Romane

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Heinz G. Schmidt: Adiós Revolución! Eine Reise ins Herz Lateinamerikas, Freiburg: Verlag Herder 2005, 224 Seiten, ISBN 3-451-28853-2, EUR 19,90.

gelesen von Laura Wensauer, 12. Klasse
Gymnasium Grafing

 


Die Idee: wirklich gut. Die Ausführung: leider schlecht.

Hört man von der Idee dieses Buches (Einmal nachzuforschen, was aus all den großen Revolutionen Lateinamerikas geworden ist, nachdem es mittlerweile so still um diesen krisengeplagten Kontinent ist) und vom Autor (Heinz G. Schmidt, langjähriger Auslandskorrespondent des WDR und der ARD, der 30 Jahre lang aus den Krisen- und Kriegsgebieten Lateinamerikas berichtete), sollte man meinen, daraus müsste unweigerlich ein gutes Buch entstehen. Leider ist dem nicht so. 

In zwölf Kapiteln schildert der Autor die heutige Situation in Mexiko, Guatemala, El Salvador, Nicaragua, Kolumbien, Peru, Bolivien, Chile, Argentinien, Uruguay, Brasilien und Kuba. Allerdings geht er davon aus, dass man sich im Vorfeld bereits ausführlich mit den Revolutionen beschäftigt hat, weiß, wer wie heißt und auf wessen Seiten wofür kämpfte. Ohne dieses Wissen jedoch fällt es etwas schwer, den Ausführung zu folgen. Das Ganze wird noch weiter erschwert, da Schmidt auf eine auch nur halbwegs erkennbare Strukturierung seines Buches verzichtet hat. 

So springt er beispielsweise von einem Interview während seiner letzten Reise zu Erlebnissen aus seiner Korrespondentenzeit, dann zu seinem persönlichen Verhältnis zu alten Bekannten, um sich dann in der Beschreibung seiner Ängste, denen er aber tapferst trotzt, zu verlieren.  

Am liebsten hätte ich dieses Buch nach der ersten Seite wieder zugeklappt. In einem Tonfall, als würde ein anderer von seinem Heldenmut, sich dem gefährlichen Lateinamerika zu nähern, berichten, beweihräuchert sich Schmidt bereits in der Einleitung selbst. Ein roter Faden, der sich durch das gesamte Buch zieht. Immer wieder erzählt er von seiner Angst. Allerdings hat er ausschließlich Angst um sich selbst und diese erwähnt er auch nur, um zu betonen, wie mutig er diese überwindet. 

Auch bei den zahlreichen Interviews mit interessanten Personen steht nicht die Geschichte dieser Menschen im Vordergrund, sondern dass ER, Heinz G. Schmidt, wieder einmal ein Vorzeige-Interview geführt hat, bzw. was für besondere Menschen ER kennt und wie gut er sich mit diesen versteht. 

Was meiner Meinung am besten verdeutlicht, was ich von diesem Buch halte, ist die Tatsache, dass ich etliche Male darüber eingeschlafen bin und mich außerdem nicht dazu durchringen konnte, das Buch zu Ende zu lesen.  

Alles in allem halte ich es für nicht lesenswert – außer man ist ein großer Bewunderer Heinz G. Schmidts. 

(Betreut von Uta Löhrer) 

Empfohlene Zitierweise

Heinz G. Schmidt: Adiós Revolución! Eine Reise ins Herz Lateinamerikas, Freiburg: Verlag Herder 2005, gelesen von Laura Wensauer. Probeausgabe (2006), Nr. 0, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/3557/

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Erstellt: 03.05.2006

Zuletzt geändert: 03.05.2006