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Carole Wilkinson: Hüterin des Drachen, München: dtv junior 2009, 352 Seiten, ISBN 978-3-423-71343-6, EUR 8,95.
gelesen von Annika Keils, 8. Klasse
Gymnasium Köln-Pesch
lesepunkte: ●●●●●

Das Buch „Hüterin des Drachen“ von der Autorin Carole Wilkinson erzählt von einem spannenden Abenteuer eines furchtsamen Mädchen und ihrer tiefen Verbindung zu ihrem Drachen-Gefährten.
Das 11-jährige Sklavenmädchen Ping (auf Deutsch „Entengrütze“) hat die große Aufgabe, den wertvollen Drachenstein des weisen Drachen Long Danzi (auf Deutsch „mutiger Drache“) ans Meer zu bringen. Zusammen mit ihrer kleinen Ratte Hua, Pings bester Freund, flieht sie aus dem Huangling Palast, wo Ping ihr Leben lang dem unehrlichen Drachenhüter Lan dienen musste. Sie begeben sich auf eine gefährliche Reise quer durch das chinesische Reich, auf der sie auch dem Drachenjäger Dario wieder begegnen. Er hatte im Auftrag des damaligen Kaisers versucht, Danzi im Huangling-Palast zu töten, obwohl die Drachen einst von Kaisern hoch angesehen waren, doch Ping konnte den Drachen noch rechtzeitig befreien. Dario gibt aber nicht auf und verfolgt sie weiter bis zu seinem eigenen Tod.
Während der Reise betritt Ping zum ersten Mal in ihrem Leben einen Wald, badet in einer heißen Quelle und bekommt ein neues Kleid von einer armen Bauersfamilie, deren Mitglieder sie für eine Rast aufnehmen. Sie freundet sich sogar mit dem neuen und jungen Kaiser Liu Che höchstpersönlich an.
Danzi erklärt Ping, sie sei zur letzten Hüterin des Drachen berufen, da sich alle Funktionen dazu in ihr vereinen: Sie ist Linkshänderin, hört die Drachen sprechen, hat gelernt Qi zu benutzen (eine spirituelle Energie, welche zum Beispiel Pfeile an ihr wirkungslos abprallen lässt) und sie hat das zweite Gesicht. Danzi kann sich durch das Qi in andere Wesen verwandeln, so dass sie zum Beispiel ohne erkannt zu werden durch die Hauptstadt Chang'an gehen können.
So erfährt Ping Güte und Freundschaft, aber auch Trauer, Leid, Schmerz und Verrat, als die innige Verbindung zu Danzi auf die Probe gestellt wird und sie versagt.
Die Geschichte von Ping und Danzi spielt im China der Han-Dynastie, 141 vor Christus. Carole Wilkinson taucht ihre Leser in eine Existenz von lebendigen, Weisheit lehrenden Drachen und anderer magischer Wesen, sodass ein Hintergrund von chinesischer Mythologie und Philosophie entsteht. Das macht das Buch auch teilweise etwas schwieriger, aber die Autorin schafft es die Geschichte ohne Verständnisschwierigkeiten zu erzählen.
„Hüterin des Drachen“ ist durch die blumige Sprache für jeden Jugendlichen geeignet und sorgt auf jeden Fall für einen schönen Zeitvertreib ohne Langeweile. Die Autorin erzählt die Geschichte so aufgeweckt und detailliert, dass sie einem beim Lesen wie ein ablaufender Film vorkommt.
Die einzelnen Bemerkungen und Gedanken des Mädchens lassen das Buch sehr frisch wirken, denn aufgrund der so unterschiedlichen Charaktere und Wesen ist „Hüterin des Drachen“ eine völlig neue Erfahrung. Es macht das Buch so spannend, dass man in eine vollkommen andere Welt geleitet wird. Zur bildlichen Veranschaulichung ist eine Karte vom historischen China am Ende des Buches hinzugefügt worden. An der kann man sehen, wie sich Ping und Danzi Stück für Stück ihrem Ziel nähern.
Caroles Buch ist für jeden etwas, der sich für Drachen oder andere mystische Wesen interessiert und den Wert der Fantasie erkannt hat. Wem das Buch genauso gefällt wie mir, kann auch noch die anderen Teile der Saga lesen.
(Betreut von Angela Erle)
Empfohlene Zitierweise
Carole Wilkinson: Hüterin des Drachen, München: dtv junior 2009, 352 Seiten, ISBN 978-3-423-71343-6, EUR 8,95, gelesen von Annika Keils. lesepunkte 5 (2010), Nr. 1, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/7483/
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Erstellt: 24.02.2010
Zuletzt geändert: 24.02.2010




