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„Gärten“ im Kunstbau 

 

GÄRTEN: ORDNUNG - INSPIRATION - GLÜCK
Eine Ausstellung des Städel Museums, Frankfurt am Main, in Kooperation mit der Städtischen Galerie im Lenbachhaus, München, 05.04. – 08.07.2007
Ort: Kunstbau, Königsplatz / U-Bahn-Zwischengeschoss (80333 München)

gesehen von Ferdinand Schachinger, 11. Klasse
Wittelsbacher Gymnasium München

 

Eines vorweg: Den allgemein enthusiastischen Reaktionen auf diese Ausstellung kann ich nicht uneingeschränkt zustimmen. Die Ausstellung „Gärten: Ordnung, Inspiration, Glück“, die noch bis zum 8. Juli im Kunstbau zu sehen ist, zeigt Gemälde, Fotographien und Zeichnungen verschiedenster Künstler aus unterschiedlichsten Epochen. Das Motiv ist im Großen und Ganzen der gewöhnliche Garten, oder laut Ausstellungskuratorin Barbara Eschenburg, die „Projektionsfläche menschlicher Sehnsüchte und der Nährboden für wissenschaftliche Erkundung“.  


Abbildung: Homepage Lenbachhaus

Link zur Homepage

Wissenschaftliche Erkundung, welch treffende Bezeichnung für einen Besuch dieser Ausstellung, denn man muss schon gewisse wissenschaftliche Kenntnisse mitbringen, um sich zurechtzufinden. Insgesamt neunzig Werke sind ausgestellt und die etwas konfuse Ordnung in Themengebiete, so gibt es beispielsweise eine „Abteilung“ Arkadien, macht es einem nicht gerade leicht, den Überblick zu behalten. Auch dass Gemälde unterschiedlichster Epochen direkt nebeneinander ausgestellt sind, gefällt nicht jedem. Aber das sind wahrscheinlich nur Kleinigkeiten, die einen stören, wenn man noch nicht wirklich die „überirdische poetische Schönheit“ der Gärten auf den Gemälden erkannt hat.

Deshalb zu den ausgestellten Gemälden selbst. Zu sehen bekommt man Bilder von Rubens, Watteau, Böcklin, Renoir, van Gogh, Max Ernst, Monet (Seerosen) und sehr zu meinem persönlichen Bedauern auch eine ganze Reihe von Zeichnungen von Joseph Beuys... Aber es sind auch viele Gemälde gänzlich unbekannter Künstler ausgestellt und viele gänzlich unbekannte Gemälde von bekannteren Künstlern. Persönlich sehr gut gefallen haben mir die Pflanzenstudien von Georg Flegel und ein kleines Gemälde von Max Ernst. Beeindruckend ist auch die Leuchtkraft der Farben und die detailverliebte Ausführung eines Gemäldes des englischen Präraphaeliten John Frederick Lewis. Schön, fast schon zu schön... Das gilt übrigens auch für einen Großteil der ausgestellten Gemälde, die nach meinem Geschmack schon etwas zu sehr in Richtung Kitsch gehen. 

Insgesamt eine eher „durchwachsene“ Ausstellung, die meiner Meinung nach nicht mit einem ausgiebigen Besuch des Englischen Gartens konkurrieren kann. Denn wo, wenn nicht dort lässt sich die „Widersprüchlichkeit des Lebens, die nur scheinbare Dauer und Festigkeit, heimische Nähe und exotische Ferne“, die die Ausstellungskuratoren den Gärten auf den Gemälden zuschreiben, besser erleben?! 

(Betreut von Christoph Hessel) 

 

 

Empfohlene Zitierweise

Gärten. lesepunkte 2 (2007), Nr. 3, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/5090/

Bitte setzen Sie beim Zitieren dieses Beitrags hinter der URL-Angabe in runden Klammern das Datum Ihres letzten Besuchs dieser Online-Adresse.



Erstellt: 13.06.2007

Zuletzt geändert: 13.06.2007