Romane

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Susanne Hornfeck: Ina aus China oder: Was hat schon Platz in einem Koffer, München: dtv (Reihe Hanser) 2007, 304 Seiten, ISBN 978-3-423-62330-8, EUR 8,95. 

 

gelesen von Mai Phuong Pham, 5. Klasse
Bischöfliches Albertus-Magnus-Gymnasium Viersen-Dülken

 

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Das Buch „Ina aus China“ handelt von einem kleinen Mädchen namens Chen Yinna. Sie ist sieben Jahre alt und kommt aus dem von den Japanern besetzen Shanghai nach Deutschland, zur brandenburgischen Familie von Steinitz. Die Familien kennen sich schon seit 1900, als Peking von Deutschland besetzt war. Damals sind ein deutscher Offizier und sein chinesischer Verhandlungspartner am Rande der Auseinandersetzungen Freunde geworden. Diese Freundschaft führt später dazu, dass Yinna nach Brandenburg in Sicherheit gebracht werden kann. Doch wieder – ein zweites Mal – greift der Krieg in ihr Leben ein. Im Laufe der Zeit stellt sie fest, dass Japan und Deutschland Verbündete sind und begreift, dass die Wörter „Feind“, „Heimat“ und „Freund“ eine ganz besondere Bedeutung haben, die für sie anders ist als in der Politik.

Im Jahr 1937 lebt Yinna mit ihrem Vater in Shanghai, zusammen mit einer „ama“, das heißt: Köchin und in diesem Fall auch Ersatzmutter, denn Yinnas Mutter ist kurz nach ihrer Geburt gestorben. Yinnas Ersatzmutter heißt Liuma und lebt mit ihrem Kind namens BaoBao im Haus der Chens. Yinna hat auch eine Cousine, Meihua, die in Deutschland lebt. Yinnas Leben in Shanghai ist glücklich, doch dann wird Shanghai von den Japanern besetzt. Yinnas Vater bittet daraufhin Meihua, ihre Cousine mit nach Deutschland zu nehmen. Sie soll zu Frau von Steinitz, denn die Familien verbindet eine enge Freundschaft. Und so fahren Meihua und Yinna mit dem Schiff nach Deutschland. Nach drei langen Wochen kommen sie endlich in Berlin an und müssen dann noch mit der Bahn nach Brandenburg fahren. Endlich in Brandenburg angekommen, gelangt Ina zu Frau von Steinitz. Frau von Steinitz hat keine Kinder, ihr Mann ist im Ersten Weltkrieg ums Leben gekommen. 

Ina, wie sie nun genannt wird, lebt sich schnell in Deutschland ein. Sie geht in die 4. Klasse,  lernt die deutsche Sprache und findet auch schnell Freunde. Doch im März 1938 marschieren deutsche Truppen in Österreich ein, es gibt immer stärkere Einschränkungen und Schikanen gegenüber den Juden und organisierte Ausschreitungen gegen jüdische Geschäfte. Fenster gehen zu Bruch, Synagogen werden niedergebrannt und Juden werden misshandelt, geschlagen und getötet. Auch Inas Freundin Inge ist Jüdin. Inges Vater besitzt eine Konditorei, auch deren Fensterscheiben gehen zu Bruch. Deshalb handelt Inges Vater rasch und bucht eine Schiffsreise nach Shanghai. Nun hat Ina nur noch Lotte als Freundin.

Am 1. September 1939 „beantwortet“ Hitler einen angeblichen polnischen Überfall auf den deutschen Sender Gleiwitz mit dem Angriff deutscher Truppen auf Polen. Frankreich und Großbritannien erklären Deutschland daraufhin am 3. September den Krieg. Der so genannte Zweite Weltkrieg hat begonnen. „Das ist nun mein zweiter Krieg“, denkt sich Ina. „Oder ist es ein und derselbe?“ 

Im Jahr 1941 nehmen britische Luftangriffe auf deutsche Städte deutlich zu. Wenn es Fliegeralarm gibt, müssen alle Leute im Haus einen Koffer packen mit den wichtigsten Dingen, die man auch selber tragen kann, und dann schnell in den Keller gehen. Ina sitzt eines Abends am Tisch und hört im Radio, dass Japan am 11. Dezember den Vereinigten Staaten von Amerika den Krieg erklärt hat. Ina und andere Mädchen stricken im Handarbeitsunterricht Fäustlinge für die deutschen Soldaten in Russland. Sie hören von der Schlacht um Stalingrad und ihrer Einnahme durch die Sowjetunion im Januar 1943. Viele Soldaten sterben, werden verwundet oder kommen in russische Gefangenschaft.

Inzwischen wartet Ina schon seit zwei Jahren auf einen Brief von ihrem Vater. Deshalb schreiben sie und Muma einen 25-Wörter-Brief an ihn – und Ina wartet ein weiteres halbes Jahr auf Antwort. Doch ganz plötzlich kommt eine unerwartete Nachricht aus der Schweiz. In diesem Brief schreibt Inas Vater, dass sie in die Schweiz ausreisen muss, da er sich über die militärische Lage in Deutschland Sorgen macht. 

Daraufhin fahren Ina und ein Botschaftssekretär mit der Bahn in die Schweiz. Doch unterwegs werden sie von einem Fliegeralarm aufgehalten; durch den Luftangriff werden die Schienen beschädigt. Alle müssen aussteigen und zwei Tage lang warten. Endlich kommt Ina in der Schweiz an; auch hier bleibt sie jedoch nicht lange, sondern fliegt mit dem Flugzeug zu ihrem Cousin Robert nach Taipeh. Inas Vater stirbt an einer Herzschwäche. Ina lebt nun in Taipeh und will eigentlich gar nicht dort bleiben. Aber schließlich soll sie es doch noch ein bisschen auf dieser Insel aushalten... 

Das Leben dieses Mädchens ist sehr hart. Ich finde das Buch dennoch sehr schön, man kann sich sehr gut in die Hauptfigur hineinversetzen. Außerdem beruht die Geschichte auf wirklichen Begebenheiten. Ich gebe diesem Buch 5 Lesepunkte. 

(Betreut von Karoline Zielosko) 

 

 

Empfohlene Zitierweise

Susanne Hornfeck: Ina aus China oder: Was hat schon Platz in einem Koffer, München: dtv (Reihe Hanser) 2007, 304 Seiten, ISBN 978-3-423-62330-8, EUR 8,95, gelesen von Mai Phuong Pham. lesepunkte 3 (2008), Nr. 5, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/6130/

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Erstellt: 27.10.2008

Zuletzt geändert: 27.10.2008