Romane

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Carolin Philipps: Das Vierte Reich, Ravensburg: Ravensburger Buchverlag 20052, 352 Seiten, ISBN 3-473-58229-8, EUR 7,95.

 

gelesen von Elisabeth Janßen, Frederike Peffer und Ronja Liffers, 10. Klasse
Werner-Jaeger-Gymnasium Nettetal

 


Das Buch „Das Vierte Reich“ handelt von einer möglichen Wiederholung einer nationalsozialistischen Diktatur. Die Handlung spielt im Zeitraum von 1972 bis 1989. In dem Roman geht es um einen Jungen, der von seinem Großvater erzogen wird, welcher zur Zeit Hitlers an der Front gekämpft hat und immer noch ein großer Anhänger des diktatorischen Systems ist. Als „alter Nazi“ prägt der Großvater den Enkel entsprechend seinen Vorstellungen. Als seine Mutter, eine „Linke“, das herausfindet, schickt sie ihren Sohn in Begleitung ihres Lebensgefährten Dirk in den Sommerferien für sechs Wochen nach Südafrika, wo damals noch „eine Art Nazi-Regime“ existierte. Daniel, der von seinem Großvater immer mit seinem Zweitnamen Manfred angesprochen wird, findet die Vorstellungen, mit denen er seit seinem sechsten Lebensjahr aufwächst, zunächst bestätigt, bis ein plötzlicher Wandel in seinem Kopf stattfindet. Doch wie ist es dazu gekommen? Und wie soll es jetzt weitergehen?

Das Buch „Das Vierte Reich“ ist ein äußerst spannender Roman, der durchaus realistisch ist. Er ist aus der Sicht Daniels geschrieben, der die Hälfte seines Aufenthalts bei den Unterdrückern, den weißen sogenannten „Buren“, und die andere Hälfte bei den Unterdrückten, den Schwarzen, Farbigen und Indern, verbringt. 

Die politischen Verhältnisse, die gesellschaftlichen Probleme und die immer größer werdende Unsicherheit Daniels werden in dem Buch sehr gut beschrieben, wodurch es sehr interessanter Lesestoff wird. Die eigentliche Geschichte endet abrupt und sehr grausam. Das macht allerdings klar, was es bedeutet, eine Revolution durchzuführen und sich gegen ein Regime aufzubäumen, auch wenn dieses noch so ungerecht und unmenschlich ist. 

Bilder oder Graphiken sind nicht vorhanden. Das ist allerdings auch nicht zwingend notwendig, da das Buch so gut geschrieben ist, dass man sich alles vorstellen kann; von den Personen bis hin zu den Gebäuden und Umgebungen. In einem Exkurs wird am Ende des Buches schließlich ein Albtraum Daniels geschildert, in dem das „Vierte Reich“ dann wirklich existiert, mit allen Schikanierungen und „Apartheidsgesetzen“ den Nicht-Ariern gegenüber. Die Gesetze des ehemaligen Hitler-Reiches werden unverändert wieder eingeführt. Andere Länder greifen nicht ein, um zu verhindern, dass das „Vierte Reich“ entsteht. Und selbst als die nationalsozialistische Partei dann an die Macht gekommen ist, reagieren die Nachbarstaaten nicht. So wiederholt sich also wirklich das Hitler-Regime. Der „neue Führer“ ist natürlich Daniels Großvater, der in Daniels Kindheit rechtsradikale Jugendgruppen leitete und Gründungsmitglied der Partei war. 

(Betreut von Thorsten Maaßen) 

 

 

Empfohlene Zitierweise

Carolin Philipps: Das Vierte Reich, Ravensburg: Ravensburger Buchverlag 20052, 352 Seiten, ISBN 3-473-58229-8, EUR 7,95, gelesen von Elisabeth Janßen, Frederike Peffer und Ronja Liffers. lesepunkte 1 (2006), Nr. 2, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/4774/

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Erstellt: 12.12.2006

Zuletzt geändert: 12.12.2006