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Rainer M. Schröder: Im Rausch der Diamanten, Würzburg: Arena Verlag 2007, 528 Seiten, ISBN 978-3-401-02960-3, EUR 8,95.
gelesen von Elena Bergmann, 7. Klasse
Gymnasium Köln-Pesch
lesepunkte: ●●●○○

In dem Buch „Im Rausch der Diamanten“ von Rainer M. Schröder geht es um Daniel Lundquist, einen jungen Mann, der im Südafrika des späten 19. Jahrhunderts lebt und dort als fahrender Händler arbeitet und mit seinem schwarzen Helfer Molefe Wochen und Monate durch das trockene, wüstenartige Griqualand im Süden Afrikas fährt. In den Gebieten des Flusses Vaal wurde der legendäre Diamant „Star of South Afrika“ gefunden, was Tausende von Abenteurern und Neugierigen aus aller Welt anlockt. Auch Daniel Lundquist und Molefe versuchen ihr Glück bei der Diamantensuche, die ihr Leben von einem Tag zum anderen verändert.
Lundquist gründet mit seinen engen Freunden eine Gesellschaft für den Abbau der Diamanten und muss sich mit Konkurrenten, Feinden, seinem spielsüchtigen Schwiegervater und anderen Dingen herumschlagen. Doch im Laufe der Geschichte wird Daniel Lundquist von einem relativ armen Händler zu einem der wohlhabendsten und einflussreichsten Männern der Stadt Kimberly.
Sehr bemerkenswert finde ich an diesem Buch, dass es einen, wie es die Bücher von Rainer Schröder so an sich haben, unmerklich in die Traditionen, Fachbegriffe, Methoden und Regeln eines speziellen Themas, hier der Diamantensuche, einführt. Sehr anschaulich wird auch erzählt, wie hart und anstrengend das Leben auf den Diamantenfeldern war, wo man von der Hitze, der Trockenheit, dem Nahrungs- und Wassermangel und der Unbequemlichkeit der bis dahin fast unbesiedelten Gebieten Südafrikas geplagt wurde, und wie die Menschen aus aller Welt, teils feine Adelige, teils arme Bauern, Arbeiter oder Händler wie Daniel Lundquist, diese harte Arbeit für die Diamanten auf sich nahmen. Auch das Leben der verschiedenen Gesellschaftsschichten, vom Sklaven oder einfachen Arbeiter bis hin zu den Mächtigen und Adeligen im 19. Jahrhundert, wird ziemlich anschaulich beschrieben.
Es kam mir allerdings etwas verwirrend vor, warum hauptsächlich niederländische und englische Namen und Bezeichnungen auftauchen, obwohl die Geschichte in Südafrika spielt, weil die Zusammenhänge mit den niederländischen und englischen Kolonien und Kriegen nicht weiter erklärt werden, da sie für die Geschichte an sich nicht weiter wichtig sind.
Das Buch ist teilweise nach einem wahren Ereignis geschrieben und eine insgesamt realistische Geschichte, denn den „Star of South Afrika“ und den Ansturm von Diamantensuchern und später von Goldsuchern hat es wirklich gegeben.
Das Buch ist aus der Sicht des Erzählers geschrieben, weshalb man sich mit allen Figuren, nicht nur mit der Hauptperson unheimlich verbunden fühlt, da im Grunde nicht nur die Geschichte Daniel Lundquists, sondern auch die seiner engsten Freunde thematisiert wird. Da das Buch insgesamt 20 Jahre aus dem Leben Daniel Lundquists abhandelt, ist es teilweise etwas langatmig, aber man hat niemals das Gefühl, dass die Geschichte einfach so an einem vorbeizieht, dazu ist es viel zu interessant.
Die Spannung hält sich insgesamt aber in Grenzen, „Im Rausch der Diamanten“ kommt mir eher informativ vor, obwohl es ein Roman und kein Sachbuch ist. Ich würde dieses Buch empfehlen, aber man muss solche Lebensgeschichten mögen, die über Jahre hinweg spielen, weil es einem sonst schnell zu langweilig wird.
(Betreut von Angela Erle)
Empfohlene Zitierweise
Rainer M. Schröder: Im Rausch der Diamanten, Würzburg: Arena Verlag 2007, 528 Seiten, ISBN 978-3-401-02960-3, EUR 8,95, gelesen von Elena Bergmann. lesepunkte 3 (2008), Nr. 2, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/5795/
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Erstellt: 11.04.2008
Zuletzt geändert: 11.04.2008




