Teller, Jannelesepunkte fördern

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„Verständnis ist für mich der Weg zu mehr Mitmenschlichkeit.“ 

Janne Teller über Sinnsuchen und den Erfolg ihrer Jugendbücher 

 


lesepunkte: Sie sind im Frühjahr auf der Leipziger Buchmesse mit Ihrem Roman „Nichts. Was im Leben wichtig ist“ für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert worden. Hat es Sie besonders gefreut, dass es die Jugendjury war, die Sie nominiert hat?

 

Janne Teller: Ja, sehr. Es ist etwas Besonderes, von einer kritischen Jury ausgewählt zu werden. Mit meinem Buch „Nichts“ habe ich oft die Erfahrung gemacht, dass es Erwachsene provoziert, Jugendliche hingegen kein Problem mit dem Buch haben. Das zeigt vielleicht auch die Nominierung der Jugendjury.

lesepunkte: Obwohl Sie deutsch-österreichische Wurzeln haben, kommen ihre guten Deutschkenntnisse aber nicht daher, dass Sie zuhause Deutsch gesprochen haben, oder?

 

Janne Teller: Nein, wir haben zu Hause nur Dänisch gesprochen, weil meine Eltern das so wollten. Man dachte damals, dass Kinder nur eine Sprache richtig lernen können. Meine Mutter ist Österreicherin und kommt aus Kärnten, in der Nähe der slowenischen Grenze. Sie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg vom Roten Kreuz nach Dänemark gebracht. Dort lebte sie drei Monate bei einer Familie, bekam dort Essen und Ruhe. Als sie wieder nach Österreich zurückkehrte, blieb der Kontakt zu dieser Familie bestehen. Später ging sie dann wieder nach Dänemark zurück. Mein Großvater väterlicherseits war Deutscher. Nach dem Weltkrieg ging er zu Fuß von Norddeutschland nach Dänemark. Er hatte Zwanzig Mark dabei und baute sich ein neues Leben auf. Ich war also ein Immigrantenkind in Dänemark. Auch wenn die Entfernung zu Österreich und Deutschland nicht allzu weit scheint, war ich immer ein Fremdling. Das hat mich sehr beeinflusst und stellt auch den Hintergrund meines Schreibens von „Krieg“ dar.

lesepunkte: Ihr erster Roman „Odins Insel“ war eine Mischung aus historischem Roman und mythologischer Saga für Erwachsene. Wie kam es dazu, dass Sie zur Kinder- und Jugendliteratur gestoßen sind? Sehen Sie sich selbst überhaupt als Jugendbuchautorin?

 

Janne Teller: Ich sehe mich selbst eigentlich als Autorin für Erwachsene. Es war eher Zufall, dass ich einige Bücher für Jugendliche geschrieben habe, da mich ein Verlag gefragt hat, ob ich Lust dazu hätte. Zuerst dachte ich „nein, will ich nicht“, denn normalerweise schreibe ich, um selbst etwas zu lernen. Ich dachte, ich könne nichts lernen, wenn ich für Leute schreibe, die jünger sind als ich. Aber dann habe ich die ersten vier Sätze von „Nichts“ in meinem Kopf gehört: „Nichts bedeutet irgendetwas. Das weiß ich seit langem. Deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun. Das habe ich gerade herausgefunden.“ Ich konnte mir die Figur Pierre Anton direkt vorstellen, ich hörte seine Stimme. Es kam dann sehr schnell dazu, dass ich „Nichts“ schrieb. Normalerweise bin ich sehr langsam, wenn ich Romane schreibe. Es war aber etwas ganz Besonderes diese Geschichte zu schreiben - die große Frage des Lebens hat mich immer schon beschäftigt und in nur vierzehn Tagen hatte ich „Nichts“ geschrieben. Ich glaube, mein ganzes Leben hat mich genau darauf vorbereitet.
Danach habe ich herausgefunden, dass sich einige Themen sehr für Jugendbücher eignen. Jugendliche sind ganz offen in ihren Gedanken. Dass „Nichts“ auch so interessant für Erwachsene geworden ist, liegt vielleicht daran, dass es eigentlich für Jugendliche geschrieben wurde.

lesepunkte: Gibt es konkrete philosophische Bezüge in „Nichts“?

