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Gabriele Beyerlein: Wie ein Falke im Wind, Stuttgart: Thienemann Verlag 2010, 288 Seiten, ISBN 978-3-522-20104-9, EUR 14,90. 

 

gelesen von Christian Rausch, 8. Klasse
Gymnasium bei St. Anna, Augsburg

 

lesepunkte: ●●●○○ 

 


Der 1993 erstmals beim Cecilie Dressler Verlag erschienene Jugendroman „Wie ein Falke im Wind“ wurde anlässlich der diesjährigen Neuauflage von der Autorin überarbeitet. Das Buch erzählt die Geschichte des jungen Konrad, der Ende des 12. Jahrhunderts auf der Burg seines älteren Bruders, der seit dem Verschwinden des Vaters auf dem Kreuzzug sein Vormund ist, zum Kleriker ausgebildet werden soll. Sein Ausbilder, der Kaplan auf der Burg, lässt ihn aber nur Psalmen auswendig lernen und verbietet ihm alle weltliche Zerstreuung wie zum Beispiel das Spielen der Fidel, was vorher seine größte Leidenschaft gewesen war, und schafft es nicht, den Jungen für die Kirchensprache zu begeistern.

Als ihm der berühmte Sänger Oswald vom Finkengrund unwissentlich Hoffnungen macht, dass sein Vater noch leben könnte, reißt er aus, um ihn zu suchen. Dabei trifft er auf eine Spielmannsfamilie, mit der er mehrere Jahre herumzieht, bis er den Sänger Oswald wiedertrifft. Dieser nimmt ihn als Schüler auf, wodurch er sich von der Spielmannstochter Lena, die er inzwischen liebgewonnen hat, trennen muss. Mit diesem zieht er weitere zwei Jahre durch Deutschland und Österreich, bis er an den Hof des mächtigen Bischofs von Passau kommt, den er um Hilfe bei der Suche nach seinem Vater bittet. Der Bischof gibt ihm den Auftrag, das Waltheriuslied vom Lateinischen ins Deutsche zu übertragen und im Deutschen in Verse zu fassen. Bei dieser Arbeit, welche mehrere Jahre dauert, und während der sein Mentor Oswald stirbt, beginnt Konrad auch, sich für die lateinische Sprache zu interessieren. 

Er arbeitet sich in den bischöflichen Bibliotheken immer weiter hoch und auf Empfehlung des alten Notger wird ihm sogar der Posten des bischöflichen Schreibers und des Biblothekarius angeboten. Dies lehnt er jedoch ab, um die Spielmannsfrau Lena zu heiraten. Das will der Bischof aber nicht zulassen, und so zieht er mit ihr wieder für ein Jahr los, um sein Brot als Spielmann zu verdienen, bis er schließlich für einen Dichterwettkampf nach Passau zurückkehrt. Nachdem er dort gesiegt hat, erhält er als Siegespreis den Auftrag, die verschiedenen damals existierenden Fassungen des Nibelungenliedes in eine feste Form zu bringen und für die Nachwelt festzuhalten. Dann kehrt auch noch sein Vater zurück und seine Geschichte endet glücklich.  

Das Buch soll den Lesern die Sagen des deutschen Hochmittelalters näher bringen, was sehr gut gelingt. Auch beruht die Rahmenhandlung auf reellen historischen Begebenheiten, die im Roman genau beschrieben werden. Die Charaktere sind sehr einfühlsam geschildert, aber der Protagonist zeigt manchmal Gefühlsausbrüche, die für mich nicht wirklich zu seinem Wesen zu passen scheinen. Die Handlung wirkt leicht konstruiert, und Konrad übertrieben naiv, aber der Gesamteindruck ist trotzdem ein sehr guter. Meiner Meinung nach ist das Buch ein gelungenes Jugendbuch für Leser ab zwölf Jahren. 

(Betreut von Dr. Claudia Weiser)

 

 

Empfohlene Zitierweise

Gabriele Beyerlein: Wie ein Falke im Wind, Stuttgart: Thienemann Verlag 2010, 288 Seiten, ISBN 978-3-522-20104-9, EUR 14,90, gelesen von Christian Rausch. lesepunkte 5 (2010), Nr. 4, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/7967/

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Erstellt: 26.10.2010

Zuletzt geändert: 26.10.2010