Romane

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Jamila Gavin: Die Stimmen des Waldes, Ravensburg: Ravensburger Buchverlag 2005, 412 Seiten, ISBN 978-3-473-58217-4, EUR 9,95. 

 

gelesen von Niclas Richter und Jeremy Hübner, 8. Klasse
Karlsgymnasium München

 


Das Buch erzählt eine Familiensaga vor dem Hintergrund der Ständegesellschaft des 18. Jahrhunderts in England. Es gliedert sich in zwei Teile und umfasst 32 Kapitel. Im ersten Teil sind die Hauptpersonen Otis Gardiner und sein Sohn Meshak. Diese ziehen als Hausierer in England umher und nehmen Kinder gegen Bezahlung auf, um sie angeblich ins Waisenhaus zu bringen. In Wirklichkeit aber verkaufen sie die Kinder, wenn sie alt genug sind, als Arbeitskräfte an Privatleute und Fabriken. Babys vergraben sie.

Thomas, ein armer Junge, und Alexander, der Erbe des großen Guts Ashbrook, lernen sich bei den Chorknaben kennen. Weil die beiden Jugendlichen Freunde werden, lädt der adlige Alexander den armen Thomas in den Ferien auf das Anwesen seiner Familie ein. Dort verliebt sich Alexander in Melissa, die Tochter der Gouvernante seiner Schwester. Da er auf Drängen seines Vaters gegen seinen Willen den Chor verlassen muss, flieht er, um sich selbst als Musiker und Komponist seinen Lebensunterhalt zu verdienen. 

Melissa bekommt nach der Flucht von Alexander ein Kind. Dieses wird gleich nach der Geburt ohne Wissen der Mutter an Otis verkauft. Melissa wird erzählt, dass ihr Kind in ein Waisenhaus gebracht werde. Meshak aber flieht aus Mitleid mit dem Kind, obwohl sein Vater ihm befohlen hat, das Kind zu vergraben. 

Der zweite Teil spielt acht Jahre später. Der 8-jährige Alexander Ashbrook, der nun Aaron Dangerfield genannt wird, lebt mit seinen Freunden Toby und Mish (Meshak Gardiner), der ihn nach seiner Geburt dort hingebracht hatte, im Coram Waisenhaus. Auf die Empfehlung von Thomas Ledbury hin, der inzwischen Komponist ist, zieht Aaron zu Mr. Burny, von dem er in Musik unterrichtet wird. Sein Freund Toby hingegen muss zu dem gemeinen Mr. Gaddarn, der in Wirklichkeit Otis Gardiner ist und ihn schlecht behandelt. Dort hört er, dass Mr. Gaddarn mit Kindersklaven handelt, und erzählt es Aaron. 

Dieser und fünf weitere Jungen reisen nach Gut Ashbrook um dort zu singen. Auf dem Anwesen wird der mitgereiste Mish unmittelbar vor der Rückreise als Meshak identifiziert. Deshalb flieht Mish mit Aaron nach London zu dem Haus seines Vaters Mr. Garddarn und dort werden sie beide von ihm eingesperrt. Toby bemerkt dies und benachrichtigt Alexander und Thomas, die erkannt haben, dass Aaron Alexanders Sohn ist. 

Zu dritt eilen sie zum Hafen, wo Aaron und Mish gerade an einen Sklavenhändler verkauft werden sollen. Sie wollen die zwei befreien, doch die Übermacht ist zu erdrückend. Thomas wird erstochen, als er Alexander retten will, der zuvor bewusstlos geschlagen worden war. Meshak, Toby und auch Aaron werden verkauft und auf ein Schiff gebracht. Trotz scharfer Bewachung gelingt es den dreien aber zu fliehen. Zuletzt erkennen sich Alexander und sein Sohn Aaron wieder. 

Das Buch hat uns nur teilweise gefallen. Die Familienverhältnisse sind zum Teil sehr kompliziert dargestellt. Manchmal ist das Geschehen schlecht nachvollziehbar und außerdem ist die Handlung nicht immer spannend. Allerdings ist das Buch flüssig geschrieben und daher gut lesbar. Schade finden wir es auch, dass keinerlei Bilder, Karten oder Worterklärungen, die zur Veranschaulichung und zum Verständnis dienen, vorhanden sind. Dass dieses Buch auf einer wahren Begebenheit beruht, hat uns gut gefallen. Wir können allerdings nicht recht verstehen, dass dieser Roman mit einen bekannten Preis (Whitbread Children’s Book Award) ausgezeichnet worden ist. 

(Betreut von Dr. Ulrich Baumgärtner) 

 

 

Empfohlene Zitierweise

Jamila Gavin: Die Stimmen des Waldes, Ravensburg: Ravensburger Buchverlag 2005, 412 Seiten, ISBN 978-3-473-58217-4, EUR 9,95, gelesen von Niclas Richter und Jeremy Hübner. lesepunkte 2 (2007), Nr. 2, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/4978/

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Erstellt: 18.04.2007

Zuletzt geändert: 18.04.2007