 

Janne Teller: Ich konnte nicht Hegel oder Wittgenstein zitieren, ich musste die ganz großen Fragen ganz einfach stellen. Aber diese großen existenziellen Fragen des Lebens sind einfache Fragen. Fünfjährige Kinder fragen danach, was der Tod ist und was passiert nachdem man gestorben ist oder wo der Himmel endet. Wenn wir erwachsen werden, hören wir auf, diese großen Fragen zu stellen. Vielleicht ist das der Grund, weshalb Erwachsene durch „Nichts“ provoziert werden. Die Jugendlichen stellen sich nämlich diese Fragen noch und diskutieren darüber, weil sie herausfinden müssen, was für sie wichtig ist, um ihren Weg ins Leben zu finden. Aber wir Erwachsenen sind schon zwanzig oder dreißig Jahre unseren Weg gegangen und es könnte gefährlich werden, diese Fragen wieder zu stellen und diese Tür wieder zu öffnen, weil man vor zwanzig Jahren eine Richtung eingeschlagen hat und das nun meint, nicht mehr ändern zu können. Für Erwachsene ist es also gefährlicher über alles noch einmal nachzudenken als für Jugendliche. Und deshalb lassen sie sich von „Nichts“ provozieren.

lesepunkte: Die Zeit hat ein Interview mit Ihnen betitelt „Lehrer sagen dieses Buch ist schädlich“. Haben Sie selbst verstanden, welche Wendungen der Erfolg Ihres Buches genommen hat?

 

Janne Teller: Nein. Für mich war es nur eine einfache Geschichte und ich habe nicht verstanden, wieso Menschen sich dadurch so provoziert fühlten. Inzwischen habe ich viele Argumente gehört, ich kann sie wiedergeben aber ich fühle sie nicht. Die Fragen, die in „Nichts“ aufgeworfen werden, sind Grundlage unserer Zivilisation, seit Jahrhunderten debattieren Philosophen darüber. Lehrer oder Bibliothekare hatten Angst, dass Jugendliche das Buch deprimiert und sie sich nach der Lektüre umbringen würden. Mittlerweile ist das Buch eines der drei meistgelesenen Abiturbücher in Dänemark und auch in anderen Ländern Schullektüre.

lesepunkte: Sie leben schon lange mit diesem Buch, in Dänemark ist es vor 11 Jahren erschienen. Bereits 2008 haben Sie in Frankreich einen Preis dafür bekommen. Vergangenes Jahr ist „Nichts“ in Deutschland erschienen und direkt durchgestartet. Wie hat sich Ihr Leben durch dieses Buch verändert?

 

Janne Teller: Die Geschichte an sich hat meine Perspektive auf das Leben verändert. Früher hatte ich Angst vor diesen großen Fragen, sie waren wie ein dunkles Haus, in das ich nicht so gerne hineinging. Ein paar Jahre nach dem Schreiben habe ich mich mit Pierre Anton befreundet. Er hat alle Fenster in dem Haus geöffnet, jetzt gibt es dort Licht. Er sitzt in seinem Baum und sieht das Leben in seiner großen Perspektive: Die Erde ist 4,6 Milliarden Jahre alt und wir leben maximal Hundert. Das ist nicht viel in dieser großen Perspektive. Aber wir leben nicht in dieser großen Perspektive, wir leben unsere hundert Jahre auf der Erde und in dieser nahen Perspektive hat alles seine Bedeutung - alles, was man fühlen, schmecken und sehen kann. Pierre Anton mit seinen großen Fragen deprimiert mich nicht mehr. Viel mehr erinnert er mich daran, wie fantastisch das Leben ist, wie verblüffend es ist, dass wir lebendig sind. Das ist ein Geschenk von dem wir nicht wissen, warum wir es haben. Man kann an Allah oder Gott oder Etwas anderes glauben, aber wirklich wissen können wir es nicht. Wir wissen nur, dass wir hier sind. Dieses Wissen reicht mir jetzt. Das Schöne ist, dass es nie langweilig wird, über das Buch und seine großen Fragen zu sprechen, weil jeder Leser und jede Leserin eine eigene Perspektive hat.

