Strauch

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Dietmar Strauch: Alles ist relativ – Die Lebensgeschichte des Albert Einstein, Weinheim: Beltz & Gelberg 2007, 288 Seiten, ISBN 978-3-407-74044-1, EUR 8,95. 

 

gelesen von Constantin Hintschich, 11. Klasse
Wilhelmsgymnasium, München

 

lesepunkte: ●●●●● 

 


In seinem Buch „Alles ist relativ“ schildert Dietmar Strauch das Leben und Wirken des genialen Physikers Albert Einstein. Nach seiner Geburt 1879 in Ulm und der Schulzeit, die er teils in München, teils in der Schweiz verbringt, studiert er Physik an der berühmten Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich. Um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, arbeitet er nach der Beendigung seines Studiums zunächst als Hilfslehrer und niederer Beamter. Der wissenschaftliche Durchbruch gelingt ihm jedoch zu genau jener Zeit, nämlich 1905, als er noch am Eidgenössischen Patentamt als „Experte dritter Klasse“ tätig und in Physikerkreisen noch völlig unbekannt ist. Der Titel des von ihm verfassten erfolgreichen Aufsatzes lautete: „Zur Elektrodynamik bewegter Körper“. Diese Arbeit sollte als so genannte Theorie der Speziellen Relativität in die Wissenschaftsgeschichte eingehen und die darin enthaltene Formel E = mc2 zu Einsteins Markenzeichen werden.

Mit diesem Werk, das heute als Fundament der modernen Naturwissenschaften gilt und dessen Erkenntnis in jedem Navigationsgerät zur Anwendung kommt, wurde Einstein nicht nur in wissenschaftlichen Kreisen schnell zu einer Berühmtheit. Im Jahre 1922 wird ihm der Nobelpreis verliehen, seltsamerweise nicht für seine berühmte Relativitätstheorie, sondern „für seine Verdienste um die theoretische Physik, besonders für seine Entdeckung des Gesetzes des photoelektrischen Effekts“.  

So nützt er diese Popularität, um sich für Menschenrechte, Abschaffung der Wehrpflicht und Frieden einzusetzen. In Bezug auf die militärische Bedrohung durch Hitler ist der sonst so überzeugte Pazifist, der aufgrund seiner jüdischen Wurzeln Deutschland verlassen hat, von der Notwendigkeit militärischer Gewalt überzeugt: „Ich hasse Militär und Gewalt jeglicher Art. Ich bin aber fest davon überzeugt, dass heute dieses verhasste Mittel den einzig wirksamen Schutz bildet.“ So unterzeichnet er ganz in diesem Sinne zwei Briefe an Präsident Roosevelt und fordert somit die Forschung auf dem Gebiet der Atomenergie, um Deutschland beim Bau einer Atombombe zuvorzukommen. 

Neben Einsteins wissenschaftlichen Werdegang und seinem Einsatz für Frieden und Menschenrechte, wird auch sein Privatleben genau geschildert, das mit zwei Ehefrauen und diversen Liebschaften nicht zu den ruhigsten gehörte. Strauch bringt dem Leser auch den sarkastischen Humor Einsteins durch viele Anekdoten und Zitate näher. Beispielsweise soll er auf den Vorwurf seiner Familie, als Nichtschwimmer ohne Rettungsweste segeln zu gehen, geantwortet haben: „Wenn ich schon ersaufe, dann ehrlich.“ 

Bis zu seinem Tod 1955 in Princeton veröffentlichte Einstein noch einige Arbeiten, die im Gegensatz zu seinen früheren Aufsätzen kaum Beachtung fanden, und setzte sich weiterhin für den Frieden ein. Im Jahr 1952 wurde ihm der Posten des Präsidenten des jungen Staates Israel angeboten, den er jedoch dankend ablehnte.

Bemerkenswert an dieser Biografie ist, dass Strauch sich nie nur auf die Person Einstein und ihr direktes Umfeld beschränkt. Vielmehr erklärt er das damalige politische, gesellschaftliche und naturwissenschaftliche Zeitgeschehen und vermittelt gerade jungen Lesern ein Gefühl für die Zeit und macht so Einsteins Handlungen verständlich.  

Das Buch ist sowohl aus sprachlichen als auch fachlichen Aspekten gut zu lesen. Die naturwissenschaftlichen Theorien sind sehr anschaulich erläutert, sodass sie auch ohne wissenschaftliches Hintergrundwissen gut zu verstehen ist. Es bietet einen guten Einstieg in die berühmten, aber kaum verstandenen physikalischen Theorien des 20. Jahrhunderts. Zu kritisieren bleibt meiner Meinung nach nur die teils zu subjektive Interpretation von Einsteins Handlungen und Gedankengänge. Der Autor deutet sie zu eigenen Überlegungen um und wendet sich von seiner sonst so objektiven Erzählweise entschieden ab. 

Insgesamt handelt es sich bei dem Buch „Alles ist relativ“ von Dietmar Strauch um eine sehr empfehlenswerte Biographie des Physikers Albert Einstein, die auch für junge Leser ohne nennenswerten wissenschaftlichen Hintergrund zu empfehlen ist. Trotz des kleinen Kritikpunktes gebe ich fünf von fünf Punkten. 

(Betreut von Dr. Beate Pohlus) 

 

 

Empfohlene Zitierweise

Dietmar Strauch: Alles ist relativ – Die Lebensgeschichte des Albert Einstein, Weinheim: Beltz & Gelberg 2007, 288 Seiten, ISBN 978-3-407-74044-1, EUR 8,95, gelesen von Constantin Hintschich. lesepunkte 5 (2010), Nr. 3, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/7908/

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Erstellt: 26.07.2010

Zuletzt geändert: 26.07.2010