Romane

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Roland Mueller: Der Kundschafter des Königs. Auf den Spuren Alexanders des Großen, München: cbj 2005, 284 Seiten, ISBN 3-570-12924-1, EUR 14,90. 

 

gelesen von Simon Tafler, 8. Klasse
Matthias-Grünewald-Gymnasium Würzburg

 


Das Jugendbuch „Der Kundschafter des Königs. Auf den Spuren Alexanders des Großen“ von Roland Mueller habe ich von der ersten bis zur letzten Seite mit Begeisterung gelesen. Besonders gefallen hat mir, dass in dieser Geschichte ein Junge in etwa meinem Alter eine große Rolle spielt.

Er heißt Dareg, ist ein Waisenkind und kommt durch einen glücklichen Zufall in das Heerlager Alexanders des Großen: Daregs Eltern sind schon gestorben, als er noch ein kleiner Junge war. Seitdem lebt er bei seinem Onkel, bis ihm eines Tages sein Hund Mikion davonläuft und Dareg ihn – ob er nun will oder nicht – suchen muss. Irgendwann stößt er dabei auf ein noch nie zuvor gesehenes Heerlager, wo er erstens seinen Hund wieder findet und zweitens auf seine Fähigkeit Spuren zu lesen aufmerksam wird. Nachdem er einen Test bestanden hat, wird er von Alexander als Kundschafter eingestellt und fortan von Mikail, dem Hauptmann der Leibgarde Alexanders, sowohl im Kämpfen als auch im Lesen, Schreiben und Rechnen unterrichtet. Daregs Freude steigt noch mehr, als er Melissa kennen lernt, ein hübsches Mädchen in seinem Alter. Auch ihre Eltern sind schon verstorben, und zwar bei der Überrumpelung ihres Dorfes durch das Heer Alexanders. Melissa wurde als einzige Überlebende des Dorfes in Alexanders Heer mitgenommen und hat seither kein einziges Wort mehr gesprochen. Zwischen den beiden Jugendlichen entwickelt sich allmählich aus Fremdheit Freundschaft, aus Freundschaft Liebe und aus Liebe spricht Melissa dann die ersten Worte seit der Zerstörung ihres Dorfes.  

Dareg bewährt sich im Dienste Alexanders bei der Schlacht von Issos im Jahre 333, ist in Ägypten dabei, wo er den Aufbau der Stadt Alexandria miterlebt und nimmt am entscheidenden Kampf gegen das riesige Heer der Perser bei Gaugamela teil. Ich will jetzt aber von den Erlebnissen des Jungen weiter nichts mehr verraten, da euch der Lesespaß ja nicht vergehen soll. 

Gut finde ich, dass dem Buch eine ausgezeichnete Landkarte beigefügt ist, auf der man die Heerzüge und Schlachten Alexanders des Großen leicht nachvollziehen kann und einen Überblick über die Schauplätze des Buches erhält. So gewinnt man auch einen besseren Eindruck von den gewaltigen Dimensionen der Kriegszüge Alexanders. Auch das Nachwort, das die wichtigsten Fakten zu Alexander dem Großen enthält, erleichtert dem Leser das Verständnis der historischen Ereignisse, die im Buch angesprochen werden. 

Alexander wurde im Jahre 356 v. Chr. in der Stadt Pella, im heutigen Griechenland, geboren. Sein Vater Philipp II. war König von Makedonien, seine Mutter eine griechische Prinzessin mit dem Namen Olympias. Sein Vater kümmerte sich nicht besonders um den jungen Alexander. Er wuchs im Königspalast auf und wurde von dem berühmten Philosophen Aristoteles unterrichtet. Dieser lehrte ihn alles, was ein junger Mann aus dem Adel wissen musste: Rhetorik, Literatur, lesen und schreiben. Daneben wurde Alexander als exzellenter Krieger ausgebildet. Nach dem Tod Philipps wurde Alexander König von Makedonien und eroberte auf seinen Feldzügen, die ihn bis nach Indien führten, das größte Reich der Antike, wofür er den – nicht unumstrittenen – Beinamen „der Große“ erhielt. 323 v. Chr. starb Alexander an einer Erkrankung, sein Reich zerfiel nach seinem Tod. 

Zum Verständnis des geschichtlichen Rahmens der Handlung halte ich auch die Worterklärungen am Ende des Buches für sehr wichtig, denn wer weiß schon, was z.B. eine „Sarisse“ oder ein „Hoplit“ ist? 

Ich würde sagen, dass jemand, der sich für die antike Geschichte und besonders für die Person Alexanders des Großen interessiert, dieses Buch mit Freude und Gewinn lesen wird. Durch die Einflechtung tatsächlicher, verständlich und genau beschriebener historischer Ereignisse in die Erzählung um den Kundschafter Dareg lernt der Leser die Etappen im Leben Alexanders gut kennen. Er erfährt sowohl einiges über die Persönlichkeit des Königs der Makedonier als auch über seine Erfolge. Dennoch herrscht kein Mangel an Spannung, da die Handlung einige Höhepunkte, etwa bei Schlachten oder anderen kritischen Aktionen, enthält und immer wieder für Abwechslung sorgt.  

Das Buch ist lebendig geschrieben, die Ereignisse entwickeln von Anfang an ein gewisses Tempo, sodass keine Langeweile aufkommt. Dadurch, dass ein Junge als Hauptfigur gewählt wurde, konnte ich mich auch gut in seine Situation hineinversetzen. Insgesamt handelt es sich um ein ebenso spannendes wie auch lehrreiches Buch, das Geschichte einmal anders präsentiert. 

(Betreut von Daniel Roos) 

 

 

Empfohlene Zitierweise

Roland Mueller: Der Kundschafter des Königs. Auf den Spuren Alexanders des Großen, München: cbj 2005, 284 Seiten, ISBN 3-570-12924-1, EUR 14,90, gelesen von Simon Tafler, 8. Klasse. lesepunkte 1 (2006), Nr. 2, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/4749/

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Erstellt: 11.12.2006

Zuletzt geändert: 14.12.2006