lesepunkte: „Nichts“ ist wegen seiner angeblichen Brutalität kritisiert worden. Haben Eltern und Institutionen wie Kirche und Schule hier eher Angst vor dem Gedankenexperiment - denn Sie betreiben ja in Ihrem Buch eine Art Laborversuch ohne explizite Gewaltbeschreibungen?

 

Janne Teller: Wenn man es mit Computerspielen oder Thrillern vergleicht, gibt es nicht viel Gewalt in dem Buch. Ich glaube die Angst entsteht durch die Fragen, die gestellt werden. In Norwegen war es aus religiösen Gründen in den Schulen verboten. In einer Region in Dänemark wollte die Zentraleinkaufsstelle der Schulen dieses Buch nicht kaufen, das gleicht einer Zensur. Man wollte dort, dass die Kinder den Pfarrer nach dem Sinn des Lebens fragen. Eine Pointe des Buches ist ja gerade, dass die Eltern und die erwachsene Umwelt keine Antworten auf diese Fragen bieten.

lesepunkte: Die Religion spielt trotzdem eine Rolle in Ihrem Buch und hat auch eine große Wirkung auf nicht-religiöse Kinder, zum Beispiel als die Jesusfigur aus der Kirche gestohlen wird. Hat die Religion in „Nichts“ als Instanz ausgedient, wird sie nur noch als eine Art Zauber wahrgenommen?

 

Janne Teller: Ich bin nicht sehr religiös und habe kein Gefühl für institutionelle Religion. Als ich dieses Kapitel geschrieben habe, hatte ich aber das Gefühl, etwas Verbotenes zu tun. Als Marie-Ursula ihre Hand auf die Jesusstatue legt, hat sie das Gefühl, ihre Hand brenne und das war genau das, was ich beim Schreiben gefühlt habe. Überrascht hat mich, dass das Buch oft so aufgefasst wird, als sei es gegen Religion. Für mich ist das Buch ganz offen, auch für Religion. In Dänemark wird es heute auch so von den Pfarrern gesehen und wird sogar im Konfirmandenunterricht verwendet.

lesepunkte: Das Setting und die Symbolik, die Sie in dem Buch verwenden, haben auch religiöse Konnotationen. Es geht zum Beispiel um Opfer und um Schuld bei den Kindern. Sie kommen bei den großen Fragen also doch nicht ohne Religion aus?

 

Janne Teller: Ich glaube, man kann hier aus verschiedenen Richtungen kommen. Religionen haben einen universellen Anspruch, und wenn man versucht, etwas universell Menschliches zu schreiben, findet man die gleichen Motive wie die Religionen. Die Jesusstatue oder das Kreuz stehen im christlichen Glauben unter anderem für das Opfer – aber dahinter steht etwas, was auch Menschen berührt, die nicht christlich sind.

lesepunkte: Ihr Buch wird oft mit „Herr der Fliegen“ von William Golding verglichen, weil es eine Parabel für das Entstehen von Fanatismus ist. Die Kinder fordern für den „Berg der Bedeutung“ immer größere Opfer vom nächsten Kind, das an der Reihe ist. Wie entsteht diese Dynamik der 21 Kinder?

 

Janne Teller: Diese Dynamik habe ich nicht von außen konstruiert. Beim Schreiben war ich alle diese Kinder und ich war überzeugt: In diesem erfunden Universum wollen diese Kinder so handeln. In der Realität könnten sie vielleicht „nein“ sagen, aber in dem Buch ist es nicht so. Solch eine Gruppendynamik lässt sich in der Realität aber auch beobachten. Sogar, dass Kinder andere Kinder töten.

lesepunkte: Sie haben Staatswissenschaften studiert und waren für politische Institutionen wie die Vereinten Nationen (UN) und die EU tätig. Sie haben selbst die Auswirkungen von Krieg hautnah miterlebt. Wie haben Sie gelebt, bevor sie sich entschlossen, Schriftstellerin zu werden?

