Gralle

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Albrecht Gralle: Der Löwe des Herrn Dürer, Zürich: Bajazzo Verlag 2009, 240 Seiten, ISBN 978-3-905871-09-8, EUR 13,90. 

 

gelesen von Conrad Benedikt Drohberg, 11. Klasse
Winckelmann-Gymnasium, Stendal

 

lesepunkte: ●●●●○ 

 


Das Buch „Der Löwe des Herrn Dürer“ von Albrecht Gralle erzählt eine spannende Zeitreise von Kati und Ben ins frühe 16. Jahrhundert.

Widerwillig fährt Ben mit seinen Eltern zum Geburtstag seiner Tante nach Nürnberg. Viel lieber würde er weiter an seinem Baumhaus bauen. Bei seiner Tante trifft er auf seine Cousine Kati und deren Familie. Zusammen besuchen alle das Albrecht-Dürer-Haus. Das Museum ist sehr interessant. In einer eigentlich gesperrten Kammer gelangen Kati und Ben durch eine sich drehende bunte Spirale in das Jahr 1510.  

Sie finden sich im Keller Dürers wieder. In der Hoffnung, einen Weg zurück in ihre Zeit zu finden, fangen sie als Magd und Geselle bei den Dürers an zu arbeiten. Dabei lernen Ben und Kati die Sitten und Gebräuche sowie die Sprache der damaligen Zeit kennen. Als Erklärung für ihre Sprache und ihr Aussehen behaupten sie, aus England zu kommen. Doch bald müssen die beiden Kinder fliehen. Da jemand Katis Handy gesehen hat, bezichtigt der Stadtrat von Nürnberg die beiden der Zauberei. Damals stand darauf die Todesstrafe.  

Auf ihrer Flucht treffen sie Landsknechte, die auf dem Weg nach Venedig sind, in den Krieg. Die Kinder ziehen eine Weile mit ihnen. Nach ein paar Tagen belauscht Ben zwei Landsknechte. Einer erzählt, dass er den Auftrag bekommen habe, das Haus der Dürers anzuzünden und alle Werke zu vernichten. Daraufhin beschließen Kati und Ben, nach Nürnberg zurückzukehren, um die Dürers zu warnen. Außerdem hoffen sie, dort endlich den Zeitstrudel zu finden, der sie wieder in ihre Zeit zurückbringt. Während ihrer Wanderung treffen die Kinder auf hilfsbereite Menschen und sie lernen, in einer feindlichen Natur zu überleben. Aber zu Hause wartet noch eine große Überraschung auf die beiden, die mit ihrer Tante zu tun hat. 

Neben der Geschichte von Kati und Ben wird auch die Geschichte der suchenden Eltern erzählt. Dabei wird deutlich, dass schon öfter Gegenstände und Leute in der Nähe des Dürerhauses verschwunden sind. 

Die Geschichte ist eine spannende Mischung aus Wahrheit und Fantasie, aus der man sehr viel über das frühe 16. Jahrhundert und über die Familie Dürer lernen kann.  

Am Ende des Buches kann man eine Reproduktion des Dürerbildes „Der Heilige Hieronymus im Gehäuse“ und einen Ausschnitt aus dem „Allerheiligenbild“ ansehen. Er soll die Wahrheit der Geschichte belegen. Inwieweit dies zutrifft, ist der Fantasie des Lesers überlassen.

Nicht so gut gefällt mir die Geschichte über die Eltern, da man dadurch immer wieder aus dem 16. Jahrhundert gerissen wird. Nach meinem Empfinden spielt sie keine große Rolle für die Erzählung über Kati und Ben. 

Ich kann das Buch weiterempfehlen. Es ist für alle interessant, die sich für Kunst und Geschichte begeistern. Aber auch für die, welche andere Genres bevorzugen, ist es lesenswert. Abenteuer und Wissensvermittlung wurden gut verknüpft. Problematisch könnten für einige Leserinnen und Leser die im Deutsch des 16. Jahrhunderts geschriebenen Sätze werden.

(Betreut von Albrecht Franke) 

 

 

Empfohlene Zitierweise

Gralle Albrecht Der Löwe des Herrn Dürer, in: historicum.net, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/8245/

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Erstellt: 21.05.2010

Zuletzt geändert: 21.05.2010