu finden. Doch der Bauer sperrt ihn ein und möchte ihn verraten. Nur durch die Hilfe der Bauersfrau gelingt ihm erneut die Flucht.
Doch es gibt auch Menschen, die dem Jungen helfen wollen. So zum Beispiel der Förster, der ihn zu seiner Schwester bringt. Srulik nennt sich dort nun selbst Jurek, ein polnischer Name, der ihm das Überleben ermöglichen soll.
Bei der Schwester des Försters lernt Jurek grundlegende Dinge: Wie man Schafe füttert, Wasser aus dem Brunnen befördert, die Tiere auf die Weide treibt und vieles andere mehr. Doch nach einer guten Zeit kommen die Deutschen, um die Tiere zu beschlagnahmen. Jurek versteckt sich und flieht erneut. Bei seiner verzweifelten Flucht über Kartoffeläcker trifft er unverhofft auf seinen Vater. Bei diesem kurzen Wiedersehen in größter Gefahr erteilt ihm der Vater wichtige Grundsätze zum Überleben: Bade nie mit anderen Kindern (damit diese seine Beschneidung nicht sehen können), nimm einen Namen der Gojim (Nichtjuden) an, lerne dich zu bekreuzigen und wie man sich unter den Gojim benimmt. Wenn Du fliehen musst, gehe in den Wald, wenn Dich Hunde verfolgen, gehe ins Wasser – und vergesse nie, dass du Jude bist.
Der Vater gibt sich daraufhin den Deutschen zu erkennen und ermöglicht damit dem Sohn die Flucht in den Wald. Sruliks/Jureks weitere Flucht bringt ihn noch in manche Gefahr und kostet ihn sogar eine Hand. Dennoch gelingt es ihm, zu überleben. Dieses Buch ist mein absolutes Lieblingsbuch. Es ist zugleich spannend und traurig. Man kann sich nicht vorstellen, dass so etwas je passieren konnte.
(Betreut von Jochen Pahl)
Empfohlene Zitierweise
Uri Orlev: Lauf, Junge, lauf, Weinheim: Beltz & Gelberg (Gulliver Taschenbücher) 2008 (4. Auflage), 232 Seiten, ISBN 978-3-407-78969-3, EUR 7,50, gelesen von Emanuel Obermeier. lesepunkte 3 (2008), Nr. 4, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/6046/
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Erstellt: 13.08.2008
Zuletzt geändert: 13.08.2008