 

Janne Teller: Ich habe für die UN in Afrika gearbeitet. In Tansania war ich wirtschaftliche Beraterin der Regierung. In Mosambik war ich 1993/94 die rechte Hand der Leitung der Friedensprozesse und habe politische Strategien für den Frieden ausgearbeitet, zum Beispiel, wie man die Gesellschaft auf erste Wahlen vorbereitet, wie man tausende Soldaten demobilisiert oder wie man Kindersoldaten wieder zu Menschen macht. Ich habe auch viel mit Flüchtlingen gesprochen. Hier hat mich beeindruckt, dass sie überraschenderweise oft wieder zurück wollten. Aber die Möglichkeiten dazu fehlten meistens.

lesepunkte: Diese Erfahrungen sind in Ihr Buch „Krieg. Stell dir vor, er wäre hier“ sicherlich eingeflossen. Es handelt sich dabei auch wieder um ein Gedankenexperiment. Sie spielen damit, dass die Europäische Union zusammenbricht und zwischen Deutschland und Frankreich Krieg herrscht. Eine deutsche Familie flieht ins nächstliegende Land, in dem Frieden herrscht – nach Ägypten, in eine ganz andere Kultur …

 

Janne Teller: Als ich im Jahr 2004 „Krieg“ schrieb, hätte ich mir nie vorstellen können, dass in Ägypten einmal eine demokratische Revolution stattfindet. Und das dann auch zufällig gerade dann, wenn das Buch in Deutschland erscheint. Ich hoffe natürlich, dass der andere Teil der Fiktion nie wahr werden wird. Mit diesem Text wollte ich keine Angst vor einem Krieg in Europa auslösen, ich wollte vielmehr die Situation der Flüchtlinge ansprechen. In Dänemark sprechen viele gebildete und sonst tolerante Leute von Flüchtlingen, als wären sie keine Menschen. Als seien sie nicht aus Not zu uns gekommen sondern, um von unserem sozialen System zu profitieren. Möglicherweise trifft das auf manche Immigranten zu, aber nicht auf Flüchtlinge. Deshalb habe ich diese Geschichte erzählt, um zeigen, was wäre, wenn wir selbst diese Flüchtlinge wären. Man kann das besser verstehen, wenn man es selbst erlebt, und das wird durch Literatur möglich. Allerdings ist es schwer, sich vorzustellen, wie ein Iraker sich in Europa fühlt. Leichter ist es, sich vorzustellen, wie man sich selbst in einer anderen Kultur zurechtfinden würde.

lesepunkte: Sie haben die deutsche Fassung selbst geschrieben, wann war das?

 

Janne Teller: Das war im Herbst des vergangenen Jahres. Da gab es in Nahost auch schon eine ökonomische Krise, aber inzwischen ist es viel schlimmer geworden. Ich hatte Ägypten gewählt, weil es in Dänemark immer eine große Diskussion um Muslime gab. Ägypten kenne ich von früheren Reisen sehr gut. Letztlich ist es aber immer nur das Land, was sich ändert, die Flüchtlingssituation bleibt dieselbe.

lesepunkte: Sie haben für „Nichts“ eine Ich-Erzählerin gewählt, die sich rückblickend erinnert. In „Krieg“ spricht der Erzähler den Leser sehr direkt an. Treffen Sie eine lange durchdachte, bewusste Entscheidung, wie sie ein Thema auf eine bestimmte Art erzählen wollen?

