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Ralf Erdenberger: Geheimakte Vincent van Gogh, München: Prestel 2010, 112 Seiten, ISBN: 978-3-7913-7016-3, EUR 16,99.
gelesen von Sandra Pieper, 11. Klasse
Winckelmann-Gymnasium, Stendal
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Die Geheimakte Vincent van Gogh - ein Detektivspiel Seite für Seite. Ralf Erdenberger, freier Journalist, begibt sich auf eine Spurensuche. Das Buch, im Oktober 2010 im Verlag Prestel erschienen, zeichnet sich durch ein interessantes Layout aus. Bunt bebildert, kreativ und ansprechend gestaltet, wartet es geradezu darauf, in die Hand genommen und gelesen zu werden. Als eine Art Tagebuch geführt, gibt Erdenberger die Ergebnisse jeden Tages kurz zusammengefasst wieder. Die Reise, die er dafür antrat, wirkt dadurch aktuell. In diesem Buch wird auf interessante Art und Weise Wissen in Form von Bildern und Fakten wiedergegeben, wodurch die Altersempfehlung (zehn Jahre) als passend zu betrachten ist. Dabei geht der Journalist auf die Kinder ein und animiert sie dazu, ihr Wissen in einem Quiz zu beweisen. Die Fragen, neben den Gemälden und Worten des Künstlers, bieten so eine Art Zusammenfassung bisheriger Informationen. Mit dem Vincent-Code, den es zu entschlüsseln gilt, werden dem Lesenden weitere Geheimnisse sowie Zusatzinformationen auf einer Internetseite geöffnet.
Ziel des Buches ist es, den Grund für den Selbstmord van Goghs herauszufinden und den Künstler besser zu verstehen. Den Einstieg in ein Buch der Rätsel findet der Leser dabei durch einen Brief, welcher den Übergang zur Brieffreundschaft Vincent van Goghs mit seinem Bruder Theo schafft. Die Ausgangssituation ist dabei die Informationssuche des Schülers Theo für ein Referat über den Künstler. So hat er von seinem Lehrer die Aufgabe bekommen, sich und seine Klasse über einen Künstler zu informieren, der in nur zehn Jahren mehr als 850 Gemälde geschaffen hat. Das erste Hindernis stellt dabei die Frage nach dem Namen des Künstlers dar. Verzweifelt wendet sich Theo an die Kunst-Detektei XY, die ihm Informationen zu dem bislang unbekannten Künstler zuspielt: VINCENT VAN GOGH. So öffnet ein Kunst-Detektiv dem Schüler die Protokolle der eigenen Spurensuche. Die wichtigsten Orte van Goghs Leben, berühmte Kunstwerke und Aufbewahrungsorte berühmter Gemälde werden zu einer Ermittlungsakte, die das Leben des Künstlers interessanter erklärt, als man erwartet hat. Ein Steckbrief van Goghs bietet dabei erst einmal die Grundinformationen für den Leser, um sich orientieren zu können. Nach und nach folgt Erdenberger den Lebensstationen van Goghs. Mit aktuellen Bildern der besuchten Orte sowie Gemälden und Zitaten aus dem Leben van Goghs wird das Buch interessant und abwechslungsreich gestaltet. Der Leser findet so Einblick in das Geschehen des 27. Juli 1890, das zwei Tage später zum Tode des Malers führte und tastet sich an der Seite des Kunst-Detektivs an das Mysterium heran.
Die Geheimakte stellt neben einer Sammlung von Informationen über das Leben van Goghs ebenso eine Erweiterung des Allgemeinwissens dar. Durch die ansprechende Gestaltung wird der Leser praktisch dazu aufgefordert, an der Reise des Autors teilzunehmen. Kleine Stempel wie „STRENG VERTRAULICH“ oder „LESEN GEFÄHRDET DIE UNWISSENHEIT“ zeugen von Modernität und stacheln den Betrachter dazu an, endlich das Buch aufzuschlagen und sich in die Welt van Goghs zu begeben. Ralph Erdenberger schafft es so auf erstaunliche Art und Weise, ein sonst vielleicht weniger interessantes Thema erlebnisreich und informativ zu verpacken. Hat man sich einmal dem Buch hingegeben, möchte man, egal, ob sonst Kunstinteressent oder nicht, das Leben und Sterben van Goghs ergründen. Dieses Buch bildet dadurch nicht nur in der Geschichte, sondern auch in der Wirklichkeit die perfekte Grundlage für einen Vortrag über den Künstler, weshalb ich an dieser Stelle sehr gerne 5 Lesepunkte vergebe.
(Betreut von Albrecht Franke)
Empfohlene Zitierweise
Ralf Erdenberger: Geheimakte Vincent van Gogh, München: Prestel 2010, 112 Seiten, ISBN: 978-3-7913-7016-3, EUR 16,99, gelesen von Sandra Pieper. lesepunkte 6 (2011), Nr. 4, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/9169/
Bitte setzen Sie beim Zitieren dieses Beitrags hinter der URL-Angabe in runden Klammern das Datum Ihres letzten Besuchs dieser Online-Adresse.
Erstellt: 13.12.2011
Zuletzt geändert: 13.12.2011




