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Rainer M. Schröder: Die Medici-Chroniken - Hüter der Macht (Band 1), Würzburg: Arena Verlag 2010, 560 Seiten, ISBN 978-3-401-06350-8, EUR 19,99.
gelesen von Verena Zabel, 11. Klasse
Gymnasium bei St. Anna, Augsburg
lesepunkte: ●●●●○

Der Bestsellerautor Rainer Maria Schröder hat uns wieder mit einer wunderbaren Geschichten bereichert. Diesmal geht die historische Reise ins Italien des 15. Jahrhunderts. Seine Trilogie „Die Medici-Chroniken“ beruht auf zahlreichen Fakten, für die Schröder längere Zeit recherchiert hat.
Der erste Band dieser Trilogie trägt den Titel „Hüter der Macht“ und spielt im Florenz des 15. Jahrhunderts: Der junge Sandro Fontana ist nach langem Umherirren von einer Stadt Italiens zur nächsten auf dem Weg in die große Handelsstadt Florenz. Er ist geschafft vom ständigen Reisen und seinem Leben in Armut. In Florenz erhofft er sich ein ruhiges Leben und er träumt davon, einen Beruf bei der Medici-Familie zu erlernen, einer sehr erfolgreichen Bankiersfamilie. Auf seiner Reise lernt er das Sklavenmädchen Tessa kennen und wird in eine Intrige verwickelt.
In Florenz angekommen erhält er einen Beruf in der Tuchmanufaktur der Medici. Er steigt rasch in dem Familiengeschäft auf. Doch ein ruhiges Leben zu führen gelingt nicht so, wie er es sich erhofft hatte. Die Streitereien der mächtigen Patrizierfamilien in Florenz zeigen sich in vielerlei Intrigen und Verschwörungen, in die auch Sandro mit hineingezogen wird. Sein einziger Trost ist Tessa, das Sklavenmädchen, doch hat ihre Freundschaft überhaupt eine Zukunft?
Diese und viele andere Fragen muss sich der Leser im Verlauf des Buches stellen, denn Rainer Maria Schröder versteht es, historische Fakten in eine spannende Geschichte zu verwandeln. Gekonnt verstrickt Schröder die Handlungsfäden und schafft es mühelos den Leser zu fesseln.
Aufgebaut ist das Buch in einen Prolog, vier Hauptteile und den Epilog, dann folgen ein Nachwort und ein Glossar zu wichtigen Begriffen des Florenz im 15. Jahrhundert. Das Buch enthält außerdem drei kleine Zeichnungen der Stadt Florenz, sowie eine Gesamtkarte des Italiens jener Zeit.
Das Buch basiert auf historischen Quellen zum Hause der Medici. Auch der thematisierte Krieg gegen Lucca beruht auf Tatsachen. Natürlich sind die Eigenschaften der Hauptcharaktere nicht alle historisch belegt, sondern auch vom Autor ausgeschmückt worden, „weil die Handlung unweigerlich in Fakten ersticken und das Ganze zu einem Sachbuch missraten würde“, so Schröder in seinem Nachwort.
Ich kann das Buch auf jeden Fall weiter empfehlen, da es zum einen wirklich gut geschrieben und sehr angenehm zu lesen ist. Zum anderen sind sowohl Handlung, als auch die Gefühle der Hauptcharaktere extrem mitreißend geschildert. Vor allem für jugendliche Leser ist der Sprachstil sehr geeignet. Gut verständlich geschrieben, jedoch keinesfalls primitiv, besitzt das Buch auf jeden Fall eines: Fesselqualität! Dabei schafft Schröder es, so zu schreiben, dass der Leser nicht die leiseste Vorahnung bekommt, wie alles ausgehen könnte. Insgesamt also ein gutes Jugendbuch, das Geschichte sowohl verständlich, als auch spannend nahebringt. Und deshalb erhält das Buch „Die Medici-Chroniken – Hüter der Macht“ stattliche 4 Lesepunkte von mir.
Im vergangenen Herbst 2010 ist der zweite Band von Schröders Trilogie „Die Medici-Chroniken“ erschienen: „Der Pate von Florenz“. Er handelt von Sandro Fontanas Sohn Marcello, dem Leben von Lorenzo ‚Il Magnifico’ de Medici und der blutigen Pazzi-Verschwörung. Im Sommer 2011 wird der dritte Band „Das Erbe des Clans“ erscheinen.
(Betreut von Dr. Claudia Weiser)
Empfohlene Zitierweise
Rainer M. Schröder: Die Medici-Chroniken - Hüter der Macht (Band 1), Würzburg: Arena Verlag 2010, 560 Seiten, ISBN 978-3-401-06350-8, EUR 19,99, gelesen von Verena Zabel. lesepunkte 6 (2011), Nr. 2, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/8910/
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Erstellt: 06.06.2011
Zuletzt geändert: 06.06.2011




