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Karen Cushman: Rodzina, München: dtv 2005, 208 Seiten, ISBN 3-423-70901-4, EUR 7,50.
gelesen von Robert Deil, 7. Klasse
Wernher-von-Braun-Gymnasium, Friedberg

Der Roman „Rodzina" der amerikanischen Jugendbuchautorin Karen Cushman handelt von dem zwölfjährigen Waisenmädchen Rodzina Brodski, das im Jahr 1881 mit einer Gruppe von 21 anderen Waisenkindern in einem Zug von Chicago in den Westen der USA. geschickt wird. Die Erzählung beruht auf der Tatsache, dass zwischen 1850 und 1929 ungefähr eine Viertelmillion verarmter und meist verwaister Kinder aus den großen Städten im Osten Amerikas in den Westen geschickt wurden. Aufgrund der schlechten finanziellen Lage der Waisenhäuser konnten Kinder nicht dauerhaft aufgenommen werden und wurden deshalb in Landesteile im Westen der USA geschickt, wo sie jedoch häufig nur als Arbeitskräfte missbraucht wurden.
Rodzina, Tochter polnischer Einwanderer, wird mit anderen Waisen in einen Zug mit harten Holzbänken und einem rußigen Ofen gesetzt. Sie bekommen nur wenige und kärgliche Mahlzeiten. Ein gewisser Mr. Szprot hat die Verantwortung für die Kinder. Er ist ein sehr strenger Mann. Die Kinder sehen ihn immer mit einer Zigarre im Mund, sogar beim Schlafen nimmt er sie nicht aus dem Mund. Als weitere Erwachsene kümmert sich noch Miss Doktor um die Kinder. Als sie dann endlich losfahren, kommt Miss Doktor zu Rodzina und überträgt ihr die Verantwortung für die kleineren Kinder, das heißt, sie muss sie waschen und anziehen. Der erste Stopp ist irgendwo in Illinois oder Iowa, wo man neuen Proviant und Wasser an Bord holt. Nach ein paar weiteren anstrengenden Tagen erreichen die Waisenkinder Grand Island, wo viele von ihnen wie Vieh oder Sklaven verkauft und verschenkt werden sollen. Sogar Rodzina wird verkauft, aber nachdem sie sagt, dass sie als richtige Christin nicht immer arbeiten könne und auch nicht alles essen dürfe, wird sie zurückgebracht. Sie muss dann mit den anderen im Zug weiter nach Westen fahren.
In Cheyenne angekommen, wird sie von einem Mann namens Clench mitgenommen. Sie soll sich um seine Kinder kümmern und später seine Frau werden. Aber Mrs. Clench hilft Rodzina, indem sie ihrem Mann mit Drohungen einschüchtert, so dass er Rodzina wieder zurück in die Stadt bringt. Danach reisen die Waisenkinder eine weitere Woche und kommen zu einem Hotel, deren Besitzerin eine Freundin der Miss Doktor ist. Dort angekommen, wird allerdings ein kleines Waisenmädchen namens Lacey mit einem Zugkater vermisst. Man findet sie drei Tage darauf in einer Scheune halb durchgefroren und verhungert. Aber dann zeigt Miss Doktor, dass sie ein sehr gutes Herz hat, indem sie dafür sorgt, dass man Lacey richtig versorgt und sie z.B. nicht mit rauen Tüchern einreibt oder sie kühlt, da sie wahrscheinlich eh schon Erfrierungen hat. Danach sitzt sie einen ganzen Tag und eine ganze Nacht bei Lacey und kümmert sich um sie, bis sie wieder einigermaßen reden kann. Dann erst gönnt sie sich selbst Ruhe und gibt Lacey an Rodzina.
Schließlich werden zwei Waisen, Sammy und Joe, vom Sheriff aufgenommen, damit sie ihm und seiner Frau ein bisschen Freude machen können. Auch die kleine Lacey wird adoptiert. Ihre neue Mutter ist die Hotelbesitzerin, Mrs. Tuttle. So ist nur noch Rodzina übrig! Miss Doktor muss mit ihr weiter in den Westen, aber Rodzina will nicht mehr und so nimmt sie den nächsten Zug nach Virginia City in Nevada, damit sie die Frau eines Goldgräbers werden kann. Da sie kein Geld hat, muss sie aber gleich wieder mit dem nächsten Zug zurückfahren. Schließlich fragt Rodzina Miss Doktor, ob sie sie nicht adoptieren könne. Nach kurzem Bedenken willigt diese ein und es scheint Rodzina, als ob sie noch nie in ihrem Leben so glücklich gewesen ist!!!
Ich mag das Buch nicht so besonders, weil ich mehr Action mag, aber es ist auch interessant zu erfahren, wie damals im 19. Jahrhundert mit den Waisen umgesprungen wurde. Ich persönlich hätte nie geglaubt, dass irgendjemand so mit Kindern umspringen kann.
(Betreut von Carina Oettle)
Empfohlene Zitierweise
Karen Cushman: Rodzina, München: dtv 2005, gelesen von Robert Deil. Probeausgabe (2006), Nr. 0, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/3560/
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Erstellt: 03.05.2006
Zuletzt geändert: 04.05.2006




