Baer

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Edith Baer: Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht, Hamburg: Carlsen Verlag 2008, 256 Seiten, ISBN 978-3-551-35753-3, EUR 6,95. 

 

gelesen von Greta Ehlers, 9. Klasse
St.-Thomas-Gymnasium Wettenhausen

 

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Der Roman handelt von der 11-jährigen Jüdin Eva Bentheim, die zusammen mit ihrer Familie in dem Mehrfamilienhaus ihres Großvaters in Thalstadt lebt. In der schönen schwäbischen Stadt wächst sie zunächst unbeschwert auf. Als Hitler und die Zeitumstände um das Jahr 1933 immer mehr zum Mittelpunkt der Gespräche von Verwandten werden, kann Eva ihre alltäglichen Erfahrungen von Schikanierung wegen ihrer jüdischen Abstammung damit erst nicht in Verbindung bringen.

Jahre später muss sie sich von Menschen aus ihrer Umgebung lautstark anhören, sie sei keine „richtige Deutsche“. Nachdem sie den wachsenden Antisemitismus immer öfter zu spüren bekommen hat, beginnt sie ihre Eltern nach Hitler zu fragen. Diese geben ihr weder eine Antwort auf ihre Fragen, noch sehen sie einen Grund zu handeln, um sich vor der nationalsozialistischen Gefahr, die auf sie zukommen wird, zu schützen. 

Der Titel „Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht“ ist einem Gedicht von Heinrich Heine entlehnt. Er ist eine Anspielung auf die Zerbrechlichkeit der Liebe zwischen zwei Menschen, auf die Geschichte ihrer Flucht und ihres vergeblichen Strebens nach Glück, das mit ihrem Tod endet. Somit nimmt der Titel Bezug auf das Geschehen im Roman von Edith Baer und deutet an, dass  Deutschland zerrüttet zu werden drohte.

Aufgeteilt ist das Buch in drei Teile, mit jeweils mehreren Kapiteln, wobei sich der erste Teil mit der Vorgeschichte der Bentheims beschäftigt, der mittlere Teil Evas Fragen nennt, die keine Antworten finden, und im letzten Kapitel diese vorausgehenden Ereignisse und das aktuelle  Geschehen verknüpfen und so der Erzählung einen Sinn geben. Die Geschichte wird vor dem Hintergrund der Anfänge des Nationalsozialismus bis hin zur Machtergreifung Hitlers im Jahr 1933 erzählt.

Trotz des geringen Spannungsaufbaus ist das Buch flüssig zu lesen, da es aufgrund seiner sensiblen Sprache überzeugt, und auch der Handlungszusammenhang zwischen den vielen Ereignissen gut verdeutlicht wird. Vergleichen lässt sich das Buch mit „Der gelbe Vogel“ von Myron Levoy, da beide Bücher auf eine ganz besondere Weise die Angst vor dem Nationalsozialismus und die Schrecken der Judenverfolgung thematisieren. Dieses Buch eignet sich für Leser einer 7. oder 8. Klasse. 

(Betreut von Ulrike Neß) 

 

 

Empfohlene Zitierweise

Edith Baer: Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht, Hamburg: Carlsen Verlag 2008, 256 Seiten, ISBN 978-3-551-35753-3, EUR 6,95, gelesen von Greta Ehlers. lesepunkte 5 (2010), Nr. 3, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/7888/

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Erstellt: 26.07.2010

Zuletzt geändert: 26.07.2010