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Theresa Breslin: Das Medici-Siegel, München: cbj 2006, 576 Seiten, ISBN 978-3-570-13246-3, EUR 18,95.
gelesen von Sina Steinberger, 10. Klasse
Katharinen-Gymnasium Ingolstadt
lesepunkte: ●●●●○

Intrige, Abenteuer und Verrat – aber auch Freundschaft, Liebe und wahre Helden! Davon handelt „Das Medici-Siegel“ von Theresa Breslin.
Der Roman spielt im Italien des 16. Jahrhunderts: Der junge Matteo wächst bei seiner Großmutter im fahrenden Volk auf und zieht ständig von Ort zu Ort. Als die Großmutter schließlich stirbt, taucht ein gewisser Sandino im Lager auf, der behauptet entfernt mit dieser verwandt zu sein. Matteo geht mit ihm, da Sandino ihm ein aufregendes Leben als Pirat verspricht. Doch dafür soll der Junge, der für seine Fingerfertigkeit bekannt ist, einen wertvollen Gegenstand stehlen. Matteo aber merkt, dass er hintergangen wurde, als Sandino versucht den Gegenstand an sich zu reißen und ihn umzubringen. Durch einen Sprung in einen reißenden Strom entgeht er nur knapp dem Mordanschlag und wird schließlich von Leonardo da Vinci höchstpersönlich aus den gefährlichen Fluten gerettet. Der Meister reist im Auftrag des Fürsten Cesare Borgia durch das Land und jener Junge wird zu seinem Gehilfen, Schüler und Freund. Matteo erfährt und lernt sehr viel vom Genie Leonardo da Vincis. Doch er wird weiterhin verfolgt, da er ein Geheimnis bei sich trägt, für das sowohl Cesare Borgia als auch die Medici jeden Mord begehen werden: das Siegel der Medici.
Matteo aber wächst heran und löst sich schließlich von Leonardo da Vinci. Auf seinem Weg zum Erwachsenen sieht er viele Grausamkeiten des Kriegs, erfährt aber auch gute Kameradschaft und die Liebe der schönen Eleanora. Doch Matteo, der beim fahrenden Volk aufgewachsen ist, weiß nicht um seine wirkliche Herkunft, mit der er immer wieder konfrontiert wird, bis sich das Geheimnis schließlich lüftet ...
Der Handlungsstrang des Buches (574 Seiten) ist logisch aufgebaut, denn die Geschichte ist in 93 unterschiedlich lange Kapitel und in sieben Teile gegliedert, welche die verschiedenen Lebensabschnitte von Matteo beschreiben. So wächst in dem Roman ein kleiner Jungen zum richtigen Mann heran. Leonardo da Vinci sagt schließlich zu ihm: „Es ist schwierig, zu sich selbst zu finden. Und auch wenn du der Wahrheit mitunter ausgewichen bist, so hat sie dich doch stets begleitet. Jetzt musst du ihr gerecht werden – als ein aufrichtiger Mann.“ (574)
Am Anfang des Buches findet sich eine Anmerkung der Autorin, in der sie den Leser kurz über das Italien der Renaissance informiert. Jedoch liegt dem Buch keine weitere Ausstattung bei, wie etwa eine Karte, die zum besseren Verständnis dringend notwendig wäre, da die Geschichte sich über ganz Italien erstreckt. Auch ein Namensverzeichnis wäre hilfreich, um den Überblick zu behalten.
Bei dem Roman handelt es sich um ein sehr informatives und interessantes Buch, wobei man viel über die Werke als auch die Person Leonardo da Vincis erfährt, den Matteo die meiste Zeit begleitet: So bekommt der Leser einen Einblick in die Anatomiestudien, die der Meister betrieb, in die Arbeit an seinen Gemälden, aber auch in die Person der Mona Lisa. Die Geschichte ist genau recherchiert und die Epoche, in der sie spielt, sehr gut und verständlich beschrieben, sodass man sich tatsächlich in das Italien des 16. Jahrhunderts hineinversetzen kann. Nebenbei bekommt man noch einen Einblick in das damalige Leben und den Alltag der Herrscher und Päpste und natürlich der Medici: „Die Medici: selbstsüchtig, hochmütig, stolz, unersättlich, rücksichtslos, gewalttätig. Die Medici: klug, kunstverständig, großmütig, imposant, freigebig, mitfühlend.“ (558 f.)
Obwohl die ganze Handlung relativ spannend geschrieben und das Ende sehr überraschend kommt, sind einige Textpassagen etwas langatmig und langweilig.
Aber es lohnt sich auf jeden Fall bei solchen Stellen nicht aufzugeben, da „Das Medici Siegel“ alles in allem ein lesenswertes Buch darstellt und allen empfohlen werden kann, die historische Romane mögen und sich für Leonardo da Vinci interessieren. Folglich vergebe ich vier von fünf Punkten.
(Betreut von Dr. Matthias Schickel)
Empfohlene Zitierweise
Theresa Breslin: Das Medici-Siegel, München: cbj 2006, 576 Seiten, ISBN 978-3-570-13246-3, EUR 18,95, gelesen von Sina Steinberger. lesepunkte 2 (2007), Nr. 5, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/5532/
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Erstellt: 19.10.2007
Zuletzt geändert: 19.10.2007




