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Kathrin Steinberger: Die Brüder von Solferino, Wien: Verlag Jungbrunnen 2010, 222 Seiten, ISBN 978-3-7026-5821-2, EUR 15,90.
gelesen von Mareen Coenen, 11. Klasse
Bischöfliches Albertus-Magnus-Gymnasium, Viersen-Dülken
lesepunkte: ●●●●●

Der Roman „Die Brüder von Solferino“ von Kathrin Steinberger erzählt die bewegende Geschichte von drei jungen Männern aus unterschiedlichen Ländern, die im April 1859 in die Kriegswirren zwischen Österreich unter Franz Joseph I. und dem Königreich Piemont geraten. Italien kämpft um seine Unabhängigkeit und gewinnt schließlich den Krieg, womit der Weg zur Einigung des Landes im Jahre 1870 frei ist.
Abwechselnd wird aus der Sicht der verfeindeten Länder Italien und Österreich berichtet. Einerseits wird die Geschichte eines 15-jährigen Italieners namens Giovanni erzählt. Er trauert um seinen Bruder, der in einer Schlacht gefallen ist. Auf der anderen Seite meldet sich der 18-jährige Karl, Sohn einer österreichischen Bauernfamilie, freiwillig zur Armee, um für sein Land zu kämpfen. Darüber hinaus basiert dieses Buch auf den Berichten des Schweizer Geschäftsmannes Henri Dunant, der sich zur Zeit des Krieges in der Nähe der italienischen Stadt Solferino aufgehalten hat, um aus geschäftlichen Gründen mit dem französischen Kaiser Napoléon III. zu reden. Als er jedoch das Kriegsgebiet erreicht und die vielen Verwundeten nach der Schlacht bei Solferino sieht, beschließt er, diese zu versorgen, und erklärt sich bereit, im Lazarett in der größten Kirche in Castiglione die wenigen helfenden Frauen und Mädchen zu unterstützen.
Unter den Verletzten befinden sich sowohl Italiener als auch Österreicher, darunter auch der Tiroler Karl, dem ein Auge zertrümmert wurde. Dunant gibt Giovanni, der in Castiglione beheimatet ist und seiner Mutter im Lazarett helfen will, die Aufgabe, sich um Karls Versorgung zu kümmern. Anfangs ist Giovanni etwas zurückhaltend und nicht wirklich überzeugt, da er sich um einen feindlichen Soldaten kümmern soll. Doch er nimmt seine Aufgabe an und schafft es sogar, Karl wieder gesund zu pflegen.
Henri Dunant wird später zum Vorbild für das gesamte Dorf, denn er zeigt keine Vorbehalte, wenn es darum geht, Soldaten anderer Herkunft zu versorgen. Außerdem lässt er auf seine Kosten Verbandsmaterial liefern und erreicht die Freilassung einiger österreichischer Ärzte, um die medizinische Versorgung zu verbessern. Diese Erinnerungen hat Dunant in seinem Buch „Un souvenir de Solferino“ („Eine Erinnerung an Solferino“) zusammengefasst und damit zur Gründung des Roten Kreuzes beigetragen.
In diesem Roman wird Geschichte auf eine sehr spannende Weise erzählt, die mich dazu gebracht hat, das Buch nicht mehr aus der Hand zu legen. Viele geschichtliche Bücher sind gefüllt mit wichtigen Informationen und Daten, und auch dieser Roman enthält Informationen über den Krieg und die Schlacht bei Solferino, sie werden aber auf eine sehr anschauliche Weise durch die Geschichte der drei jungen Männer, die erst durch den Krieg zusammengebracht wurden, dargestellt.
Diese Geschichte zeigt uns, dass es in der Welt einige Menschen gibt, die sich sehr für das Recht und das Wohl anderer einsetzen, so wie auch Henri Dunant es getan hat. Es war interessant, den Gründer und die Gründungsgeschichte der Hilfsorganisation „Rotes Kreuz“ kennen zu lernen.
Der gesamte Roman ist sehr gut verständlich, da die Autorin einen relativ einfachen Sprachstil verwendet. Die einzelnen Szenen, aber auch die Szenen im Zusammenhang werden immer ausführlich erklärt, besonders auf die Kampfszenen geht Kathrin Steinberger sehr genau ein, was für Jugendliche, die sich nicht allzu sehr für Militär interessieren, etwas langweilig sein kann. Dennoch würde ich das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen, da es sehr bewegend, aber auch spannend ist und die geschichtlichen Informationen interessant präsentiert. Ich gebe dem Buch 5 lesepunkte.
(Betreut von Karoline Zielosko)
Empfohlene Zitierweise
Kathrin Steinberger: Die Brüder von Solferino, Wien: Verlag Jungbrunnen 2010, 222 Seiten, ISBN 978-3-7026-5821-2, EUR 15,90, gelesen von Mareen Coenen. lesepunkte 6 (2011), Nr. 4, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/9161/
Bitte setzen Sie beim Zitieren dieses Beitrags hinter der URL-Angabe in runden Klammern das Datum Ihres letzten Besuchs dieser Online-Adresse.
Erstellt: 13.12.2011
Zuletzt geändert: 13.12.2011