 

Janne Teller: Ich entscheide es nicht bewusst. Es fängt mit einer Stimme an - und wäre ich der 14-jährige Junge aus „Krieg“, dann würde ich genauso erzählen, in dieser „Du-Form“. So erzählen wir wichtige Dinge ja auch unseren Freunden. Bei „Nichts“ ist die Ich-Erzählerin Agnes eine eher neutrale Person in der Geschichte, sie ist nicht die Klügste oder Schönste, sie ist ganz normal. Sie erzählt die Geschichte acht Jahre später nicht wie eine reflektierende Erwachsene aber auch nicht wie ein Kind. Niemand spricht diese Sprache, die ist für sie erfunden worden. Später habe ich darüber nachgedacht, warum sie so traumatisiert ist von dieser Geschichte: Es ist das erste Mal nach langer Zeit, dass sie die Asche wiedersieht und sie erlebt diese Geschichte erneut. Sie ist eine Beobachterin und erzählt diese Geschichte ganz einfach und kalt. Woher diese Erzählerstimmen kommen, weiß ich nie. Ich schreibe oft aus der Perspektive von Männern, in „Nichts“ ist eine junge Frau die Erzählerin, die von dem Jungen Pierre Anton berichtet.

lesepunkte: „Nichts“ ist kein nihilistisches Buch, die Schlusspointe zeigt, dass das Spiel mit der Bedeutung eine gefährliche Sache sein kann. „Krieg“ zeigt meiner Meinung nach auch, dass Sie eine Idealistin sind. Könnte das sein?

 

Janne Teller: Ja, ich glaube ich bin eine Idealistin. Ich glaube wirklich, man kann die Welt verändern und verbessern. Aber Literatur sollte dieses Ziel nicht allzu direkt vermitteln. Man kann mit Literatur nur versuchen, etwas Wahrhaftiges zu erzielen. Ich glaube, dass uns Menschen universelle Werte verbinden. Mit Geschichten kann man ein magisches Spiel betreiben, das unsere tieferen Seiten wahrnimmt. Ich hoffe, wenn man zu etwas Wahrem kommt, versteht man einander besser, denn Verständnis ist für mich immer der Weg zu mehr Mitmenschlichkeit.

Interview: Jochen Pahl 

 

Empfohlene Zitierweise

Interview mit Janne Teller (Jochen Pahl). lesepunkte 6 (2011), Nr. 2, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/8945/

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Erstellt: 07.06.2011

Zuletzt geändert: 07.06.2011

Kurzbiographie

Janne Teller wurde am 8.4.1964 in Kopenhagen geboren. Ihre Mutter stammt aus Österreich und ihr Großvater väterlicherseits aus Norddeutschland.
Ihre erste Erzählung veröffentlichte sie im Alter von 14 Jahren in der dänischen Zeitung Berlingske Tidende. Mit 30 kündigte sie dann ihren Beruf, mietete eine Ein-Zimmer-Wohnung in Kopenhagen und widmete sich ausschließlich dem Schreiben. Nach vier Jahren erschien 1999 ihr hoch gelobtes Debüt "Odins Insel".
Ein Jahr später erschien "Nichts", das der Verlag zunächst gar nicht publizieren wollte, weil es zu außergewöhnlich war. In den ersten zwei Jahren wurde auch kaum ein Exemplar verkauft. Dann bekam der Roman den Dänischen Kinderbuchpreis 2001 und fand immer mehr Leser, aber es gab auch viel Widerstand, nicht nur in der Presse. Auch Lehrer, Bibliothekare und Priester wollten verhindern, dass Kinder dieses Buch lesen dürfen. Anfangs war es sogar vom dänischen Schulamt in Viborg verboten - an den Schulen in Westnorwegen ist es bis heute nicht erlaubt.
Mittlerweile ist in Dänemark die 14. Auflage erschienen, und "Nichts" ist eines der am häufigsten verwendeten Bücher in den dänischen Abiturprüfungen. In Dänemark, Schweden, Finnland und Frankreich wird es als Theaterstück aufgeführt, in Dänemark und Schweden auch als Musical. Der Roman wurde mittlerweile in 13 Sprachen verkauft und ist im Februar 2011 auch in den USA erschienen.

Quelle: Verlag

Nichts. Was im Leben wichtig ist, Hanser Verlag 2010, ISBN 978-3-446-23596-0

Krieg. Stell dir vor, er wäre hier, Hanser Verlag 2011, ISBN 978-3-446-23689-9