Mitchell

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William J.Thomas Mitchell: Das Leben der Bilder. Eine Theorie der visuellen Kultur, München: Verlag C.H. Beck 2008, 263 Seiten, ISBN 978-3-406-57359-0, EUR 16,95. 

 

gelesen von Julia Große, 9. Klasse
Winckelmann-Gymnasium, Stendal

 

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W.J.T. Mitchell erkundet das Eigenleben, das Bilder in unserer Kultur führen. Er zeigt, dass Bilder in Museen oder in den Medien Reaktionen von uns fordern - sie sind nicht wie tote Gegenstände, sondern oft wie lebendige Wesen. Das Buch hat zwei Vorworte und ist in drei Teile unterteilt, die Teile nochmals in verschiedene Kapitel.

Der Einfachheit halber folgt die Buchbesprechung jetzt dieser Aufteilung. 

Was will das Bild? - ist die am häufigsten gestellte Frage des ersten Kapitels. W.J.T. Mitchell erklärt, über welche Art „Macht“ Bilder verfügen, welche menschlichen Verhaltensweisen sie hervorrufen und wie sie es schaffen, Menschen zu beeinflussen. Er unterstreicht diese Aussagen durch zahlreiche Vergleiche und Abbildungen, wie beispielsweise die Zerstörung des World Trade Centers am 11. September 2001 oder das Klon-Schaf Dolly. 

Im zweiten Kapitel des Buches beschäftigt sich Mitchell mit dem Thema „Objekte“. Er erklärt ausführlich, dass sich Bilder in materiellen Objekten, in Gegenständen wie Stein, Zelluloid, Leinwand oder Metall manifestieren. „Objekte sind die Zielscheibe von objektiven Darstellungen. Sie sind Bestandteile einer Welt, die den Subjekten – d.h. Personen, Individuen, Wesen, die sich ihrer selbst bewusst sind - gegenüberstellt“, meint der Autor. In einem großen Teil dieses Kapitels, welches den Titel „Anstößige Bilder“ trägt, fasst W.J.T. Mitchell die emotionalen Auswirkungen von Kunst auf den Menschen zusammen. Eine seiner Theorien besagt, dass die Frage nach dem Objekt immer auf das Bild zurückkomme. Mit dieser Aussage muss man sich fragen, was genau es ist, was den Bildern solch erstaunliche Macht verleiht, Menschen in Zorn versetzen zu können oder andere Emotionen auszulösen.

Im dritten Kapitel beschäftigt sich der Autor mit der Überlegung, welche Rolle die Medien in dieser Theorie übernehmen. Er erklärt: „Wenn Bilder Lebensformen sind und Objekte die Körper, die sie beseelen, dann stellen Medien die Lebensräume oder Ökosysteme dar, in denen Bilder lebendig werden.“ Geist, Verstand, Bewusstsein und Denken seien allesamt Bestandteile der Medien und umgekehrt. Medien dienten also dazu, Bildern Leben einzuhauchen und sie dementsprechend lebendig wirken zu lassen. So gelingt es W.J.T. Mitchell schließlich, uns einen Einblick in eine sehr gut durchdachte und durchaus zum Nachdenken anregende Theorie zu verschaffen.  

Der Schreibstil ist dem Thema angemessen. Daher ist dieses Buch eher fachlich interessierten oder erwachsenen Kunstliebhabern zu empfehlen. Ich finde, dass es für Jugendliche wohl zu schwer verständlich ist. Da Mitchell außerdem mit vielen Fremdwörtern und Zitaten gearbeitet hat, wäre ein Glossar wünschenswert. Wenn man allerdings mit Sprachen gut vertraut ist und außerdem noch einige philosophische Vorkenntnisse besitzt, so wird man beim Lesen dieses Buches Freude haben und Erkenntnisse gewinnen. Wenn ich das Buch für Jugendliche bewerten soll, kann ich nur 2 Punkte vergeben.

(Betreut von Albrecht Franke) 

 

 

Empfohlene Zitierweise

William J.Thomas Mitchell: Das Leben der Bilder. Eine Theorie der visuellen Kultur, München: Verlag C.H. Beck 2008, 263 Seiten, ISBN 978-3-406-57359-0, EUR 16,95, gelesen von Julia Große. lesepunkte 4 (2009), Nr. 6, in: lesepunkte, URL: http://www.lesepunkte.de/no_cache/persistent/artikel/7369/

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Erstellt: 25.12.2009

Zuletzt geändert: 25.12.2009